Liliflo

Route de Bâle 33, 2800 Delémont · seit 2018

Zum Bewerten auf einen Stern tippen

Liliflo ist kein klassisches Goldschmiedeatelier mit jahrzehntealter Ladentheke, sondern eine junge Jurassier Marke, die Schmuck als Baukasten denkt und ihn in einer eigenen Atelier-Boutique an der Route de Bâle in Delémont verkauft. Wer dort einen Verlobungsring bestellt, kauft nicht nur einen Ring, sondern ein System aus austauschbaren Elementen, entwickelt und gefertigt im eigenen Betrieb, keine paar Schritte vom Bahnhof entfernt.

Eine Atelier-Boutique in Delémont

Der Laden liegt an der Route de Bâle 33 in Delémont, geöffnet Dienstag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 12.30 Uhr. Auf der Strecke via Moutier verkehren die Fernverkehrszüge nach Basel und Biel im Halbstundentakt, ein Vorteil für Kundschaft, die den Ring nicht online reservieren, sondern im persönlichen Termin direkt anprobieren will.

Gefertigt wird nicht am Verkaufsort selbst, sondern im hauseigenen Bijouterie-Atelier im nahen Courtételle, wenige Kilometer von Delémont entfernt. Rechtlich firmiert Liliflo als PLVS Sàrl mit Sitz an der Rue de l'Eglise 7 in Courtételle. Gegründet wurde die Marke 2018 von Anne-Laure und Francis Schwab zusammen mit ihren Söhnen Louis und Victor, mit den Wurzeln im Schweizer Jura, wo die Familie bis heute produziert und verkauft, kein zugekauftes Label mit angemietetem Showroom.

Das Baukastenprinzip

Das Kernstück jedes Liliflo-Schmuckstücks ist das patentierte Steckverschlusssystem HARPOON. Elemente wie Ring, Halbedelstein-Fassung, Perle oder Muranoglas-Anhänger lassen sich in einer Handbewegung zusammenstecken und wieder trennen. Laut Hersteller hält der Verschluss Kräften stand, die vier Mal über den üblichen Schmuckstandards liegen, und erlaubt eine Drehung um 360 Grad, ohne sich zu lösen. Für ein Verlobungsstück heisst das: Wer will, kombiniert die Fassung später mit einem anderen Stein oder wechselt das Motiv, statt einen einmal gekauften Ring für immer im gleichen Design zu tragen.

Die Verlobungsringe

Die Verlobungskollektion selbst wird laut Liliflo von Hand in der Schweiz gefertigt, aus 18-karätigem recyceltem Gold, zertifiziert durch den Responsible Jewellery Council in London. Zur Auswahl stehen unter anderem Solitäre wie der "Solitaire Evidence M" ab 1550 Franken, mit und ohne Pavé-Fassung ("Solitaires pavés" als eigene Untergruppe), sowie floral gehaltene Modelle wie die "Bague Marguerite" ab 2910 Franken und die verwandte "Bague Printemps". Beide genannten Preise verstehen sich als Einstiegspreise für das jeweilige Modell, weiterführende Ausführungen mit grösseren Steinen liegen darüber. Wer nach der Verlobung weiterplant, findet im selben Sortiment auch klassische und diamantbesetzte Trauringe, sodass sich Ring und spätere Allianz beim gleichen Betrieb bestellen lassen, in derselben Fassungssprache.

Der Aufbau der Kollektion folgt dabei demselben Baukastengedanken wie das übrige Liliflo-Sortiment: Fassung und Stein sind zwei getrennt wählbare Elemente, keine untrennbare Einheit wie bei einem klassisch gegossenen Solitär. Für ein Verlobungsstück ist das ein Kompromiss mit Vorteil und Nachteil zugleich. Der Vorteil: Wer sich beim Antrag nicht auf einen Steinschliff festlegen will, kann die Fassung zunächst mit einem kleineren Stein tragen und später aufrüsten. Der Nachteil: Wer die klassische, in eine Form gegossene Symbolik eines einzigen, nie mehr veränderten Rings sucht, bekommt sie bei einem Baukastensystem nicht in gleicher Form.

Garantie und Service

Auf Fabrikationsfehler gewährt Liliflo 2 Jahre Garantie, auf farbige PVD-Beschichtungen 1 Jahr. Wird ein Mangel als Herstellungsfehler anerkannt, übernimmt der Betrieb die Reparatur innert 21 Tagen kostenlos. Die Garantie erlischt allerdings, sobald ein Stück in einer fremden Werkstatt bearbeitet wurde, ein Punkt, den Käuferinnen und Käufer aus anderen Kantonen im Hinterkopf behalten sollten, wenn eine spätere Anpassung ansteht: Sie führt am besten wieder nach Delémont oder in eine der anderen Liliflo-Adressen. Diese 2 Jahre decken sich mit der gesetzlichen Gewährleistungsfrist nach Obligationenrecht, Liliflo verspricht aber ausdrücklich auch danach Reparaturen, solange ein Modell im Sortiment bleibt.

Warum der Weg in den Jura sich lohnt

Neben Delémont führt Liliflo eine zweite eigene Boutique an der Rue des Côtes-de-Montbenon 5 in Lausanne, dazu nach eigenen Angaben ein Netz von Partnerboutiquen in anderen Landesteilen. Für eine Kundin aus Zürich oder Bern ist das ein Unterschied zu einem reinen Onlinehändler: Wer die Fassung vor dem Kauf in der Hand halten will, kann das auch ohne Anreise in den Jura in Lausanne tun. Der eigentliche Reiz eines Besuchs in Delémont liegt aber woanders. Anders als an der Zürcher Bahnhofstrasse oder in der Genfer Rue du Rhône, wo grosse internationale Häuser und Auktionsnamen den Ton angeben, verkauft hier die Familie, die den Ring auch entworfen hat, in einem Laden, der zugleich Schaufenster für ein selbst entwickeltes Verschlusssystem ist. Wer die Herstellung eines Baukastenrings verstehen will, findet dafür in kaum einer anderen Schweizer Region eine Adresse mit derart kurzem Weg zwischen Entwurf, Werkstatt und Ladentisch.

Wie sich das Angebot einordnet

Liliflo ist kein Ort für ein klassisches, in eine Fassung gegossenes Solitär-Erlebnis, sondern für Paare, die Schmuck als veränderbares System verstehen wollen. Das ist zugleich Stärke und Grenze: Wer sich auf einen Ring festlegen will, der nie wieder verändert wird, bekommt bei einem traditionellen Goldschmied ein persönlicheres Beratungsgespräch über eine einmalige Anfertigung. Wer dagegen offen ist für ein System, das sich über Jahre mit neuen Elementen kombinieren lässt, findet bei Liliflo ein Konzept, das kein anderer Betrieb im Kanton Jura in dieser Form anbietet, verankert in einer Atelier-Boutique, die sich auch ausserhalb eines Ringkaufs einen Zwischenstopp lohnt.

Wer den Weg hierher machen sollte

Für Paare aus dem Jura selbst ist Liliflo ohnehin die naheliegende Adresse. Für alle anderen ist der Ausschlag eher das Baukastenprinzip als die Distanz: Weil Liliflo neben Delémont eine zweite Boutique in Lausanne sowie Partnerboutiquen in anderen Landesteilen führt und die Kollektion vollständig online zeigt, muss niemand eigens in den Jura reisen, um das Verschlusssystem zu sehen. Wer den Halbstundentakt nach Basel und Biel ohnehin nutzt, kann den Ringkauf mit einem Besuch im Ursprungsatelier verbinden und bei Bedarf später in der Lausanner Boutique nachfassen, ohne noch einmal den ganzen Weg in den Jura zu machen.

Wer sich vorab entscheiden will, ob sich die Reise überhaupt lohnt, kann die Kollektion online durchsehen und dann gezielt für die Anprobe nach Delémont oder Lausanne fahren, statt den ganzen Auswahlprozess erst vor Ort zu beginnen. Für ein Verlobungsgeschenk mit Überraschungsmoment ist das praktisch: Die Fassung lässt sich vorab online reservieren, während der eigentliche Antrag längst geplant ist, und der spätere Werkstattbesuch in Delémont oder Lausanne dient dann nur noch der Anpassung oder dem Austausch einzelner Elemente, nicht der Grundsatzentscheidung. Genau dieses Zusammenspiel aus digitaler Vorauswahl und physischem Atelier macht Liliflo zu einem Betrieb, der sich für Käuferinnen und Käufer aus jedem Kanton eignet, nicht nur für die Kundschaft aus dem Jura selbst.

Mehr aus Neuenburg und Jura

Alle ansehen