mojo design
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mojo design ist ein Goldschmiede-Atelier an der Neugutstrasse 5 in Winterthur, das seine Verlobungs- und Eheringe nicht aus einem Katalog verkauft, sondern in der eigenen Werkstatt schmiedet. Der Betrieb führt das Fairtrade- und das Fairmined-Siegel für Gold, auf der eigenen Seite steht es unmissverständlich: "Wir sind fairtrade und fairmined Gold zertifiziert." Beide Labels verlangen von der Mine bis zum fertigen Ring eine lückenlos nachvollziehbare Lieferkette und faire Bedingungen für die Menschen, die das Metall fördern, ein Anspruch, den viele Goldschmieden nur behaupten, mojo design aber offen als Kern des eigenen Geschäftsmodells ausweist. Wo kein neues Gold nötig ist, arbeitet das Atelier mit Recyclinggold aus eingeschmolzenem Altschmuck, was den Rohstoffbedarf zusätzlich senkt.
Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal liegt aber im Prozess selbst: Paare, die ihren Ehering oder Verlobungsring bei mojo design bestellen, können ihn unter Anleitung mit den eigenen Händen mitschmieden. Auf der Website heisst es dazu: "Gestalten Sie das Symbol Ihrer Liebe mit den eigenen Händen. In unserem Atelier begleiten wir Sie Schritt für Schritt dabei, Ihre Eheringe oder Verlobungsringe selbst zu schmieden." Der Ring wird damit nicht bloss gekauft, sondern an einem Nachmittag im Atelier gemeinsam gefertigt, ein Erlebnis, das die Seite selbst als das beschreibt, was aus dem Schmuckstück ein "gemeinsames Erlebnis, das Sie als Paar zusammenschweisst" macht.
Die Kollektion im Detail
Neben dem Mitschmieden bietet mojo design das volle Programm eines klassischen Goldschmieds: individuelle Schmuckanfertigung nach Kundenwunsch, Umarbeitung von altem Schmuck in neue Stücke, Ankauf von Altgold, Gravuren auf Schmuck und Uhren, Reparaturen sowie Schmuck- und Edelsteinschätzungen. Dazu kommt das Ohrlochstechen, ein Angebot, das eher zum breiten Sortiment als zum Verlobungsgeschäft gehört, aber zeigt, dass das Atelier auch als Quartiergoldschmied für Winterthur funktioniert und nicht nur als Anlaufstelle für den grossen Antrag.
Die Website zeigt eine Auswahl fertiger Stücke mit Preisen, die eine Vorstellung vom Rahmen geben: Ein Ehering-Set "Fairtrade Rotgold" mit Brillanten liegt bei 9280 Franken, eine Alliance-Variante desselben Modells bei 6500 Franken, ein schlichter Ehering aus Fairtrade-Rotgold ohne Steine bei 2780 Franken. Ein Damenring "Alliance Rotgold Prinzess Flex" ist mit 7300 Franken ausgezeichnet, ein Armband aus Weissgold mit 2690 Franken. Das sind Katalogbeispiele, keine verbindlichen Preise für ein individuell mitgeschmiedetes Paar Verlobungsringe, aber sie zeigen, dass sich das Angebot preislich in der oberen Mittelklasse des Schweizer Goldschmiedehandwerks bewegt und nicht im Massenmarkt.
Wer sich für die individuelle Schmuckanfertigung statt für ein Katalogmodell entscheidet, bestellt kein Fertigprodukt, sondern lässt das Stück im Atelier von Grund auf entwerfen, so beschreibt es die eigene Dienstleistungsliste. Daneben führt der Betrieb auch die Umarbeitung vorhandenen Schmucks im Programm, also die Möglichkeit, altes Familiengold oder ererbte Ringe statt sie zu verkaufen in ein neues Stück zu überführen. Für Paare, die keinen komplett neuen Ring wollen, sondern ein Erbstück in ein zeitgemässes Design überführen möchten, ist das ein Weg, der bei reinen Online-Anbietern schlicht fehlt.
Auch preislich unterscheidet sich das Atelier von den grossen Ketten, die vor allem standardisierte Modelle in Serie anbieten. Bei mojo design entstehen Verlobungsringe im Zusammenspiel mit den Kundinnen und Kunden, was Vorlaufzeit und Beratung braucht, aber auch dazu führt, dass jedes Paar ein Unikat bekommt statt eines Modells, das schweizweit in derselben Auslage steht.
Wie das Atelier organisiert ist
mojo design ist geöffnet von Dienstag bis Freitag, 10.00 bis 18.00 Uhr, sowie Samstag von 9.00 bis 16.00 Uhr, montags bleibt das Atelier geschlossen. Termine für die Beratung oder das gemeinsame Schmieden lassen sich telefonisch unter +41 52 202 32 52 oder per E-Mail vereinbaren. Der Betrieb bildet zudem selbst Lehrlinge im Goldschmiedehandwerk aus, was auf der Seite unter dem Titel "Handwerk mit Zukunft" beschrieben wird, konkrete Zahlen zu Lehrstellen oder Ausbildungsjahren nennt die Seite an dieser Stelle nicht, weshalb sie hier auch nicht behauptet werden.
Warum Winterthur
Winterthur hat als frühere Industriestadt eine eigene, von Zürich unabhängige Handwerkstradition, von der Maschinenindustrie bis zu kleineren Ateliers, die sich in der Altstadt und den angrenzenden Quartieren gehalten haben. Für einen nationalen Vergleich zählt vor allem die Lage: Zürich liegt, wie Wikipedia zu Winterthur festhält, "20 Kilometer südwestlich" der Stadt, womit Winterthur klar im Pendlereinzugsgebiet der grössten Schweizer Agglomeration liegt, aber eine eigene, günstigere Adresse ist als eine Werkstatt an der Zürcher Bahnhofstrasse. Das Atelier beschreibt sich selbst als "Spezialist für fairtrade Eheringe, Verlobungsringe und Unikatschmuck", getragen von einem, wie es auf der Seite heisst, "erfahrenen Goldschmied-Team", dessen Arbeit dort als "präzise und leidenschaftliche Arbeit" bezeichnet wird. Diese Spezialisierung auf faire Materialien statt auf ein möglichst breites Konfektionssortiment ist es, die das Atelier von den grossen Ketten unterscheidet, unabhängig davon, aus welchem Kanton die Kundschaft anreist, und macht es zu einer Alternative für Paare, die ein handwerklich gefertigtes, zertifiziertes Fairtrade-Stück suchen, aber nicht zwingend in Zürich selbst kaufen wollen.
Wie es sich schweizweit einordnet
Im April 2026 hat mojo design bekanntgegeben, dass die Familie Mojonnier aus Winterthur ein zweites Atelier übernommen hat: Aus der bisherigen Goldschmiede André Heimgartner in Schaffhausen wird die Mojonnier Goldschmiede, seit dem 30. März 2026 unter neuer Führung, mit regulären Öffnungszeiten ab dem 5. Mai 2026. Für Kundinnen und Kunden aus der Ostschweiz bedeutet das eine zweite Adresse derselben Familie, näher an St. Gallen und dem Bodensee als Winterthur selbst, auch wenn die beiden Standorte unter eigenem Namen auftreten und die Schaffhauser Filiale über eine eigene Website informiert. Innerhalb der Deutschschweiz konkurriert mojo design damit weniger mit den grossen Ketten-Juwelieren an der Zürcher Bahnhofstrasse als mit anderen unabhängigen, auf faire Materialien spezialisierten Goldschmieden, deren Zahl in den letzten Jahren spürbar gewachsen ist, ohne dass Fairtrade- und Fairmined-Doppelzertifizierung zum Standard geworden wäre.
Für wen sich das Atelier eignet
mojo design passt zu Paaren, die den Herstellungsprozess ihres Rings genauso wichtig finden wie das fertige Stück, und die bereit sind, für die Herkunft des Goldes eine nachvollziehbare Antwort zu bekommen statt eines allgemeinen Nachhaltigkeitsversprechens. Wer stattdessen einfach ein fertiges Modell von der Stange sucht, findet das Sortiment eher als Ausgangspunkt für ein Gespräch denn als Online-Shop zum Durchklicken, die Website zeigt Beispielstücke, nicht einen vollständigen Katalog mit Warenkorb-Funktion für jedes Modell. Für alle, die aus der übrigen Deutschschweiz anreisen, lohnt sich der Weg vor allem dann, wenn das gemeinsame Schmieden selbst der Grund für den Besuch ist, denn dieses Erlebnis lässt sich nicht per Post nachbestellen.
Was bleibt
Als Goldschmied mit doppelter Fairtrade- und Fairmined-Zertifizierung und der Möglichkeit, den eigenen Ring im Atelier mitzuschmieden, bietet mojo design ein Profil, das über die reine Ortsauswahl in Winterthur hinausgeht. Die Expansion nach Schaffhausen im Frühjahr 2026 zeigt, dass der Betrieb über die eine Adresse an der Neugutstrasse hinaus wächst, ohne dabei den Werkstattcharakter aufzugeben, der ihn von den grossen Ketten unterscheidet. Für ein Paar, das seinen Ring lieber selbst formt als ihn nur zu kaufen, ist das eine der konkreteren Adressen im ganzen Land.