Raspe Uhren und Schmuck

Bernstrasse 28, 3076 Worb · seit 1941

Zum Bewerten auf einen Stern tippen

Raspe Uhren und Schmuck sitzt nicht an der Berner Marktgasse, sondern eine RBS-Fahrt weiter draussen, an der Bernstrasse 28 in Worb. Der Betrieb nennt sich selbst seit 1941 an diesem Handwerk, mittlerweile in der 4. Generation, und führt bis heute ein eigenes Goldschmiedeatelier statt einer reinen Verkaufsfläche. Wer für den Trauring oder Verlobungsring einen Termin mit dem Goldschmied selbst sucht statt mit einer Verkaufsperson, findet genau das: Geschäftsführer Philipp Raspe, gelernter Goldschmied, berät nach eigener Darstellung persönlich, ohne Filiale und ohne Verkaufsdruck.

Worb statt Bern: Lage und Anfahrt

Worb ist keine Berner Aussenquartier, sondern eine eigene Gemeinde im Verwaltungskreis Bern-Mittelland und gilt als Agglomerationsgemeinde von Bern. Raspe selbst gibt auf der eigenen Seite an, dass Worb ab Bern mit Auto, S-Bahn oder RBS-Tram in rund 15 Minuten erreichbar sei, mit Parkplätzen direkt vor dem Geschäft. Nach eigener Aussage kommt die Kundschaft nicht nur aus Worb, sondern auch aus Bern, Konolfingen, Münsingen, Burgdorf und der ganzen Region Bern-Mittelland: Der Betrieb positioniert sich damit ausdrücklich als Adresse für die weitere Agglomeration, nicht nur für das eigene Dorf.

Vier Generationen an der Bernstrasse

Die eigene Firmengeschichte beschreibt Raspe als Traditionsbetrieb in der 4. Generation und als Familienunternehmen, das seit mehreren Generationen Uhren und Schmuck herstellt. Auf der Website steht "seit über 80 Jahren" für die Kundschaft da, was zur Jahreszahl 1941 im Seitentitel passt. Das unterscheidet den Betrieb von den Filialen internationaler Häuser an der Zürcher Bahnhofstrasse oder den Handelsbüros in Genf: Hier handelt es sich um einen einzelnen Standort, ein Atelier hinter dem Verkaufsraum, keine Kette. Auch gegenüber den kleinen, inhabergeführten Ateliers unter den Lauben der Berner Altstadt ist Worb ein eigener Fall, ein Dorfbetrieb statt eines Ladens in der Fussgängerzone, mit demselben Werkstattprinzip, aber ohne die Altstadtlage.

Was in der eigenen Werkstatt entsteht

Trauringe entstehen laut eigener Darstellung nicht in einer Fabrik, sondern im hauseigenen Atelier in Worb. Das Angebot listet die Website so: persönliche Beratung mit dem Goldschmied statt mit einer Verkaufsperson, eine eigene Werkstatt vor Ort, mehrere Materialien (Gelbgold, Weissgold, Roségold, Platin, Titan), individuelle Gestaltung von schlicht bis aufwendig gefasst, Steine und Diamanten nach Wunsch, Gravuren mit Initialen, Datum oder persönlicher Botschaft, sowie faire Preise ohne Mindestbestellwert. Verlobungsringe fertigt der Betrieb nach eigener Aussage nach denselben Prinzipien wie Trauringe, ebenfalls im eigenen Atelier.

Der Ablauf: von der Beratung zum fertigen Ring

Die Website beschreibt den Prozess in fünf Schritten. Zuerst ein kostenloses, unverbindliches Erstgespräch, bei dem Paare Musterringe in verschiedenen Materialien, Profilen und Oberflächen anprobieren. Danach die Wahl von Material und Design, inklusive Oberflächen wie matt, poliert oder gehämmert. Im dritten Schritt nimmt der Betrieb die Ringgrösse ab und erstellt eine Offerte mit Materialkosten und Arbeitsaufwand. Die eigentliche Anfertigung dauert je nach Modell und Auslastung etwa 4 bis 8 Wochen, danach folgt die persönliche Übergabe, bei der eine falsche Passform kostenlos angepasst wird und Gravuren direkt vor Ort entstehen. Einen Termin braucht es für den Besuch selbst nicht, für eine ausführliche Beratung empfiehlt der Betrieb aber einen kurzen Anruf vorab, damit Zeit reserviert und Musterringe bereitgelegt werden können.

Materialien und altes Gold

Zur Auswahl stehen Gelbgold, Weissgold, Roségold, Platin und Titan, auf Wunsch auch als Kombination, etwa Weissgold mit einem Element aus Roségold. Titan führt die Website ausdrücklich als leicht, hypoallergen und für aktive Trägerinnen und Träger geeignet, Platin dagegen als besonders widerstandsfähig und hypoallergen mit der höchsten Qualitätsstufe im eigenen Sortiment. Wer eigenes Gold besitzt, etwa ein Erbstück, kann es nach eigener Aussage des Betriebs mitbringen und in die neuen Ringe einfliessen lassen, was die Materialkosten senkt und dem Ring zugleich einen emotionalen Wert mitgibt, den ein rein neu gekauftes Material nicht hat. Zur Preislage macht die Website nur eine grobe Angabe: schlichte Goldringe ohne Steine seien ab wenigen hundert Franken pro Ring erhältlich, aufwendigere Modelle mit Diamanten könnten deutlich höher liegen, eine genaue Zahl gibt es erst mit der Offerte aus der Erstberatung.

Öffnungszeiten und Erreichbarkeit

Das Geschäft ist montags von 13.30 bis 17.30 Uhr geöffnet, dienstags bis freitags von 8.00 bis 12.00 und von 13.30 bis 17.30 Uhr, samstags von 8.00 bis 12.00 Uhr. Erreichbar ist der Betrieb telefonisch unter 031 839 25 36 oder per E-Mail an kontakt@raspe.ch.

Was ein Kauf in der Schweiz grundsätzlich bedeutet

Wer in der Schweiz einen Ring aus Edelmetall kauft, kauft ein Produkt, das der Kontrolle durch die Edelmetallkontrolle unterliegt, jener Bundesstelle, die den Feingehalt von Gold-, Silber- und Platinwaren prüft und mit einer Punze bestätigt. Zusätzlich gilt beim Kauf die zweijährige Gewährleistung nach Obligationenrecht, unabhängig davon, ob der Ring von der Stange gekauft oder nach Mass angefertigt wird. Die Website von Raspe macht dazu keine eigenen Angaben, diese Punkte gelten aber unabhängig vom einzelnen Anbieter für jeden Kauf in der Schweiz.

Wie es sich einordnet

Raspe tritt weder als grosse Kette noch als Adresse in der Berner Fussgängerzone an, sondern als Dorfbetrieb mit eigener Werkstatt, der seit 1941 in derselben Familie liegt. Das ist ein anderes Argument als das einer Zürcher Bahnhofstrasse-Adresse mit internationaler Marke oder eines Genfer Handelsbüros mit Grosshandelsgeschäft: Hier zählt die durchgehende Familientradition und die Tatsache, dass der Ring buchstäblich hinter dem Verkaufsraum entsteht, nicht die Lage in der Innenstadt.

Was nach dem Kauf noch möglich ist

Bei Raspe endet die Beziehung zum Ring nicht mit der Übergabe. Laut eigener Aussage lassen sich Ringgrössen in den meisten Fällen auch nachträglich noch anpassen, und dieselbe Werkstatt repariert Beschädigungen, abgeflachte Stellen oder verlorene Steine, statt den Kunden an einen externen Reparaturbetrieb zu verweisen. Das ist ein direkter Ausläufer desselben Prinzips, das den ganzen Betrieb prägt: Wer den Ring ursprünglich angefertigt hat, kennt ihn auch später noch und kann ihn ohne Umwege über eine Filiale wieder in die Hand nehmen. Für ein Paar, das den Ring über Jahrzehnte tragen will, ist das ein praktischer Unterschied zu einer Adresse, bei der die Werkstatt und der Verkauf getrennte Betriebe sind. Wer sich für eine Anfertigung entscheidet, bleibt also über die Übergabe hinaus an dieselbe Werkstatt gebunden, was gerade bei einem täglich getragenen Ring über die Jahre praktischer ist als eine reine Verkaufsberatung ohne eigene Werkbank im Hintergrund. Für ein Paar, das den Verlobungsring später zum Trauring passend ergänzen oder nach Jahren umarbeiten lassen möchte, ist genau dieser durchgehende Kontakt zur eigenen Werkstatt der praktische Vorteil, den eine reine Verkaufsfiliale ohne angeschlossenes Atelier nicht bieten kann.

Mehr aus Bern und Freiburg

Alle ansehen