Juwelier Frieden AG

Obere Hauptgasse 37, 3600 Thun · seit 1898

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Frieden ist 1898 in Langnau im Emmental gegründet worden, nicht in Thun. Der Firmengründer Emil Frieden liess sich 1907 am Thunersee nieder, damals ein aufstrebender Ferienort, und verkaufte dort Touristen "echte Schweizer Filigran-Arbeiten". Seither hat die Familie ihren Sitz an der Oberen Hauptgasse 37 in der Thuner Altstadt, wo bis in die 60er-Jahre Wohnhaus, Verkaufsladen und Werkstatt unter einem Dach lagen. Aus den ehemaligen Wohnräumen sind mit dem Wachstum des Grosshandels zusätzliche Ateliers geworden, in denen die Designerinnen, Goldschmiede und Fasser der Manufaktur heute arbeiten. Die Firma trägt den Namen Frieden bis heute, geführt wird sie inzwischen von Brigitte und Patrick Aeschbacher, die auf der Website mit einem eigenen Statement zum Schweizer Qualitätsanspruch zitiert werden.

Zur Herkunft des Furrer-Jacot-Sortiments, das ein Drittanbieter-Verzeichnis Frieden zuschreibt, findet sich auf frieden.ch kein Beleg. Der Ring- und Schmuckfilter der eigenen Website führt als einzige Marke "Frieden" mit 132 Artikeln, und sämtliche Kollektionsnamen im Menü, von Diamond Design über Colour Design bis Mamma Mia, Rivière, Canadamark oder Thomas Frieden, sind hauseigene Linien der Manufaktur. Wer also einen Furrer-Jacot-Trauring in Thun sucht, findet ihn hier nicht bestätigt; was sich bestätigen lässt, ist ein durchgehend selbst entworfenes und selbst gefertigtes Sortiment.

Was man bei Frieden findet

Auf der Ringe-Seite listet Frieden Brillant-, Solitär- und Verlobungsringe ebenso wie Alliancinge zum bestehenden Trauring und Farbsteinringe mit Saphir, Smaragd oder Rubin. Die gezeigten Verlobungs- und Alliancringe reichen preislich von rund CHF 2'200 für einen Ring der Linie Mamma Mia bis CHF 45'000 für einen Alliancering der Linie Rivière; ein Diamond-Design-Ring liegt beispielsweise bei CHF 18'200, ein Colour-Design-Ring bei CHF 11'200. Das zeigt eine Spanne, die von kompakteren Diamantringen bis zu grösseren Rivière-Fassungen mit durchgehender Steinbesetzung reicht, alles in Weiss-, Rot-, Rosé- oder Gelbgold gefasst. Einzelanfertigungen gehören zu den Spezialitäten des Hauses: vom CAD-Entwurf bis zum fertigen Stück, gefertigt im eigenen Goldschmiedeatelier in Thun.

Wie das Sortiment gegliedert ist

Die Website teilt das Angebot in drei grosse Gruppen: Diamantschmuck, Farbsteinschmuck und Perlenschmuck. Innerhalb von Diamantschmuck laufen die für Verlobungsringe wichtigsten Linien, darunter Diamond Design, Solitaire, Rivière und die namensgebende Linie Thomas Frieden. Farbsteinschmuck deckt Ringe mit Saphir, Smaragd oder Rubin ab, etwa in den Linien Colour Design oder Aladin, für Paare, die keinen klassisch weissen Diamanten wollen. Perlenschmuck spielt bei Verlobungsringen selbst kaum eine Rolle, zeigt aber, dass Frieden auch Kulturperlen aus Akoya-, Südsee-, Tahiti- und Süsswasserzucht führt und damit über das reine Ringgeschäft hinaus als Schmuckhaus auftritt. Für die Wahl eines Rings heisst das in der Praxis: Wer im Laden in Thun vorspricht, sieht keine Auswahl von wenigen Modellen, sondern ein mehrstufiges Baukastensystem aus Fassung, Steinfarbe und Metall.

Qualitätsversprechen und Zertifikate

Der Begriff Diamant leitet sich laut Frieden vom altgriechischen Wort Adamas ab, was unbezwingbar bedeutet, eine Anspielung auf die Härte des Steins. Frieden schreibt auf seiner Kollektionsseite weiter, dass die eigenen Schmuckstücke fast ausschliesslich Diamanten der Qualität G VS verwenden, ergänzt ab 0,30 Karat durch ein GIA-Zertifikat. Neben den klassischen 4 C (Carat, Colour, Clarity, Cut) nennt die Website ein fünftes C, "Confidence", das Vertrauen in Händler und Juwelier, das durch ein Zertifikat eines anerkannten gemmologischen Labors wie GIA oder SSEF gestützt wird. Frieden ist zudem Mitglied der SSEF (Schweizerische Stiftung für Edelsteinforschung), der SGG (Schweizerische Gemmologische Gesellschaft), des GIA-Alumni-Netzwerks sowie des VSGU, des Verbands Schweizer Goldschmiede- und Uhrenfachgeschäfte. Diese Mitgliedschaften sind auf der Website als Zugehörigkeiten aufgeführt, nicht als eigene Prüfstelle: Frieden lässt seine Diamanten extern zertifizieren, betreibt aber kein eigenes Labor.

Eine Manufaktur, ein Standort

Frieden führt neben dem eigenen Handelsgeschäft ein internationales Händlernetzwerk, über das die Kollektionen auch bei anderen Juwelieren in der Schweiz und im Ausland erhältlich sind. Eine eigene Boutique unterhält das Unternehmen laut eigener Aussage aber ausschliesslich in Thun; von weiteren eigenen Filialen an anderen Schweizer Standorten ist auf der Website nirgends die Rede. Wer ein Frieden-Stück in einer anderen Stadt kaufen will, kauft es damit bei einem Partnerhändler und nicht direkt beim Hersteller, was für ein Beratungsgespräch mit dem eigenen Atelier einen Besuch in Thun nahelegt.

Das ist ein anderes Bild als in Bern selbst, wo der Ring- und Trauringhandel traditionell aus kleinen, inhabergeführten Ateliers in der Altstadt unter den Lauben besteht, ohne den Anspruch, ein internationales Händlernetz zu beliefern. Frieden hat den umgekehrten Weg genommen: aus einem Verkaufsladen für Thuner Feriengäste ist über mehr als ein Jahrhundert eine Manufaktur mit Grosshandel und Auslandsvertrieb geworden, die ihren Fertigungsstandort und ihre Firmengeschichte trotzdem an der immer gleichen Adresse in der Thuner Altstadt behalten hat. Für Käuferinnen und Käufer aus dem übrigen Kanton Bern oder aus Freiburg heisst das: Wer nach Thun reist, sieht dort nicht nur ein Ladengeschäft, sondern die Werkstatt, in der die eigenen Kollektionen tatsächlich entstehen.

Service rund um den Ring

Zum Leistungsangebot zählt neben Einzelanfertigungen auch das Umarbeiten bestehender Stücke, Reparaturen und Gravuren sowie Expertisen und Schätzungen für Diamanten, Farbedelsteine, Kulturperlen, Schmuck, Erbschaften und Versicherungsfälle. Gerade für ein Paar, das einen bestehenden Ring umarbeiten oder einen Erbstück-Diamanten neu fassen lassen will, ist das ein naheliegender Anlaufpunkt, weil die Werkstatt und die Verkaufsfläche am gleichen Ort liegen. Wer sich vorab über eine Kollektion informieren möchte, kann laut Website einen Katalog herunterladen; die konkreten Konditionen für eine Erstberatung oder eine Terminvereinbarung nennt die Website nicht, ausser der allgemeinen Kontaktadresse und Telefonnummer. Kontakt aufnehmen lässt sich telefonisch, per E-Mail oder über ein Formular auf der Website; ein Onlineshop mit Warenkorb ist auf frieden.ch nicht zu finden, die gezeigten Preise dienen der Orientierung vor einem Besuch oder einer Anfrage.

Wofür Frieden sich eignet

Wer in der Region Thun oder im weiteren Kanton Bern einen Verlobungsring sucht und Wert auf ein Haus legt, das seine Ringe nachweislich selbst entwirft und fertigt statt nur zuzukaufen, findet in Frieden einen naheliegenden Anlaufpunkt. Die Preisspanne von rund CHF 2'200 bis CHF 45'000 deckt sowohl kompaktere Diamantringe als auch aufwendigere Rivière-Fassungen ab, und die GIA- beziehungsweise SSEF-Zertifizierung ab 0,30 Karat gibt eine nachvollziehbare Qualitätsbasis. Ein Nachteil aus Käufersicht: Wer eine bekannte Fremdmarke wie Furrer Jacot sucht, findet sie im eigenen Sortiment nicht bestätigt, und wer ausserhalb von Thun wohnt, muss entweder für die Beratung anreisen oder sich an einen der externen Partnerhändler wenden. Für alle, die den direkten Weg zur Manufaktur und ihrem über hundertjährigen Handwerk in der Thuner Altstadt suchen, bleibt Frieden aber eine der wenigen Adressen im Kanton, die Ringe tatsächlich vor Ort entwerfen und fertigen, statt sie nur zu verkaufen.

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