E Luda

Länggassstrasse 28, 3012 Bern

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Wer in der Länggasse nach einem Verlobungsring sucht, landet nicht in einer Auslage voller Serienware, sondern in einem Goldschmiedeatelier, das jedes Stück von Grund auf selbst herstellt. E Luda liegt an der Länggassstrasse 28, im Quartier, das Bern seiner Universität verdankt und das sich seit jeher als Wohn- und Werkstattviertel versteht, nicht als Schaufenstermeile. Wer von der Berner Altstadt herüberkommt, wo sich Konzernfilialen und Traditionshäuser an der Kramgasse drängen, merkt den Unterschied sofort: hier arbeitet eine einzelne Goldschmiedin an einem eigenen Tisch, mit eigenem Namen an der Tür.

Inhaberin ist Christa Wittwer, Goldschmiedin EFZ seit 2004. Die eidgenössische Fähigkeitsausweis-Ausbildung ist in der Schweiz der reguläre Weg ins Handwerk, und wer seit 2004 im Beruf steht, bringt es 2026 auf 22 Jahre Werkbankerfahrung. Auf der Atelierseite beschreibt sie ihre Arbeitsweise selbst so: dank breiter Berufserfahrung, viel Geduld und Feingefühl finde sie für jedes Schmuckstück einen Weg, es herzustellen oder zu reparieren. Das liest sich nicht wie eine Marketingzeile, sondern wie eine Selbstauskunft, die zu einem Einzelatelier passt, in dem eine Person für das Ergebnis geradesteht.

Was E Luda von einer Auswahl im nächsten Kanton unterscheidet

E Luda ist kein Ableger einer Kette und führt keine Filialen in anderen Städten, anders als die nationalen Häuser, die in dieser Liste ebenfalls auftauchen. Wer sich für dieses Atelier entscheidet, bekommt genau eine Adresse, eine Werkstatt und eine Goldschmiedin, die den Ring von der ersten Skizze bis zur letzten Politur begleitet. Das ist der Unterschied zu einer Filiale mit Zentraleinkauf: Hier bestimmt die Kundschaft vor Ort das Design mit, und die Umsetzung findet im selben Raum statt, in dem beraten wird.

Das Gold, das im Atelier verarbeitet wird, stammt von der Schmelzerei Gyr in Baar und ist zertifiziertes Oeko-Gold aus recyceltem Altgold. Das ist ein Detail, das sich lohnt zu nennen, weil es eine bewusste Materialentscheidung zeigt und nicht nur eine Herkunftsangabe aus Pflichtbewusstsein. Viele Ateliers nennen ihre Legierungen gar nicht oder verweisen pauschal auf den Grosshandel. Hier steht die Schmelzerei mit Namen und Ort da, und das Altgold, das Kundinnen und Kunden selbst mitbringen, lässt sich in denselben Kreislauf einspeisen, wenn ein geerbtes Stück ohnehin umgearbeitet werden soll.

Bei den gezeigten Verlobungsringen ist die Bandbreite an Farbsteinen auffällig: Turmalin, Rubin, Saphir, Aquamarin und Brillanten in Gelbgold, Roségold, Weissgold und Sandgold, dazu ein Ring, der Gold mit Carbon kombiniert. Wer sich einen Ring wünscht, der nicht dem klassischen Solitär-Brillant in Weissgold folgt, findet in der bisherigen Arbeit des Ateliers reichlich Vorbilder für Farbe und Materialmix.

Werkbank mit Nebenlinien

Die Werkstatt arbeitet nicht nur an eigenen Kollektionen. Unter "Unsere Partner" führt E Luda die Zusammenarbeit mit STREETBELT auf, wo aus alten Hydrantennummern Gurtschnallen entstehen: "Die Schmucklinie wird von den E Luda-Goldschmieden entworfen und umgesetzt." Dazu kommen Vernissagen im eigenen Ladenlokal, etwa "Vernissage Mel Weber by E Luda" am 29.10.2019 und "Vernissage mit Tony Weiss und Tap4" am 29.02.2020, sowie Verweise auf freie Trauredner von Trau mich und die Plattform Zeremonia. Für ein Paar, das gerade erst mit der Hochzeitsplanung anfängt, ist das ein nützlicher Nebeneffekt: Man landet bei einer Goldschmiedin, die auch weiss, wer die Zeremonie halten könnte.

Das Atelier arbeitet mit festen Öffnungszeiten von Montag bis Freitag, 09:30 bis 12:30 Uhr und 13:30 bis 17:30 Uhr, mittwochs bleibt es geschlossen. Für eine Beratung wird ausdrücklich um eine Voranmeldung per E-Mail oder Telefon gebeten, wer aber während der regulären Öffnungszeiten ohne Termin vorbeikommt, wird laut eigener Aussage ebenfalls empfangen: "Vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrer E Luda-Goldschmiedin oder kommen Sie während den regulären Öffnungszeiten spontan vorbei." Wer eine ernsthafte Entwurfsbesprechung will, meldet sich trotzdem besser an, weil eine Einzelgoldschmiedin an der Werkbank sonst mitten in einer Fassung unterbrochen wird.

Handwerk statt Katalog

Das Angebot des Ateliers reicht über Verlobungsringe hinaus: Trauringe, Anhänger, Ohrschmuck, Colliers, Armschmuck sowie Siegel- und Wappenringe werden ebenfalls in Handarbeit gefertigt, und auch Umänderungen oder Reparaturen an bestehendem Schmuck nimmt das Atelier an. Das ist für Paare relevant, die nach der Verlobung gleich den passenden Trauring beim selben Handwerksbetrieb bestellen wollen, statt zwischen zwei Adressen zu wechseln.

Auffällig ist auch das lokale Netzwerk, in dem sich E Luda bewegt. Das Atelier nennt auf seiner Seite mehrere Partner aus der Berner Kreativszene: die Landschaftsfotografin Mel Weber (Tiefblicke), das Label Streetbelt, das Gürtelschnallen aus alten Hydrantennummern fertigt und dessen Schmucklinie von den E Luda-Goldschmieden entworfen wird, sowie die freien Trauungsanbieter Trau mich und die Plattform Zeremonia für freie Zeremonien in der Schweiz. Wer eine freie Trauung plant statt einer kirchlichen Zeremonie, findet hier über das Atelier hinaus gleich Kontakte für die ganze Feier.

Der Blog des Ateliers zeigt, dass hier nicht nur verkauft, sondern auch gearbeitet und ausgestellt wird: Am 17. Mai 2024 wurde etwa vermeldet, dass Melanie Burkhard, die dem Betrieb verbunden ist, einen grossen Preis gewonnen hat, und frühere Einträge dokumentieren Vernissagen mit anderen Kunstschaffenden in den Ateliersräumen. Das ist kein Betrieb, der ausschliesslich verkauft, sondern einer, der sich als Teil eines kleinen kreativen Umfelds in der Länggasse versteht.

Ein Atelier statt einer Filiale, mit allem, was das bedeutet

E Luda passt zu Paaren, die einen Ring wollen, der wirklich für sie entworfen wird, und die bereit sind, dafür eine Voranmeldung zu machen und persönlich mit der Goldschmiedin zu sprechen, statt online aus einer Kollektion zu wählen. Wer stattdessen eine grosse Auswahl an Fassungen sofort im Laden anprobieren möchte, ist bei einem der grösseren Häuser mit breiterem Sortiment besser aufgehoben. Wer aber Wert auf recyceltes Schweizer Gold, auf farbige Steine abseits des Standardsolitärs und auf ein Gespräch mit der Person legt, die den Ring am Ende tatsächlich anfertigt, findet in der Länggasse eine der konsequentesten Adressen des Landes für genau diesen Anspruch. Die Website nennt kein Gründungsjahr des Betriebs selbst, nur das Jahr, in dem Christa Wittwer ihre Ausbildung abschloss, was für ein kleines Einzelatelier eher die Regel als die Ausnahme ist und der Verlässlichkeit der übrigen Angaben keinen Abbruch tut.

Der Unterschied zu einer grösseren Adresse zeigt sich auch darin, wie das Atelier arbeitet, sobald der Ring fertig ist: Weil dieselbe Goldschmiedin herstellt, berät und repariert, bleibt sie über Jahre die Ansprechpartnerin für Grössenänderungen oder eine spätere Umänderung, statt dass ein Kundendienst die Anfrage an eine zentrale Werkstatt weiterreicht. Wer sich auf ein Einzelatelier statt auf eine Filiale einlässt, bekommt dafür eine engere Begleitung durch den ganzen Prozess, von der ersten Skizze bis zur Anprobe und darüber hinaus, und muss dafür in Kauf nehmen, dass es in Bern schlicht weniger unabhängige Goldschmiedinnen gibt als in Zürich oder Genf, wo Dutzende Ateliers um dieselbe Kundschaft konkurrieren. Für ein Paar, das die persönliche Handschrift einer einzelnen Werkbank einer breiten Kollektion vorzieht, ist genau das kein Nachteil, sondern der Grund, weshalb es E Luda überhaupt sucht.

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