Atelier CU

Gerechtigkeitsgasse 13, 3011 Bern

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Atelier CU liegt an der Gerechtigkeitsgasse 13 in Bern, mitten in der Altstadt und unter einer der Lauben, die das Berner Strassenbild seit dem 15. Jahrhundert prägen. Das ist kein Zufall, sondern die Bühne, auf der Berner Goldschmiedehandwerk traditionell stattfindet: kleine, inhabergeführte Ateliers in den Lauben der Altstadt, nicht die grossen Schaufenster einer internationalen Handelsstrasse. Wer aus Zürich einen Vergleichspunkt sucht, findet an der Bahnhofstrasse die Häuser mit globaler Kundschaft und mehrstöckigen Verkaufsflächen; wer aus Genf kommt, kennt die auf den Grosshandel ausgerichteten Büros am Rhonebecken. Bern tickt anders: zwei Frauen, ein Ladenlokal, eine Werkbank im Hintergrund.

Zwei Goldschmiedinnen, ein Betrieb

Atelier CU GmbH ist ein Goldschmiedeatelier, kein Fachhändler mit fremd eingekaufter Ware. Geführt wird es von Corinne Hulliger und Ursula Rickli, die auf der Website als vertretungsberechtigte Personen der GmbH aufgeführt sind. Beide fertigen selbst: Neuanfertigungen nach Kundenwunsch, aber auch Reparaturen und Änderungen an bestehenden Stücken. Ein wiederkehrendes Thema auf der Seite ist die Arbeit mit dem eigenen Material der Kundschaft, altem Schmuck oder Gold, das eine zweite Geschichte bekommt, statt einer neu gekauften Fassung zu weichen. Das ist ein Ansatz, den man eher in einer kleinen Werkstatt findet als bei einem Haus, das primär fertige Kollektionen verkauft.

Die beiden Goldschmiedinnen beschreiben ihre Vorlieben auf der Seite selbst unterschiedlich, was für ein Zwei-Personen-Atelier ungewöhnlich offen ist. Corinne Hulliger mag barocke Formen, feine romantische Ringe und die Kombination verschiedener Materialien, und arbeitet nach eigener Aussage am liebsten mit dem alten Schmuck der Kundschaft. Ursula Rickli bevorzugt klare Formen, bei denen der Edelstein im Mittelpunkt steht, und fertigt am liebsten Edelsteincolliers in speziellen Farbkombinationen. Für Paare, die einen Verlobungsring bestellen, heisst das konkret: Es lohnt sich zu wissen, mit wem man spricht, weil beide Handschriften im Ergebnis sichtbar werden.

Die Ringgalerie

Auf der eigenen Verlobungsringe-Unterseite stellt Atelier CU die Grundfrage direkt: klassischer Solitär mit Brillant oder etwas, das eher zur Person passt, zum Beispiel ein farbiger Edelstein in einem speziellen Schliff. Die Galerie auf dieser Seite zeigt keine zwei Ringe mit derselben Steinwahl. Neben dem erwartbaren Weissgold- oder Gelbgoldring mit Brillant finden sich ein Ring in Gelbgold mit einem Rohspinell, einer mit champagnerfarbenem Brillanten, ein Solitär in Platin mit einem Smaragd, ein Ring in Rotgold mit einem Turmalin, ein Verlobungsring mit Aquamarin, einer in Roségold mit Imperialtopas und Diamanten, ein Ring in Gelbgold mit einem Naat-Brillanten (ein Diamant, der in seiner rohen Kristallform belassen wird, statt geschliffen zu werden) und, als deutlichster Ausreisser der Sammlung, ein Ring in Rotgold mit einem Meteoriten als Stein. Das ist eine Materialbreite, wie man sie bei einem Fachhändler mit standardisiertem Sortiment kaum findet, und sie liest sich als Beleg dafür, dass hier tatsächlich für einzelne Kundschaft gearbeitet wird statt aus einem Katalog verkauft.

Zur Ausstattung gehören daneben Trauringe, Halsschmuck, Ohrschmuck und Armschmuck, alle laut Website in Eigenfertigung. Zu Preisen, Lieferzeiten oder dem genauen Ablauf einer Auftragsarbeit macht die Website keine Angaben; wer eine Verlobungsringbestellung plant, klärt das im persönlichen Gespräch. Atelier CU bietet dafür eine unverbindliche Erstberatung an, zu der über die Website ein Termin vereinbart werden kann.

Wie es organisiert ist

Das Ladenlokal ist an vier Tagen pro Woche offen: Mittwoch bis Donnerstag von 10:30 bis 12:30 und von 14:00 bis 18:00 Uhr, Freitag und Samstag von 10:30 bis 16:00 Uhr durchgehend. Montag, Dienstag und Sonntag bleibt es geschlossen, ausserhalb der Öffnungszeiten sind Termine nach Vereinbarung möglich. Das sind Öffnungszeiten, wie sie zu einer Werkstatt passen, die einen Teil der Woche an der Werkbank statt am Verkaufstisch verbringt, nicht zu einem Geschäft mit durchgehenden Ladenöffnungszeiten. Ein zweites Standbein oder weitere Filialen sind auf der Website nicht ausgewiesen; alles deutet auf einen einzigen Standort an der Gerechtigkeitsgasse hin.

Wie es sich vergleicht

Der eigentliche Vergleichspunkt für dieses Atelier ist nicht die einzelne Vitrine, sondern die Frage, warum sich Goldschmiedehandwerk in dieser Form gerade in der Berner Altstadt hält. Die Lauben sind seit Jahrhunderten Ladenfläche mit Wohnraum darüber, ein Format, das kleine, spezialisierte Betriebe begünstigt und grossflächige Filialen eher ausschliesst. Anders als an der Zürcher Bahnhofstrasse, wo internationale Häuser mit entsprechender Fläche und Personal auftreten, oder in Genf, wo ein Teil des Handels auf den Grosshandel und die Uhrenmessen ausgerichtet ist, bleibt das Berner Modell klein und persönlich: Wer hier bestellt, bestellt bei der Person, die den Ring anschliessend auch fertigt.

Für Reisende aus anderen Kantonen liegt der Reiz genau darin. Wer für einen Verlobungsring eigens nach Bern kommt, kommt nicht wegen einer grossen Auswahl an der Vitrine, sondern wegen eines Gesprächs mit einer von zwei Personen, die das Stück selbst herstellen und dabei bereit sind, mit ungewöhnlichem Material wie einem Meteoriten oder einem Rohspinell zu arbeiten. Das ist ein anderes Einkaufserlebnis als der Blick durch ein Schaufenster an der Bahnhofstrasse.

Wem das Gespräch mehr wert ist als die Auswahl

Atelier CU passt zu Paaren, die einen Verlobungsring wollen, der nicht wie zehn andere aussieht, und die bereit sind, dafür ein persönliches Beratungsgespräch statt eines Vitrinenkaufs in Kauf zu nehmen. Wer eine sofort verfügbare, breite Kollektion mit fixen Preisen sucht, ist bei einem grösseren Fachhändler besser aufgehoben, weil Atelier CU genau diese Informationen online nicht offenlegt. Wer sich dagegen auf ein Gespräch mit der Goldschmiedin einlässt, die den Ring am Ende auch selbst fertigt, findet in der Gerechtigkeitsgasse eines der Ateliers, die das Berner Handwerk noch in seiner ursprünglichen, kleinen Form zeigen.

Wer bereits einen Ring oder altes Familiengold besitzt, hat hier zudem eine konkrete Option, die ein reiner Fachhändler selten anbietet: Corinne Hulliger beschreibt auf der Website ausdrücklich, dass sie am liebsten mit dem alten Schmuck der Kundschaft arbeitet und daraus ein neues Stück entstehen lässt, statt das alte Material einfach einzuschmelzen und zu verkaufen. Für ein Paar, das ein geerbtes Stück in einen Verlobungsring verwandeln möchte, ist das ein eigener Weg zum Termin, unabhängig davon, ob am Ende ein Solitär oder ein Ring mit einem Rohspinell oder einem Meteoritensplitter herauskommt.

Kurz zusammengefasst

Ein kleines, zweiköpfiges Goldschmiedeatelier unter den Berner Lauben, das Verlobungsringe von der klassischen Solitärform bis zum Ring mit Meteoritensplitter selbst fertigt, mit zwei Goldschmiedinnen, die auf der eigenen Website unterschiedliche gestalterische Vorlieben benennen, und mit begrenzten, aber verlässlich angegebenen Öffnungszeiten. Wer die Reise in die Berner Altstadt auf sich nimmt, bekommt dafür ein Stück, das tatsächlich vor Ort entsteht, nicht eines, das nur vor Ort verkauft wird.

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