Goldschmied Simon Eichmann

Unterer Graben 21, 8400 Winterthur

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Wer nach Winterthur fährt, um einen Verlobungsring in Auftrag zu geben, landet mitten in der Altstadt, am Unteren Graben 21. Das ist keine Randlage: die Adresse liegt wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt, dort, wo Winterthurs Altstadtgassen sich um die Stadtkirche und den Graben ziehen. Die Werkstatt trägt schlicht den Namen ihres Inhabers, Goldschmied Simon Eichmann, und ist im Handelsregister als Einzelunternehmen unter der Nummer CHE-436.122.424 eingetragen. Simon Eichmann ist laut Impressum Inhaber und Geschäftsführer, es gibt keine zweite Filiale und keinen weiteren Standort, alles läuft über dieses eine Atelier.

Das ist der erste Punkt, der diese Werkstatt von den grossen Namen an der Zürcher Bahnhofstrasse unterscheidet: kein Filialnetz, kein Schaufenster in mehreren Kantonen, sondern ein einziger Tisch, an dem der Ring entsteht, der ihn später auch verkauft. Wer aus Zürich anreist, sitzt in etwa 20 Kilometern Entfernung von der eigenen Haustür, Winterthur liegt laut Wikipedia rund 20 Kilometer nordöstlich der Limmatstadt. Die Strecke lässt sich bequem mit der S-Bahn zurücklegen, mehrmals stündlich verkehren Züge zwischen Zürich und Winterthur, dazu kommt die Autobahn A1 für alle, die lieber selbst fahren. Wer ohnehin in der Ostschweiz oder im Thurgau wohnt, hat mit Winterthur einen deutlich näheren Anlaufpunkt als die Zürcher Innenstadt.

Was diese Werkstatt trägt, ist weniger die Grösse der Stadt als die eigene Geschichte des Ateliers und seines Inhabers. Die Werkstatt selbst reicht laut eigenen Angaben bis ins Jahr 1972 zurück: Damals begann Ruedi Derks an dieser Stelle Schmuckstücke von Hand zu fertigen. Simon Eichmann führt diese Tradition heute weiter, mit ausdrücklichem Respekt vor der Arbeit seines Vorgängers, wie es auf der Website heisst. Das genaue Jahr der Übergabe nennt die Seite nicht, wohl aber, dass es sich um eine Weiterführung und nicht um eine Neugründung handelt. Zu seiner eigenen Person schreibt Eichmann, seine Faszination für Schmucksteine und Mineralien reiche bis in die Kindheit zurück: In der Familie habe es einen Strahler gegeben, wie die Bergkristallsucher in den Alpen genannt werden, und dieser frühe Kontakt mit Steinen ziehe sich bis in seine heutige Arbeit als Goldschmied.

Eichmanns eigener Weg zum Goldschmied verläuft nicht über die klassische Lehre. Seine erste Ausbildung war die zum Konstrukteur, anschliessend studierte er Maschinenbau am Technikum in Winterthur. Aus dieser Zeit stammt seine Vertrautheit mit CAD, computergestütztem Konstruieren, die er heute in der Schmuckherstellung nutzt: Kundenwünsche werden zunächst in einer Ideenskizze festgehalten, dann am Computer als 3D-Modell visualisiert und schliesslich als Kunststoffmodell aus dem 3D-Drucker ausgehändigt, bevor das Unikat in Gold entsteht. Nach eigenen Angaben dauert dieser Weg von der ersten Idee bis zum fertigen Ring rund 4 bis 6 Wochen, mit Zwischenschritten bei der 3. und 4. Woche für Visualisierung und Modell. Für ein Paar, das sich Zeit für den Entstehungsprozess nehmen will, statt einen Ring von der Stange zu kaufen, ist das ein reales Argument, kein Marketingsatz: Man sieht das eigene Design als Modell in der Hand, bevor der Goldschmied überhaupt Metall schmilzt.

Zur Handwerksfrage gehört auch das Material. Die Werkstatt verarbeitet nach eigener Aussage ausschliesslich recyceltes Gold, gewonnen aus altem Schmuck, Goldwaren und Elektrogeräten und in einer Raffinerie wieder zu Feingold aufbereitet. Diese Raffinerie wird laut Website von einer unabhängigen, zertifizierten Stelle auf ethische, ökologische und soziale Grundsätze hin überprüft. Wer sein eigenes Altgold einbringen möchte, kann das im Atelier tun, allerdings nur als bestehende Kundschaft, wie ausdrücklich vermerkt wird. Wer lieber ein ererbtes Stück umarbeiten lässt, findet dort auch ein grösseres Edelsteinlager, aus dem sich neue Steine für ein zweites Leben des Schmuckstücks auswählen lassen.

Bei den Diamanten selbst erklärt die Website ausführlich die vier klassischen Bewertungskriterien Carat, Clarity, Color und Cut, dazu ein selbst benanntes fünftes Kriterium, Confidence, das auf das internationale Kimberley-Abkommen gegen Konfliktdiamanten verweist. Eine dritte Partei wie ein unabhängiges Gemmologielabor wird auf der Seite nicht genannt, wer ein separates Zertifikat wünscht, sollte das im Gespräch klären. Zur Preisorientierung zeigt die Website Beispielringe mit Preiskategorien: ein Weissgoldring mit einem Diamanten von 0.56 Karat und seitlichen Steinen liegt zwischen CHF 4500.- und CHF 6500.-, ein Ring mit einem 0.38-Karat-Diamanten zwischen CHF 3000.- und CHF 4500.-, ein Gelbgoldring mit einem 0.42-Karat-Granat zwischen CHF 1500.- und CHF 3000.-. Diese Beispiele bilden ausdrücklich eine Preisspanne ab, keinen Fixpreis, der tatsächliche Preis hängt laut Website vom Gewicht des Rings, der Steinwahl und der Gestaltung ab.

Im Vergleich zu den grossen Häusern an der Zürcher Bahnhofstrasse tritt diese Werkstatt bewusst kleiner auf: eine Person, ein Tisch, eine Adresse, dafür ein direkter Draht zwischen Kundschaft und der Hand, die den Ring tatsächlich fertigt. Wer aus einem anderen Kanton anreist, sollte einen Termin vorab vereinbaren, die Website bietet dafür eine unverbindliche Terminanfrage. Geöffnet ist Dienstag bis Freitag von 09.00 bis 12.00 Uhr und von 13.30 bis 18.00 Uhr sowie Samstag von 09.00 bis 16.00 Uhr, montags bleibt das Atelier geschlossen. Für den Sommer 2026 ist eine reguläre Ferienschliessung vom 1.8.2026 bis und mit dem 17.8.2026 angekündigt, ein klarer Hinweis, dass es sich um eine planmässige Pause handelt und nicht um eine Geschäftsaufgabe: Die Website führt unverändert das Copyright-Jahr 2026 und listet aktuelle Öffnungszeiten sowie eine funktionierende Terminanfrage.

Wer aus der übrigen Deutschschweiz anreist, für den lohnt sich diese Adresse vor allem, wenn der individuelle Entstehungsprozess selbst der Grund für die Reise ist: die Kombination aus CAD-Visualisierung, physischem Modell vor der Fertigung und handwerklicher Umsetzung in recyceltem Gold ist auf der Website klar dokumentiert, nicht bloss behauptet. Wer stattdessen einen Ring ab Lager sofort mitnehmen möchte, findet das an anderer Stelle eher.

Auch das Thema Eheringe ist hier direkt angebunden, nicht ausgelagert an einen anderen Anbieter: Wer sich für den Verlobungsring entschieden hat, kann im selben Atelier später auch die Eheringe fertigen lassen, ohne die Beziehung zu einer neuen Werkstatt aufbauen zu müssen. Das ist ein Detail, das bei den grossen Ketten an der Zürcher Bahnhofstrasse selbstverständlich wirkt, bei einem Einpersonenbetrieb in einer kleineren Stadt aber tatsächlich davon abhängt, ob der Goldschmied selbst zusagt und Zeit findet. Wer aus einem anderen Kanton anreist und beide Ringe an derselben Adresse bestellen will, sollte das bei der ersten Terminanfrage gleich ansprechen, damit sich die Werkstatt auf zwei Aufträge einstellen kann statt nur auf einen.

Für ein Paar, das sich Zeit für einen Unikatring nehmen will und eine Zugfahrt oder Autofahrt nach Winterthur nicht scheut, ist das Atelier am Unteren Graben eine der wenigen Adressen ausserhalb der grossen Zentren, die den gesamten Weg von der Skizze bis zum fertigen Ring selbst in der Hand behält. Gerade weil es sich um einen einzelnen Standort ohne Filialnetz handelt, lohnt sich vorab ein Blick auf die Öffnungszeiten und ein Anruf oder eine E-Mail, bevor man die Reise antritt, denn ein spontaner Besuch ohne Termin ist bei einem Ein-Mann-Atelier weniger verlässlich als bei einem grossen Haus mit mehreren Verkaufsflächen.

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