acredo
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acredo ist keine Adresse, an der man vorbeigeht, sondern ein Konfigurator, den man öffnet. Die Marke gehört zur acredo GmbH mit Sitz in Pforzheim, im deutschen Städtchen, das seit Generationen für Schmuckherstellung steht, eingetragen beim Amtsgericht Mannheim unter HRB 720195. Für Schweizer Paare heisst das zunächst: Wer sich für acredo entscheidet, kauft nicht bei einem Schweizer Betrieb, sondern bei einer deutschen Ringmarke, die ihre Modelle über einen nationalen Onlineweg zugänglich macht, egal ob man in Genf, Chur oder St. Gallen wohnt. Genau das macht acredo für dieses Verzeichnis interessant: kein Ladenlokal mit eigenem Namen an einer bestimmten Strasse, sondern ein Weg, der überall im Land gleich funktioniert.
Der Konfigurator selbst ist der Kern des Angebots. Man wählt zuerst die Ringform, dann die Metallfarbe, Gelbgold, Roségold, Weissgold oder Platin, und danach den Feingehalt. acredo erklärt das auf der eigenen Seite so konkret, wie man es sich für eine technische Entscheidung wünscht: Gold 750/- oder 18kt bedeutet, dass 750 von 1000 Gewichtsanteilen tatsächlich Gold sind. Je nach gewählter Farbe schlägt der Konfigurator passende Legierungen mit unterschiedlichen Feingehalten vor und zeigt sofort den Preis dazu an. Danach folgen Ringschiene und Fassung, gerade oder vorne verjüngt, vier oder sechs Krappen oder eine geschlossene Zargenfassung, alles mit einem Klick austauschbar. Wer ein Solitär-Design fertig hat, kann es zusätzlich als Aufsatzfassung für einen späteren Trauring auslegen lassen, sodass Verlobungs- und Trauring später als Set zusammenpassen.
Wie man einen Ring beurteilt, den man nicht anfassen kann
Das ist die eigentliche Schwierigkeit an jedem Konfigurator-Kauf: Man entscheidet über Farbe, Fassung und Steingrösse anhand von Bildern auf einem Bildschirm, nicht anhand eines Rings in der Hand. acredo mildert das an zwei Stellen. Erstens beim Diamanten selbst: Ab einer Steingrösse von 0,3 Karat liegt jedem Stein ein Zertifikat eines anerkannten Prüfinstituts bei, konkret GIA, IGI oder HRD. Diese Institute bewerten die vier klassischen Kriterien, Karat, Farbe, Reinheit und Schliff, nach denselben Massstäben weltweit. Die Farbskala nach GIA-Standard reicht von D bis Z, wobei ein ungeübtes Auge Unterschiede bis etwa Stufe H kaum erkennt, und die Reinheitsskala reicht von deutlich sichtbaren Einschlüssen (I3) bis lupenrein, wo selbst unter zehnfacher Lupenvergrösserung nichts zu sehen ist (FL/IF). acredo führt laut eigener Aussage grundsätzlich nur sehr gut bis exzellent geschliffene Steine, und bei den hauseigenen Premium-Brillanten mit sogenanntem Hearts-and-Arrows-Muster, einer besonders symmetrischen Lichtbrechung, erreicht nach acredos eigener Angabe nur rund 1 Prozent der geschliffenen Steine diese Qualität. Das Zertifikat ersetzt zwar nicht das Betrachten in echt, gibt aber wenigstens einen objektiven, nachprüfbaren Massstab an die Hand, an dem man sich orientieren kann, bevor man auf Kaufen klickt.
Zweitens gibt es die persönliche Rückversicherung: acredo bietet an, vor der eigentlichen Fertigung einen Musterring im gewählten Profil und in der passenden Weite anzufertigen, den man vorab anprobieren kann. Für diese Musterringe braucht acredo nach eigener Angabe rund 14 Tage. Das ist ein deutlicher Unterschied zu Anbietern, die ausschliesslich mit einem 3D-Rendering am Bildschirm arbeiten: Bei acredo lässt sich das gewählte Profil vor der endgültigen Fertigung tatsächlich am Finger fühlen, auch wenn die Steinfarbe und die genaue Fassung am fertigen Ring erst mit dem echten Stein final erkennbar werden.
Grössenbestimmung und Beratung ohne festen Laden
Für die Ringgrösse selbst schlägt acredo auf der eigenen Seite die klassische Heimmethode vor: einen stabilen Faden oder einen dünnen Papierstreifen um die betreffende Fingerstelle wickeln, oder alternativ den Innendurchmesser eines bereits passenden Rings ausmessen. Praktisch, wenn die Grösse heimlich ermittelt werden soll, etwa vor einem Antrag, den die Partnerin oder der Partner noch nicht kommen sieht. Ganz sicher, schreibt acredo selbst, sei aber der Besuch bei einem der eigenen Standorte, wo Fachpersonal bei der Wahl der richtigen Grösse hilft. Und hier zeigt sich die eigentliche Struktur hinter der Marke: acredo ist laut eigener Standortübersicht international bei über 90 Partnern in 14 Ländern präsent, acht davon in Österreich, aber nur an einem einzigen zentralen Standort in der Schweiz. Diese Partnerbetriebe laufen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter der Marke 123gold, die acredo selbst als ihren exklusiven Vertriebspartner bezeichnet. Für die Schweiz bedeutet das konkret: Statt eines Netzes von acredo-Läden gibt es einen einzigen Anlaufpunkt, alles andere läuft über den Konfigurator, eine Fernberatung oder eine Terminvereinbarung bei diesem einen Partner.
Auch der eigentliche Bestellvorgang liegt nicht bei acredo selbst. Die Website sagt es unumwunden: Die Online-Bestellung aller acredo-Produkte übernimmt das Online-Shop-Team von 123gold, man wird für den Kaufabschluss dorthin weitergeleitet. Wer die Lieferbedingungen von 123gold für Schweizer Bestellungen liest, findet konkrete Angaben: In der Regel dauert die Anfertigung und Lieferung 4 bis 6 Wochen nach Zahlungseingang, der Versand innerhalb der Schweiz ist kostenlos, und bezahlt wird gestaffelt, mindestens 50 Prozent bei Bestellung, der Rest, sobald die Fertigung beginnt. Ausgeliefert wird versichert per Schweizer Post, unter der Woche und mit Unterschrift bei Empfang. Zu Rückgabe- oder Umtauschfristen macht weder die acredo-Seite noch die eingesehene 123gold-Seite eine ausdrückliche Aussage, das lässt sich hier also nicht seriös behaupten und sollte vor einer Bestellung direkt erfragt werden.
Nach dem Kauf: Grössenänderung und Pflege
Für die Zeit nach dem Kauf beschreibt acredo auf der eigenen Serviceseite zwei konkrete Leistungen: Alle Änderungen der Ringweite werden im Nachhinein übernommen, und wer seine Ringe stark beansprucht hat, kann sie bei der eigenen Manufaktur professionell aufarbeiten lassen, damit Politur und Fassung wieder wie neu wirken. Empfohlen wird ausserdem eine regelmässige professionelle Reinigung zusammen mit der Kontrolle des Schmuckstücks. Konkrete Fristen oder Kosten für diese Leistungen nennt die Seite nicht, weshalb hier auch keine genannt werden.
Die Herkunft der Ringe
Gefertigt werden die Ringe laut acredos eigener Über-uns-Seite unter anderem bei der egf Manufaktur in Pforzheim, demselben Ort, an dem auch acredo GmbH ihren Sitz hat. Diese Manufaktur erhielt nach acredos eigener Darstellung im März 2017 als eine der ersten überhaupt die RJC-Zertifizierung, ein Gütesiegel des Responsible Jewellery Council für verantwortungsvolle Herkunft von Gold und Diamanten in der Lieferkette. Für Schweizer Käuferinnen und Käufer, denen die Herkunft der Materialien wichtig ist, ist das ein nachvollziehbarer Beleg, auch wenn die Zertifizierung die Manufaktur betrifft und nicht acredo als Marke selbst.
Für wen sich das eignet
acredo passt zu Paaren, die den Ring lieber am eigenen Bildschirm zusammenstellen als sich in einem Geschäft durch Vitrinen führen zu lassen, und die mit einer deutschen Marke ohne eigenes Schweizer Ladennetz gut leben können. Der Konfigurator selbst ist detailliert, von der Metallfarbe über den Feingehalt bis zur Fassung, und mit dem anprobierbaren Musterring nach rund 14 Tagen gibt es eine echte Zwischenstation zwischen Entwurf und fertigem Ring, was viele reine Online-Konfiguratoren so nicht bieten. Wer dagegen unbedingt ein Ladenlokal mit dem Markennamen an der Tür sucht, findet in der Schweiz nur den einen zentralen Partnerstandort von 123gold, nicht ein Netz wie in Österreich mit seinen acht Standorten. Für alle anderen bleibt der Weg über den Bildschirm, mit einem Musterring als Realitätscheck, bevor die eigentliche Fertigung beginnt, und mit 123gold als dem Partner, der Bestellung, Versand und Zahlung in der Schweiz tatsächlich abwickelt.