Goldschmiede Doppler

Hauptstrasse 60, 9476 Weite · seit 2023

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Goldschmiede Doppler ist kein Laden mit Vitrine und Auslage, sondern ein Goldschmiedeatelier im wörtlichen Sinn: eine Werkstatt, in der eine einzelne Goldschmiedin, Shirin Doppler, jedes Stück selbst entwirft und von Hand fertigt. Die eigene Seite formuliert das so: „Meinen Traumberuf führe ich mit grosser Leidenschaft und viel Hingabe zum Detail aus." Wer hier einen Verlobungsring sucht, kauft kein Stück von der Stange, sondern setzt sich mit der Person zusammen, die es später auch schmiedet.

Das Atelier liegt an der Hauptstrasse 60 in 9476 Weite, einem Weiler der Gemeinde Wartau. Wartau gehört zur Region Werdenberg, im südöstlichsten Zipfel des Kantons St. Gallen, im Rheintal zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der Grenze zu Graubünden. Das Impressum bestätigt den Kanton unmissverständlich: Der Handelsregistereintrag läuft über das Handelsregisteramt Kanton St. Gallen. Wer aus der Stadt St. Gallen, aus dem Rheintal oder aus dem Grossraum Zürich anreist, plant damit einen eigenständigen Ausflug ins Werdenberg ein, nicht einen kurzen Abstecher ins nächste Quartier. Geöffnet ist Dienstag bis Freitag von 9:30 bis 12:30 Uhr und von 13:30 bis 18:00 Uhr, samstags von 9:00 bis 16:00 Uhr. Wer für eine Beratung anreist, sollte den Termin in dieses Fenster legen, denn ausserhalb davon steht die Werkstatt leer.

Warum ausgerechnet Weite? Nicht wegen einer alten Goldschmiedetradition am Ort, das räumt die Seite selbst ein. Shirin Doppler hat ihre Goldschmiedelehre in Schaffhausen absolviert, einem der anderen Kantone, die diese Rubrik neben St. Gallen mit abdeckt, und danach 7 Jahre lang in verschiedenen Ateliers im Raum Zürich gearbeitet. Erst „durch die Liebe" zog sie ins Werdenberg und eröffnete dort am 4. November 2023 ihr eigenes Atelier. Das ist kein Standort, den ein historisches Goldschmiedequartier vorgegeben hat, sondern ein privat gewählter, was diese Adresse von den etablierten Häusern an der Zürcher Bahnhofstrasse oder in der St. Galler Altstadt unterscheidet: kleiner, jünger, persönlicher, dafür ohne die Auswahl an sofort verfügbarer Ware, die ein grösseres Geschäft führt.

Was man hier bekommt

Auf der Verlobungsringe-Seite formuliert Doppler ihren Ansatz so: „Jeder Verlobungsring soll so einzigartig sein wie die Liebe zwischen zwei Menschen." Wer schon eine klare Vorstellung hat oder noch sucht, wird Schritt für Schritt beraten, das Design entsteht im Gespräch. Gezeigt werden aktuelle Damen- und Verlobungsringe in Roségold, Weissgold, Gelbgold und Rotgold, gefasst mit Brillanten, einem Saphir, Turmalinen, Citrin, Topas oder mitgebrachten Kundensteinen. Über ihre Berufslaufbahn hinweg hat Doppler neben den gängigen Edelmetallen auch mit Holz, Carbon und Damaszener Stahl gearbeitet. Ihre bevorzugte Technik ist jedoch Mokume Gane, ein japanisches Verfahren, bei dem verschiedene Edelmetalle in Schichten aufeinandergelegt und anschliessend lange geschmiedet werden, bis eine holzmaserungsartige Zeichnung im Metall sichtbar wird. Im aktuellen Sortiment findet sich dafür etwa ein Verlobungsring aus Gelbgold 750, Palladium 500 und Silber 925 mit einem Saphir, ebenso ein Ring aus Gelbgold 750 und Palladium 500 mit einem champagnerfarbenen Brillanten. Für ein Metier, das sich in dieser Rubrik sonst meist auf klassisches Gelb-, Weiss- oder Rotgold beschränkt, ist das eine sichtbare Nische.

Der Designprozess selbst wird auf der Seite nicht mit einem festen Ablaufplan beschrieben, sondern als offenes Gespräch: „Wir werden gemeinsam herausfinden, wie Dein idealer Verlobungsring aussehen wird." Wer schon weiss, welches Metall und welcher Stein es sein sollen, bringt das mit, wer noch unsicher ist, wird laut eigener Darstellung Schritt für Schritt begleitet, bis aus der Idee eine Skizze und aus der Skizze ein Ring wird.

Nachhaltigkeit

Doppler beschreibt ihr Atelier selbst als „kleine, frisch eröffnete Goldschmiede" und verarbeitet vorwiegend Gold mit dem Fairtrade-Max-Havelaar-Label. Laut der eigenen Nachhaltigkeitsseite stammt dieses Gold aus peruanischem Bergbau, der nach eigener Angabe ethischen Standards und Umweltauflagen entspricht, und die unabhängige Zertifizierungsstelle FLOCERT prüft die Partner in der Lieferkette entsprechend. Die eigene FLO-ID lautet 47933. Edelsteine will sie mit „geprüfter Herkunft" einfassen, ohne dass die Seite dafür ein eigenes Zertifikat oder Prüfsiegel nennt, dieser Punkt bleibt also eine Selbstauskunft und nicht mehr. Für ein Paar, dem die Herkunft des Metalls beim Verlobungsring wichtig ist, ist das trotzdem ein klar kommuniziertes Argument, das nicht jede Goldschmiede in dieser Rubrik führt.

Atelier und Workshops

Das Atelier selbst beschreibt Doppler als klein und mit Bedacht eingerichtet, „vom klassischen Amboss bis zur Gravurlasermaschine". Am Beratungstisch entstehen die ersten Skizzen, danach wird das individuelle Design gemeinsam festgelegt. Insgesamt sind 5 vollwertige Goldschmiedeplätze eingerichtet, die laut eigener Aussage vor allem für Eheringworkshops und weitere Schmiedekurse genutzt werden, dazu eine kleine Lounge für Kaffee oder Tee. Für ein Paar, das seine Ringe nicht nur kaufen, sondern selbst mitschmieden will, ist das ein konkretes Angebot, das viele Goldschmieden in dieser Rubrik so nicht führen. Als Beispiel für diese Kursschiene läuft im Programm ein Silberschmiedekurs am 29.8.2026 von 09:00 bis 13:00 Uhr, für CHF 180 pro Person bei 4 Teilnehmenden, inklusive Silber, Brunch und Mehrwertsteuer. Das ist zwar kein Eheringworkshop, zeigt aber, wie die fünf Werkbänke im Alltag ausserhalb reiner Verkaufsberatung genutzt werden.

Zwei Stimmen auf der Startseite geben einen Eindruck vom Ergebnis dieser Arbeitsweise. Zu einem Wappenring schreibt ein Kunde namens Franz: „Der Wappenring wurde genau nach meinen Wünschen gefertigt. Es ist ein edles Schmuckstück entstanden, das viele Blicke auf sich zieht." Ein Paar namens Rahel und Samuel beschreibt einen ihrer Kurse so: „Ein unvergesslicher Workshop bei toller und persönlicher Atmosphäre." Beide Stimmen sind unabhängig davon zu lesen, dass es sich um Eigenzitate auf der Betreiberseite handelt und nicht um eine unabhängige Bewertungsplattform, sie bestätigen aber zumindest, dass sowohl Einzelanfertigungen als auch die Kurse tatsächlich stattfinden und nicht nur angekündigt sind.

Erreichbar ist das Atelier telefonisch unter +41 79 899 94 94 sowie per E-Mail an info@goldschmiede-doppler.ch, dazu führt die Seite eigene Profile auf Facebook, Instagram, LinkedIn und Pinterest. Ein Termin lässt sich über die eigene Buchungsseite direkt online reservieren, was für ein Ein-Personen-Atelier mit festen Öffnungszeiten praktisch ist, weil eine Anreise ins Werdenberg ohne bestätigten Termin sonst leicht ins Leere läuft.

Einordnung und für wen es sich lohnt

Verglichen mit den grossen Häusern, die diese Rubrik sonst für den Kanton St. Gallen und die Nachbarkantone auflistet, ist Doppler klar die kleinere, jüngere Adresse: kein Ladenlokal mit Schaufenster, keine zweite Filiale, kein jahrzehntelanges Sortiment an Lager, sondern eine einzelne Handwerkerin, die seit 2023 in eigener Werkstatt arbeitet. Wer einen fertigen Ring vom Regal sucht, ist bei einem grösseren Geschäft mit breiterer Auslage besser bedient. Wer dagegen bereit ist, für einen individuell entworfenen Verlobungsring ins Werdenberg zu fahren, mit einer Goldschmiedin zu sprechen, die selbst noch am Amboss steht, und der Idee eines fair gehandelten Goldes und einer ungewöhnlichen Technik wie Mokume Gane etwas abgewinnen kann, findet hier eine Adresse, die sich bewusst von den städtischen Ateliers absetzt. Die feste Öffnungszeit ausserhalb der Ferien und die Terminvereinbarung für eine Beratung sind der Preis für diese Persönlichkeit, kein Nachteil, den man verschweigen müsste, aber eine Reise, die man einplanen sollte, bevor man losfährt. Für Paare aus dem Rheintal, aus Sarganserland oder aus dem angrenzenden Fürstentum Liechtenstein liegt diese Adresse ohnehin näher als jedes Zürcher Traditionshaus, für alle anderen ist sie eine bewusste Wahl für ein individuelles Stück statt für die kürzeste Anfahrt.

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