Fabian Blaser
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Fabian Blaser ist Goldschmied und diplomierter Gemmologe, und sein Atelier liegt an der Schmiedengasse 6, mitten in der Altstadt von Biel. Die Adresse ist neu, das Handwerk an dieser Stelle nicht: Auf der eigenen Website schreibt der Betrieb, an genau diesem Ort habe schon 1854 Goldstaub in der Luft gelegen, die Goldschmiedetradition reiche hier mehr als 150 Jahre zurück, und man führe sie ab 2025 weiter. Wer nach Biel reist, kauft also nicht nur bei einem einzelnen Goldschmied ein, sondern betritt einen Raum, in dem seit dem 19. Jahrhundert gearbeitet wird, nur eben nicht durchgehend von derselben Firma.
Blaser selbst führt sein eigenes Atelier seit 1999. Das sind über zwei Jahrzehnte, in denen sich ein Zwei-Personen-Handwerksbetrieb zu dem entwickelt hat, was heute an der Schmiedengasse steht: eine Werkstatt mit angeschlossenem Gemmologie-Labor, geführt von einem Team aus fünf Personen. Auf der Website verspricht er, ausschliesslich mit ethisch unbedenklichen Edelsteinen und umweltverträglich gewonnenem Gold zu arbeiten, ein Versprechen, das er nicht mit einem Zertifikat, sondern mit der eigenen fachlichen Ausbildung als Gemmologe unterlegt.
Der aktuelle Umzug in das renovierte Altstadthaus fällt damit in eine Phase, in der der Betrieb längst etabliert ist. Es handelt sich nicht um eine Neugründung, die sich erst noch beweisen muss, sondern um einen Goldschmied, der nach über zwanzig Jahren im eigenen Geschäft eine neue, symbolisch passende Adresse bezogen hat: ein historisches Gebäude, in dem schon im 19. Jahrhundert am selben Handwerk gearbeitet wurde. Für Kundinnen und Kunden, die Wert auf Kontinuität legen, ist das ein Detail, das über reine Standortwahl hinausgeht.
Zwei Handwerke unter einem Dach
Was diesen Betrieb von einer reinen Goldschmiede unterscheidet, ist das eigene Labor. Dort werden Edelsteine analysiert, auf Echtheit geprüft und geschätzt, und zwar sowohl rohe, ungeschliffene Steine als auch bereits geschliffene Gemmen. Für ein Verlobungsring-Publikum heisst das: Wer einen Stein mitbringt, ein Familienerbstück etwa, oder eine lose Gemme kaufen will, bevor die Fassung überhaupt entworfen ist, bekommt die fachliche Einschätzung im selben Haus wie die spätere Verarbeitung, statt den Stein für ein externes Gutachten verschicken zu müssen. Als fachliche Referenzen nennt die Website das Schweizerische Gemmologische Institut SSEF in Basel und die Deutsche Gemmologische Gesellschaft in Idar-Oberstein, zwei Adressen, an denen sich auch grössere Häuser orientieren, wenn ein Stein eine zweite Meinung braucht.
Das Team an der Schmiedengasse
Neben Fabian Blaser selbst arbeitet die Goldschmiedin Lena Reichenbach im Atelier, dazu Yuna Ammon, die dort seit 2024 ihre Lehre zur Goldschmiedin absolviert. Für die Kommunikation ist Sue Buri zuständig. Auf der Team-Seite der Website taucht als fünftes Mitglied noch Bruno auf, offiziell als Sicherheitsverantwortlicher und, wie es dort mit einem Augenzwinkern heisst, Coach für Tiefenentspannung geführt, was auf einen Hund im Laden schliessen lässt statt auf eine sechste Fachkraft. Es ist die Art Detail, die zeigt, dass hier kein anonymer Betrieb hinter einer Vitrine steht, sondern eine kleine, eingespielte Gruppe mit eigenem Humor.
Wie der Einkauf organisiert ist
Same-Day-Delivery und Gratisretouren gibt es bei Fabian Blaser explizit nicht, und das ist keine Einschränkung, sondern eine bewusste Ansage: Jedes Stück wird nach traditionellem Handwerk gefertigt und ebenso traditionell verkauft, im eigenen Laden. Wer ein individuelles Schmuckstück im Kopf hat, wird eingeladen, das direkt vor Ort zu besprechen, statt einen Katalog zu durchblättern. Geöffnet ist die Werkstatt Mittwoch bis Freitag von 10 bis 12.30 Uhr und von 13.30 bis 17.30 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr; montags und dienstags bleibt sie geschlossen, was für einen Besuch aus einem anderen Kanton eingeplant werden muss.
Warum Biel und nicht Bern oder Freiburg
Der Bieler Goldschmiede- und Gemmologiebetrieb steht für ein Muster, das sich im Kanton Bern immer wieder zeigt und sich deutlich von Zürich oder Genf unterscheidet: kleine, inhabergeführte Ateliers in Altstadt-Lagen statt internationaler Häuser mit Filialnetz oder auf den Grosshandel ausgerichteter Handelsbüros. Wo in Zürich der Name eines Traditionshauses an der Bahnhofstrasse zählt, zählt in Biel die Werkbank, an der eine einzelne Fachperson mit Namen und eigener Ausbildung steht. Biel selbst ist zudem die grösste zweisprachige Stadt der Schweiz, an der Grenze zwischen dem französisch- und dem deutschsprachigen Kantonsteil Bern gelegen, und liegt an der Bahnstrecke, auf der sich die Linien aus Bern und Neuenburg treffen. Für ein Paar, das im Kanton Freiburg oder im Berner Jura wohnt, ist Biel damit die nächstgelegene Stadt mit einem eigenständigen Goldschmiede- und Gemmologie-Betrieb dieser Grösse, näher als eine Fahrt nach Bern selbst oder gar nach Zürich.
Verglichen mit den grossen Häusern an der Zürcher Bahnhofstrasse, deren nationale Bedeutung sich aus internationaler Kundschaft und Filialpräsenz speist, ist Blasers Betrieb das genaue Gegenmodell: ein einzelner Laden, ein Team von fünf Personen, ein Labor, das nicht auslagert, sondern selbst prüft. Auch gegenüber Genf, wo ein Teil des Edelsteinhandels über spezialisierte Handelsbüros läuft, die selten Laufkundschaft empfangen, ist der Unterschied deutlich: An der Schmiedengasse kann, wer will, ohne Termin hereinschauen und die Werkstatt hinter der Vitrine sehen. Wer eine grosse Ringauswahl zum Sofortmitnehmen sucht, ist an der Schmiedengasse falsch. Wer dagegen einen eigenen Stein begutachten lassen will, bevor ein Verlobungsring überhaupt entworfen wird, findet ausserhalb der grossen Städte kaum eine direktere Adresse als diese.
Für wen sich das eignet
Am besten passt der Betrieb zu Paaren, die Zeit für ein persönliches Gespräch vor Ort mitbringen und denen die Herkunft von Stein und Gold nicht gleichgültig ist. Wer ein mitgebrachtes Erbstück begutachten oder umarbeiten lassen möchte, profitiert davon, dass Werkstatt und Labor unter einem Dach liegen. Wer dagegen online bestellen und am nächsten Tag ein fertiges Ringpaar erhalten möchte, wird hier nicht fündig, was angesichts des ausdrücklich handwerklichen Anspruchs des Betriebs aber auch nicht überrascht. Auch Paare, die zwischen einer Fassung mit eigenem, mitgebrachtem Stein und einer komplett neu zusammengestellten Kombination unentschlossen sind, sind hier richtig: Weil das Labor die Begutachtung selbst übernimmt, lässt sich diese Entscheidung im gleichen Gespräch klären, ohne Wartezeit auf ein externes Gutachten.
Fazit
Ein kleiner, konsequent handwerklich geführter Betrieb in einer Altstadtlage mit eigener, mehr als 150-jähriger Goldschmiedetradition, seit 1999 von Fabian Blaser selbst weitergeführt und seit 2025 an der Schmiedengasse zu Hause. Das eigene Gemmologie-Labor mit Anbindung an SSEF Basel und die Gemmologische Gesellschaft in Idar-Oberstein ist der konkrete Grund, warum sich der Weg nach Biel auch für Paare aus dem Kanton Freiburg oder dem Berner Jura lohnen kann. Wer schnelle Verfügbarkeit sucht, sollte einplanen, dass ein Unikat Zeit braucht, unabhängig vom gewählten Betrieb.