Punctum Aureum
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Wer in der Berner Altstadt unter den Lauben spazieren geht und am Münsterplatz ankommt, steht direkt vor der Adresse von Punctum Aureum. Das Atelier liegt in einem Gebäude aus der Spätgotik, an der wohl bekanntesten Ecke der Stadt, gleich neben dem Berner Münster. Für ein Paar, das seinen Verlobungsring nicht online konfigurieren, sondern bei Menschen bestellen will, die am Werktisch sitzen, ist das eine Lage, die schon vor dem ersten Gespräch etwas verspricht: Handwerk, keine Filiale.
Fünf Goldschmiedinnen unter einem Dach
Punctum Aureum wird von fünf Goldschmiedinnen geführt, die auf der Website ausdrücklich als Team auftreten: Claudia Neuburger, Ursina Neuenschwander, Barbara Schmid Koch, Luzia Tschumi und Svenja Bölsterli. Claudia Neuburger ist Goldschmiedemeisterin und Geschäftsinhaberin, zuständig für Kundenberatung, Entwurf und Anfertigung, zusätzlich Ausbildnerin und Prüfungsexpertin bei der Qualifikationsprüfung für Goldschmiede. Die übrigen vier tragen den Abschluss Goldschmiedin EFZ, also die reguläre eidgenössische Berufslehre im Fach. Das ist eine ungewöhnliche Teamgrösse für ein Atelier dieser Art: keine Einzelperson, die alles allein macht, aber auch kein Grossbetrieb, sondern eine Werkstatt, in der mehrere ausgebildete Fachkräfte gemeinsam an der Werkbank stehen.
Claudia Neuburger beschreibt ihre eigene Erfahrung auf der Website so: Auch nach mehr als 30 Jahren am Werkbrett liessen naturfarbene Diamanten, Turmaline, Spinelle und Perlen ihr Herz höherschlagen. Eine konkrete Jahreszahl für die Gründung des Ateliers nennt die Website nirgends, auch keine Vorgeschichte, wo sie zuvor gearbeitet hat. Wer diese Details braucht, muss vor Ort nachfragen.
Was im Atelier entsteht
Das Sortiment deckt die klassischen Schmuckkategorien ab: Ringe, Trauringe, Verlobungsringe, Armschmuck, Halsschmuck, Ohrschmuck und, als Besonderheit, Carbonschmuck. Verarbeitet werden laut eigener Angabe Gold, Platin, Palladium, Silber, moderne Verbundwerkstoffe und Naturmaterialien, gefertigt in sorgfältiger Handarbeit, fair und nachhaltig, so die Formulierung auf der Atelier-Seite. Für Verlobungsringe zeigt die Website eine Galerie mit Ringen in Brillant, Saphir, Aquamarin und weiteren Farbsteinen zur Inspiration. Konkrete Angaben zu Preisen, Lieferzeiten oder zum genauen Ablauf einer Anfertigung macht die Seite dort nicht, das bleibt dem persönlichen Gespräch vorbehalten. Wer eine Idee mitbringt, wird eingeladen, sie zu erzählen: "Erzählen Sie uns vom Schmuckstück Ihrer Träume", heisst es auf der Atelier-Seite, ein Einstieg, der zu einem Betrieb passt, der auf Mass statt auf Katalogware setzt.
Neben Neuanfertigungen bietet Punctum Aureum auch Umgestaltung und Reparatur an. Bei der Umgestaltung geht es ausdrücklich um Erbschmuck, der zu Lieblingsschmuck werden soll: "Vom Erbschmuck zum Lieblingsschmuck", formuliert es die Website, und wer möchte, kann Altgold auch verkaufen, schätzen lassen oder als Gutschrift für ein neues Stück einsetzen. Bei Reparaturen wird ausdrücklich auch antiker Schmuck erwähnt, den das Atelier fachgerecht und mit kunstgeschichtlichem Sachverstand instand setzt, ebenso kleinere Arbeiten wie das Anpassen einer Ringgrösse oder das Kürzen eines Colliers. Für ein Verlobungsring-Atelier ist das ein sinnvolles Nebengeschäft: Wer heute einen neuen Ring bestellt, bringt später vielleicht ein geerbtes Stück zur Umarbeitung vorbei, ohne den Anbieter wechseln zu müssen.
Zwei Zertifikate als Orientierung
Auf der Startseite verweist Punctum Aureum auf zwei Zertifikate: den Ethik Codex der Schweizer Uhren- und Schmuckbranche sowie ein Oekogold-Zertifikat aus dem Jahr 2026. Beides sind Selbstverpflichtungen der Branche zu ethischer Beschaffung und fairem Gold, keine staatliche Prüfsiegel, aber ein Hinweis darauf, dass sich das Atelier aktiv zu diesen Themen positioniert, statt sie unerwähnt zu lassen. Wer beim Verlobungsring Wert auf die Herkunft des Materials legt, findet hier zumindest einen Anhaltspunkt, den man vor Ort vertiefen kann.
Warum Bern und nicht eine andere Stadt
Die Berner Altstadt ist seit Jahrhunderten ein Handwerksquartier, die Lauben unter den Häuserzeilen gaben Werkstätten und kleinen Läden schon lange vor dem Tourismus Schutz vor Wetter und Platz für Auslagen. Diese Struktur, kleinteilige Gebäude auf engem Raum, hat sich bis heute gehalten und begünstigt genau das Format, in dem Punctum Aureum arbeitet: ein eigenständiges Atelier statt eine Filiale in einer grossen Einkaufspassage. Das unterscheidet die Lage deutlich von der Zürcher Bahnhofstrasse, wo etablierte Häuser mit internationalen Marken und grossen Schaufenstern um Laufkundschaft konkurrieren. Am Münsterplatz kommt man dagegen gezielt vorbei, oft zu Fuss von der Kramgasse oder der Gerechtigkeitsgasse her, mitten durch die historische Altstadt, die zum Weltkulturerbe zählt.
Für Kundschaft aus anderen Kantonen, auch aus dem Kanton Freiburg, den diese Kategorie mitabdeckt, bedeutet das: Ein Termin in Bern ist kein Umweg in ein Gewerbegebiet, sondern ein Spaziergang durch eine der besterhaltenen Altstädte des Landes, mit dem Bundeshaus, dem Zytglogge und dem Münster gleich in der Nähe. Wer ohnehin einen Ausflug nach Bern plant, kann die Beratung beim Goldschmied problemlos mit einem Stadtbummel verbinden, ein Vorteil, den ein Gewerbegebiet am Stadtrand nicht bietet.
Öffnungszeiten und Anreise
Das Ladengeschäft ist dienstags und freitags von 09.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, samstags von 10.00 bis 16.00 Uhr. Mittwoch und Donnerstag sind Werkstatttage, an denen das Atelier telefonisch statt im Laden erreichbar ist. Für eine Beratung während der Ladenöffnungszeiten wird ausdrücklich um eine Terminvereinbarung gebeten, damit sich das Team dem Anliegen ausführlich widmen kann. Wer anrufen will, erreicht das Atelier unter +41 31 311 11 37 oder per E-Mail an info@punctum-aureum.ch. Eine zweite Adresse oder Filiale ausserhalb von Bern ist auf der Website nirgends erwähnt, es handelt sich um einen einzigen Standort mitten in der Altstadt.
Einzelstück statt Konfigurator
Wer einen Verlobungsring von der Stange sucht, findet auf der Website vor allem eine Galerie zur Inspiration und keine Konfigurationsmaske mit Sofortpreis, dazu passt eher ein Anbieter mit Online-Bestellprozess. Wer dagegen ein Einzelstück will, das ein Team aus fünf ausgebildeten Goldschmiedinnen direkt am Münsterplatz fertigt, und wer die Reise nach Bern ohnehin nicht scheut, findet hier eine der zentralsten und am eindeutigsten von der Lage geprägten Adressen im ganzen Land. Der grösste Wermutstropfen ist die spärliche Information zu Preisen und Ablauf auf der Website selbst, das lässt sich aber im persönlichen Gespräch klären, dem das Atelier mit seiner Terminpflicht ohnehin den Vorzug gibt.
Auch die eingeschränkten Öffnungszeiten sind ein Punkt, den man einplanen sollte: Wer spontan an einem Mittwoch oder Donnerstag vorbeischauen möchte, findet den Laden geschlossen, weil das Team an diesen Tagen in der Werkstatt statt am Empfang steht. Wer die Anreise ohnehin auf einen Dienstag, Freitag oder Samstag legt, umgeht das Problem ganz einfach. Für alle, die auf der Suche nach einem Verlobungsring auch die Möglichkeit für Reparaturen und spätere Umarbeitung an derselben Adresse schätzen, ist Punctum Aureum eine der Adressen, die einen Ausflug in die Bundesstadt wert sind, gerade weil man mit einem einzigen Besuch am Münsterplatz gleich beides erledigen kann: den Ring bestellen und die Altstadt erleben, für die Bern national bekannt ist.