Allemann Goldschmied

Grabenpromenade 1, 3011 Bern · seit 1919

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Wer in Bern nach einem Verlobungsring sucht, landet früher oder später an der Grabenpromenade 1, gleich gegenüber dem Stadttheater. Wer für einen Ring extra anreist, aus Freiburg, aus dem Oberland oder aus dem Seeland, findet hier keinen Laden in einer Einkaufspassage, sondern ein Handwerksatelier mitten in der Stadt, das sich seit über hundert Jahren an derselben Adresse hält und auf seiner Website unter der Nummer 031 311 30 08 direkt erreichbar ist.

Die Geschichte reicht bis 1919 zurück, als Emile Forestier das Geschäft gründete. Seither ist es mehrfach weitergegeben worden: über A. Lauper und A. Boss, später O. Bernard, dann über die Partnerschaft Scheidegger und Thomi, bis Boris Allemann das Atelier 2008 als Teilhaber übernahm und ab 2015 als alleiniger Inhaber weiterführte. Diese durchgehende Kette an Übergaben, dokumentiert mit Jahreszahlen auf der eigenen Website, ist selten: Die meisten Goldschmiedeateliers wechseln entweder Namen und Adresse oder verschwinden ganz. Hier ist beides gleich geblieben, nur die Werkbank hat immer wieder neue Hände bekommen. Boris Allemann bringt nach eigenen Angaben über 28 Jahre Erfahrung im Goldschmiedehandwerk mit.

Was man bekommt

Verlobungsringe entstehen hier grundsätzlich individuell, nicht ab Regal. Zur Auswahl stehen als Materialien Silber, Gelb-, Weiss- und Rotgold, Platin, Palladium, aber auch Holz und Carbon für wer einen unkonventionelleren Ring sucht. Bei der Oberfläche reicht die Palette von poliert über geschmort und verschiedene mattierte Varianten (seidenmatt, sandmatt, eismatt, diamantfräser-matt) bis zu organischen Strukturen, die an Schiefer, Muskatnuss oder Rinde erinnern, oder eigens in Wachs modellierten Mustern. Bei den Fassungen bietet das Atelier unter anderem Zargen-, Halbzargen-, Kasten- und Kanalfassung, Karmionisierung, Pavé- und Kornfassung, Châton-Fassungen mit zwei, drei, vier, fünf oder mehr Griffen, dazu Spiegel-Châtons und eine Grifffassung mit Luftschnitt für wer den Stein besonders licht sitzen lassen will. Als Edelsteine werden Diamant, Rubin, Saphir, Smaragd, Aquamarin und Opal genannt, mit dem Zusatz, dass auf Wunsch jeder gewünschte Stein beschafft werden kann.

Wer den Ring danach personalisieren will, kann zwischen klassischer Handgravur, bei der die Linien mit einem Gravierstichel von Hand ins Edelmetall gesetzt werden, und Lasergravur wählen, die auch komplexere Motive wie Tiere, Berge oder Fingerabdrücke erlaubt. Wer bereits einen Ring besitzt, der nicht mehr passt oder als Vorlage dienen soll, kann ihn im Atelier anpassen lassen, ein nützlicher Service gerade für Paare, die einen ererbten oder gebrauchten Ring umarbeiten wollen statt neu zu kaufen.

Einen Katalogpreis gibt es bewusst nicht: Da jeder Ring nach Material, Gravur, Edelstein und Aufwand individuell gefertigt wird, erstellt das Atelier auf Anfrage eine unverbindliche Offerte. Das ist für ein Massanfertigungsgeschäft dieser Grösse normal, bedeutet aber auch, dass sich der Preis vorab nicht online abschätzen lässt.

Wie der Besuch abläuft

Der Ablauf ist auf einen persönlichen Termin ausgelegt: Man vereinbart einen Termin über die Website oder kommt spontan vorbei, während der Öffnungszeiten von Dienstag bis Freitag 09.00 bis 18.30 Uhr und Samstag 09.00 bis 16.00 Uhr (montags und sonntags ist geschlossen). Am besten bringt man einen bereits passenden Ring der Partnerin oder des Partners mit, damit die Grösse vor Ort abgenommen werden kann, wobei die Website selbst darauf hinweist, dass der Ring an genau demselben Finger und derselben Hand getragen werden muss wie später der Verlobungsring. Für alle, die auf Diskretion angewiesen sind, schlägt das Atelier vor, sich über Familienmitglieder oder enge Freund:innen unauffällig einen Ring auszuleihen.

Bern im nationalen Vergleich

Bern unterscheidet sich in seiner Goldschmiedeszene deutlich von Zürich und Genf. An der Zürcher Bahnhofstrasse dominieren international ausgerichtete Häuser mit Filialnetz und globaler Kundschaft, in Genf sitzt ein grosser Teil des Handels in spezialisierten Handelsbüros rund um die Rue du Rhône, mit engem Bezug zum internationalen Uhren- und Edelsteinhandel. Bern dagegen ist geprägt von kleinen, inhabergeführten Ateliers in der Altstadt, oft über Generationen weitergereicht, mit direktem Kontakt zwischen Kundschaft und der Person, die den Ring tatsächlich anfertigt. Allemann Goldschmied ist ein Beispiel für genau dieses Muster: ein einzelnes Atelier, keine weiteren Filialen sind auf der Website ausgewiesen, eng verbunden mit einer Kundschaft, die laut der eigenen Firmengeschichte teilweise schon seit der Kindheit zum Haus gehört.

Der praktische Unterschied zu einem Filialbetrieb liegt darin, wer den Ring tatsächlich anfasst. Beratung und Fertigung sind hier dieselbe Adresse, nicht Verkaufsraum hier und Zentralwerkstatt anderswo. Geführt wird das Atelier von Boris Allemann, den die eigene Seite als "einen Meister des Goldschmiedehandwerks mit über 28 Jahren Erfahrung" vorstellt. Auch bei den Steinen endet die Auswahl nicht beim Angebot in der Vitrine: Neben Diamant, Rubin, Saphir, Smaragd, Aquamarin und Opal hält die Seite ausdrücklich fest, "Auf Wunsch beschaffen wir jeden gewünschten Edelstein für dich". Wer einen geerbten Stein oder eine ungewöhnliche Farbe im Kopf hat, muss also nicht bei einem Kompromiss landen. Und für Ringe, die später nicht mehr passen, bietet das Atelier unter "Ringe anpassen" das Ändern eines bestehenden Rings an, was den Kauf zu einer Beziehung macht statt zu einer einmaligen Transaktion.

Für wen sich das Atelier eignet

Allemann Goldschmied passt zu Paaren, die einen wirklich individuell gefertigten Ring wollen und dafür bereit sind, mindestens einmal persönlich vorbeizukommen, statt online zu bestellen. Wer schnell und ohne Termin einen fertigen Ring von der Stange sucht, ist hier falsch: Der ganze Ablauf, von der ersten Idee bis zur unverbindlichen Offerte, ist auf Beratung und Massanfertigung ausgelegt und braucht entsprechend Zeit. Für alle, die genau das suchen, spricht die lange, lückenlos dokumentierte Geschichte des Hauses und die grosse Bandbreite an Materialien, Fassungen und Gravurtechniken für sich.

Auch bei der Lage zeigt sich der Unterschied zu den grossen Häusern: Statt einer Filiale in einer teuren Einkaufsmeile liegt das Atelier an einer eher ruhigen Promenade am Rand der Altstadt, fussläufig vom Bahnhof Bern erreichbar, ohne dass ein Auto oder ein Parkplatz in der Innenstadt nötig wäre. Wer den Kontakt lieber schriftlich aufnimmt, erreicht das Atelier über info@allemann-goldschmied.ch, das auf der eigenen Kontaktseite neben Telefonnummer und Adresse angegeben ist, was für ein Kleinatelier dieser Grösse keine Selbstverständlichkeit ist.

Dass das Geschäft im Familien- und Kleinbetriebsstil weitergeführt wird statt als Filiale einer Kette, zeigt sich auch daran, wie die eigene Website mit der Geschichte umgeht: Statt einer allgemeinen Markenerzählung listet sie jede einzelne Übergabe mit Jahreszahl und Namen auf, von Emile Forestier über die Partnerschaften Lauper/Boss, Lauper/Bernard und Scheidegger/Thomi bis zur heutigen Allemann Goldschmied GmbH. Das ist ungewöhnlich transparent für ein Handwerksgeschäft dieser Grösse und liefert genau die Art von nachprüfbarer Herkunft, die bei einer Anschaffung wie einem Verlobungsring zählt.

Fazit

Ein Atelier mit über hundertjähriger Geschichte an derselben Adresse im Zentrum von Bern, das Verlobungsringe konsequent nach individuellen Wünschen fertigt, von der Materialwahl über die Fassung bis zur Gravur. Der einzige echte Nachteil ist, dass sich der Preis vorab nicht online nachschlagen lässt und man für eine verbindliche Auskunft das Atelier kontaktieren oder besuchen muss. Wer das nicht scheut, bekommt einen Ring, der wirklich in Bern und für die eigene Beziehung entstanden ist, begleitet von einem Team, das die Werkbank seit 1919 in derselben Altstadtlage weiterführt.

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