SIGNUM Fair Jewels

Hobelweg 6, 9470 Buchs SG · seit 2001

Zum Bewerten auf einen Stern tippen

SIGNUM Fair Jewels ist eine Schmuckmanufaktur, die ihre Verlobungsringe konsequent auf ein einziges Versprechen ausrichtet: nachvollziehbares Material. Wer hier bestellt, bekommt einen Ring aus zertifiziertem Fairtrade Max Havelaar Gold, oder wahlweise aus ökofairem Waschgold aus Finnland, das die Firma als Alternative zum klassischen Minengold anbietet. Beides sind keine Marketingzeilen, sondern die zwei Materialoptionen, die auf jeder Produktseite tatsächlich zur Wahl stehen. Bestellt wird online, das Sortiment kann aber auch im Atelier in Buchs im St. Galler Rheintal besichtigt werden, mit persönlicher Beratung vor Ort.

Woher das Gold und die Steine kommen

Die Fairtrade-Zertifizierung nach Max Havelaar betrifft in erster Linie das Gold, das aus Kleinminen stammt, in denen faire Löhne und Umweltauflagen Teil des Standards sind. Wer stattdessen das finnische Waschgold wählt, bekommt ein Material, das nicht aus dem Bergbau, sondern aus alluvialen Lagerstätten in Lappland gewaschen wird, ein in der Schweizer Ringbranche eher seltener Rohstoffweg.

Bei den Farbedelsteinen geht SIGNUM denselben Weg, wo immer es geht: Die Firma nennt namentlich Zulieferer wie die ZIMBAQUA-Mine für Aquamarine, die nach eigener Aussage ausschliesslich von Frauen vor Ort geführt wird, dazu Ceylons Munich für Saphire aus der Ecomine in Sri Lanka sowie Miadana in Madagaskar und BrazilGems für weitere Farbsteine. Ergänzt wird das Angebot durch Altschliffdiamanten, die die Manufaktur nach eigenen Angaben schon seit vielen Jahren in ihren Ringen verarbeitet, eine Möglichkeit für Paare, die einen historischen statt einen modern geschliffenen Stein möchten. Die Website macht dabei einen wichtigen Unterschied selbst transparent: Farbedelsteine stammen "wenn möglich" von zertifizierten Fairtrade-Händlern, was heisst, dass nicht jeder Stein im Sortiment lückenlos zertifiziert ist. Das ist ehrlicher als ein pauschales Fairtrade-Label auf allem, verlangt aber, dass man bei einem bestimmten Stein im Zweifel nachfragt.

Die Rückverfolgbarkeit wird nicht nur behauptet, sondern dokumentiert: Jedes fertige Schmuckstück verlässt die Manufaktur laut eigenen Angaben mit einem Zertifikat und einer individuellen Seriennummer, über die sich die verwendete Goldcharge samt Zeitpunkt und Ort der Gewinnung zurückverfolgen lässt. Das Zertifikat hält nach Angaben der Firma zudem jeden relevanten Arbeitsschritt und jedes verwendete Rohmaterial fest, sodass Kundinnen und Kunden ein eigenständiges Nachweisdokument in der Hand haben und nicht nur ein Werbeversprechen auf der Website. Für ein Paar, das nicht nur "fair" hören, sondern im Zweifel auch nachschauen will, ist das ein handfestes Argument, das über die üblichen Nachhaltigkeitsversprechen anderer Anbieter hinausgeht.

Die Edelsteine sind zudem in eigene Reihen sortiert, die sich an der Farbe statt am Namen des Zulieferers orientieren: "Little Ocean" bündelt Aquamarine in verschiedenen Schliffen, "Violetts Rose" zeigt Saphire, "Lagoon" steht für Smaragde und "Deep Sea" für eine weitere Saphirauswahl. Wer nicht von Herkunftsminen, sondern von Farbwelten her sucht, findet über diese Reihen schneller zum passenden Stein, ohne sich zuerst durch die Lieferkettenlogik der Website zu arbeiten.

Die Kollektionen und der Service

Das Ringsortiment ist in benannte Linien gegliedert, unter anderem Apoint, Echo, Feuerfunken, Flora, Joker, Lagrima, Lias, Persia, Points, Raute, Selva, Semilla und Yerba, jede mit eigener Formsprache von filigran bis massiv. Wer die passende Grösse vor der Bestellung klären will, kann bei SIGNUM kostenlos und unverbindlich ein Ringgrössen-Messgerät nach Hause bestellen. Sitzt der Ring dann doch nicht perfekt, korrigiert die Manufaktur die Grösse einmal gratis, was das Online-Bestellen eines Verlobungsrings deutlich risikoärmer macht als bei Anbietern ohne diese Zusage.

Wer dahintersteht

SIGNUM ist ein Familienbetrieb. Gegründet wurde die Manufaktur 2001, die Ausrichtung auf faire Rohstoffe kam 2013 mit der Umbenennung zu Signum Fair Jewels dazu. Am Ursprung steht Sabine Hellmann, diplomierte Goldschmiedin, die das Atelier gestalterisch führt. Im Team arbeiten laut der Firma zusätzlich Dr. Thomas Hellmann im Qualitätsmanagement, Marlene Hellmann für Design und Kommunikation sowie Maren Schneider für Administration und Atelierbetrieb mit, vier Personen, die die Manufaktur zwischen Werkstatt und Kundenkontakt am Laufen halten. Diese Grösse erklärt auch, warum es nur einen einzigen Standort gibt statt eines Filialnetzes: Bei einem Team dieser Grösse liegt die Priorität sichtbar auf der eigenen Werkstatt, nicht auf einer Ladenkette. Die Firma selbst bringt es so auf den Punkt: "Wir von SIGNUM leben unsere gemeinsame Passion der Schmuckherstellung", eine Formulierung, die zu einem Betrieb passt, in dem Gründerin, Qualitätsmanagement, Design und Administration allesamt aus derselben Familie kommen.

Warum Buchs SG für ein Schweizer Publikum zählt

Wer sich in der Deutschschweiz nach einem Verlobungsring umsieht, denkt zuerst an Zürich, Bern oder Basel. Buchs liegt am anderen Ende des Landes: im Kanton St. Gallen, Zentrum der Region Werdenberg, direkt an der Grenze zum Fürstentum Liechtenstein, mit dem Rhein als Staatsgrenze. Gerade weil der Standort abseits der grossen Zentren liegt, hat SIGNUM das Geschäft von Anfang an auf den Online-Verkauf ausgerichtet, mit dem Atelier als ergänzendem Beratungsort statt als einzigem Vertriebsweg: Wer bestellt, muss dafür nicht ins Rheintal reisen, sondern kann das Zertifikat, die Seriennummer und die Rückverfolgbarkeit der Materialien auch aus der Ferne prüfen, bevor der Ring überhaupt gefertigt wird.

Wer trotzdem persönlich vorbeikommen will, findet in Buchs ein Angebot, das die meisten Verlobungsring-Häuser in den grossen Städten in dieser Form nicht führen: ein Fairtrade-zertifiziertes Goldschmiedeatelier mit eigener Rückverfolgbarkeit vom Rohstoff bis zum fertigen Ring. Für ein Paar aus der Ostschweiz oder dem angrenzenden Liechtenstein liegt SIGNUM ohnehin praktisch vor der Haustür.

Der Haken

Wer eine grosse Filiale mit Schaufenstern in der Innenstadt erwartet, findet in Buchs eine vergleichsweise kleine Manufaktur mit einem Atelier statt einem Verkaufsladen im klassischen Sinn, was den spontanen Vorbeischauimpuls ohne Terminplanung erschwert. Und wer strikt nach neu abgebautem Minengold mit klassischem GIA-Zertifikat sucht, bekommt bei SIGNUM ein anderes Angebot: Fairtrade-Gold, Waschgold oder wiederverwendete Altschliffdiamanten statt der Standardkombination grosser Ketten. Für Paare, denen Herkunft und Nachvollziehbarkeit der Materialien wichtiger sind als eine grosse Auswahl unter einem Dach, ist das kein Nachteil, sondern genau der Punkt.

Fazit

SIGNUM Fair Jewels ist die Adresse für Paare, denen es nicht reicht, dass ein Ring gut aussieht: Sie wollen wissen, woher das Gold kommt und wer die Steine geschürft hat. Das kleine Familienatelier in Buchs SG liefert dafür ein dokumentiertes Zertifikat pro Stück, benannte Lieferanten für Edelsteine und zwei nachvollziehbare Goldwege statt eines vagen Nachhaltigkeitsversprechens. Der Weg ins St. Galler Rheintal lohnt sich für alle, denen diese Herkunftsfrage bei einem Verlobungsring wichtiger ist als die nächste Filiale um die Ecke.

Mehr aus St. Gallen und Ostschweiz

Alle ansehen