Bijoux Marielle Girardin
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Marielle Girardin führt ihr Atelier in Les Geneveys-sur-Coffrane, einem Dorf im Val-de-Ruz zwischen Neuenburg und La Chaux-de-Fonds. Auf der eigenen Website tritt der Betrieb durchgehend als "Bijoux Marielle Girardin, La Chaux-de-Fonds" auf, sämtliche Bildunterschriften der Galerie tragen diesen Zusatz. Die im Impressum und auf der Kontaktseite genannte Adresse lautet jedoch Rue du Crêt 1, 2206 Les Geneveys-sur-Coffrane. Wer das Atelier sucht, findet es also nicht in der Stadt selbst, sondern auf halbem Weg dorthin, mitten in jener Region, die der Schweizer Uhren- und Schmuckbranche über Jahrzehnte ihren Namen gegeben hat. La Chaux-de-Fonds und das benachbarte Le Locle stehen als Zeugnis einer auf die Uhrenindustrie ausgerichteten Stadtplanung auf der UNESCO-Welterbeliste, und die Goldschmiedetradition des Neuenburger Juras reicht bis in diese Werkstätten zurück. In diesem Umfeld arbeitet Girardin nicht als Teil eines grösseren Hauses, sondern als Einzelgoldschmiedin, die auf ihrer Website konsequent in der Ich-Form von "meinem Atelier" spricht und jedes Stück selbst entwirft und anfertigt, ohne Zwischenhandel oder Verkaufspersonal dazwischen.
Das Angebot ist klar umrissen: Girardin fertigt Alliances (Trauringe), Bagues de fiançailles (Verlobungsringe) und weiteren Schmuck nach den Wünschen der Kundschaft. Auf der Startseite formuliert sie es so: Sie confectionne "alliances, des bagues de fiançailles et des bijoux selon vos goûts", und weiter: "Alliances et bijoux 100% sur-mesure." Es gibt kein Katalogsortiment mit festen Modellen, aus dem man auswählt, sondern jedes Stück entsteht im persönlichen Gespräch. Auf der Trauring-Seite steht dazu: "Alliances réalisées 100% sur-mesure" und "Caque modèle est unique comme vous" (die eigentümliche Schreibweise stammt von der Website selbst). Verarbeitet werden nach eigener Angabe "des métaux précieux écologiques", also Edelmetalle aus nachhaltiger oder recycelter Herkunft, ein Punkt, den Girardin auch in den Bildunterschriften ihrer Alliance-Kollektion mit dem Begriff "Or écologique" unterstreicht.
Wie ein Auftrag abläuft
Die Konseils-Seite beschreibt den Ablauf in sechs Schritten. Am Anfang steht ein "Premier rendez-vous pour la création d'un bijou personnalisé", ein Ersttermin, an dem Wünsche und Vorstellungen besprochen werden. Auf Wunsch folgen "Prototypes en cires ou en argent", also Prototypen aus Wachs oder Silber, mit denen sich die Form vor der eigentlichen Fertigung überprüfen lässt. Danach erstellt Girardin eine "Offre", ein Kostenvoranschlag. Erst nach dessen Bestätigung beginnt die "Validation de l'offre - réalisation du bijou en métal précieux", also die Fertigung im Edelmetall. Es folgen "Essayages", Anproben, bei denen Form und Grösse an die Kundschaft angepasst werden, und zuletzt die "Finalisation de la création et Livraison", also letzte Details wie Gravuren oder Steinbesatz und die Übergabe.
Zum Ersttermin macht die Preis-Seite eine konkrete Angabe: "Pour le 1er rdv, il faut prévoir environ 2 heures durant lesquelles nous allons voir ensemble chaque détails de vos créations", und dieser Termin kostet 150 Franken, die bei einer späteren Bestellung an den Kostenvoranschlag angerechnet werden ("Ce rdv est 150.- et déductible de l'offre"). Wer nur unverbindlich Ideen sammeln will, zahlt also trotzdem etwas, bekommt es aber zurückerstattet, sobald daraus ein Auftrag wird.
Bei den Trauringen nennt die Website auch Richtpreise für ein Paar Ringe, gestaffelt nach Material: Silber 925 kostet zwischen 800 und 1500 Franken, Gold 750 zwischen 3600 und 5600 Franken, und Platin 950 zwischen 3600 und 5800 Franken. Ein Hinweis auf der Seite datiert diese Angaben auf Januar 2026 und weist darauf hin, dass der Goldpreis seither gestiegen sei: "Mise à jour des prix janvier 2026. Le cours de l'or étant en hausse, vous pouvez me contacter pour avoir une idée des prix actuels." Wer heute anfragt, sollte also mit etwas höheren Beträgen rechnen als den publizierten Richtwerten, gerade beim Gold- und Platinpaar.
Was die Kollektion umfasst
Für Trauringe gliedert Girardin ihre Arbeiten in mehrere Stilrichtungen: bicolore (zweifarbig), classique, décor gravé (gravierte Muster), diamants et pierres (mit Diamanten oder Farbsteinen besetzt), empreintes digitales (Ringe mit eingearbeitetem Fingerabdruck), montagnes (an Bergsilhouetten angelehnt), nature und textures. Über die Verlobungsringe selbst schreibt sie kürzer, aber ebenso eindeutig: "Profitez de précieux conseils pour créer votre bague de fiançailles 100% sur mesure! Elle sera unique comme votre histoire d'amour!" Ein "magnifique choix de diamants et de pierres précieuses" steht zur Auswahl, und laut derselben Seite sind auch "Quelques créations uniques" bereits fertig und sofort verfügbar, für alle, die kein vollständig neues Design, sondern ein bestehendes Einzelstück suchen.
Neben Ringen fertigt Girardin auch Ohrringe (Boucles d'oreilles), Manschettenknöpfe (Boutons de manchette), Armbänder (Bracelets), Anhänger (Pendentifs) und sogenannte "Portrait"-Schmuckstücke, die Website führt diese Kategorien in der Hauptnavigation gleichrangig neben den Trauringen und Verlobungsringen. Zusätzlich bietet sie "Ateliers de bijouterie en petit groupe" an, Goldschmiede-Workshops für kleine Gruppen, ausdrücklich auch für einen Junggesellinnenabschied ("EVJF") oder mit Familie und Freundinnen. Das erweitert das Angebot über die reine Auftragsfertigung hinaus zu einem Erlebnis, das sich als Ausflugsziel eignet, gerade für Gruppen, die von ausserhalb der Region anreisen.
Einordnung für die nationale Suche
Wer im Grossraum Zürich, Bern oder Basel nach einem Verlobungsring sucht, findet dort grössere Auswahl an Fachgeschäften. Der Reiz einer Werkstatt wie dieser liegt woanders: in der direkten, persönlichen Betreuung durch die Goldschmiedin selbst, ohne Zwischenhandel, und in der geografischen Nähe zu La Chaux-de-Fonds, dem Ort, mit dem sich der Betrieb in seiner eigenen Bildsprache verbindet. Für Schweizer Käuferinnen und Käufer, die ohnehin in die Uhren- und Schmuckregion des Juras reisen, etwa um Ateliers oder das dortige Uhrenmuseum zu besichtigen, lässt sich ein Beratungstermin bei Girardin gut in denselben Tag legen. Für alle anderen bedeutet es eine gezielte Anreise, die sich am ehesten lohnt, wenn ein wirklich individuelles Stück gewünscht ist und nicht ein Ring von der Stange.
Ein Wermutstropfen: Öffnungszeiten oder ein Ladenlokal zum Vorbeischauen ohne Termin nennt die Website nicht, der gesamte Kontakt läuft über Telefon oder E-Mail und führt zu einem vereinbarten Termin im Atelier. Das ist bei einer Einzelgoldschmiedin mit persönlicher Betreuung nachvollziehbar, bedeutet aber, dass sich ein Besuch nicht spontan einplanen lässt. Auch zu Garantie- oder Rückgabebedingungen äussert sich die Website nicht, wer das klären möchte, sollte es beim Ersttermin direkt ansprechen.
Für Paare, die einen Trauring oder Verlobungsring wirklich von Grund auf mitgestalten wollen und dafür eine Anfahrt in den Neuenburger Jura in Kauf nehmen, ist Bijoux Marielle Girardin eine der wenigen Adressen in der Schweiz, die den gesamten Weg von der ersten Skizze bis zur Übergabe aus einer Hand anbietet, mit klar kommunizierten Richtpreisen und einem nachvollziehbaren, mehrstufigen Ablauf.