DS Schmuckkultur

Kramgasse 11, 3011 Bern · seit 2000

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DS Schmuckkultur ist ein Goldschmied-Atelier an der Kramgasse 11 in der Berner Altstadt, gegründet im Jahr 2000 unter den Lauben, den charakteristischen Arkadengängen, die diesen Teil der Stadt zum UNESCO-Weltkulturerbe machen. Hinter dem Namen stehen zwei Personen: Delia Schreurs, Gründerin, Inhaberin und CEO, und Stefan Mattiat, verantwortlich für Geschäftsführung, Marketing und Administration. Delia Schreurs schloss 1983 ihre Ausbildung zur Graduate Gemologist und Schmuckdesignerin am Gemological Institute of America ab, 1988 folgte eine zweite Ausbildung im Bereich Jewelry Manufacturing Arts. Einen längeren Aufenthalt in Australien nutzte sie, um Erfahrung im Schleifen von Opalen und in der Schmuckherstellung zu sammeln, bevor sie sich zwischen 1997 und 2000 vertieft mit antiken Herstellungstechniken befasste, darunter etruskische Goldgranulation und das Stricken von Edelmetalldraht nach Wikinger-Vorbild. Stefan Mattiat ist seit demselben Jahr, 2000, in der Schmuckbranche tätig.

Das Geschäft an der Kramgasse ist kein reiner Verkaufsraum. Laut eigener Beschreibung besteht es aus einem Ladenbereich mit diskreten Sitzgelegenheiten für die Beratung und einer offenen Werkstatt, die Kundinnen und Kunden beim Entstehen ihres Schmuckstücks zusehen lässt. Wer einen Verlobungsring will, der nicht von der Stange kommt, findet hier den ganzen Weg dorthin: Beratung bei der Edelsteinwahl, Konzeptentwicklung, Entwurf und Fertigung im selben Raum, in dem später auch die Anprobe stattfindet.

Kollektion und Spezialgebiete

Die Kollektion gliedert sich nach Zielgruppe: Damenschmuck, Herrenschmuck, Paarschmuck sowie zwei Spezialgebiete, die diesen Betrieb von einem gewöhnlichen Goldschmiedegeschäft unterscheiden. Bei den Herrenstücken stellt DS Schmuckkultur die meisten Teile selbst im eigenen Atelier her, ergänzt um eine Kollektion des Herstellers Meister mit funktionalen Objekten wie Anhängern und Schlüsselhaltern sowie Ringen und Armbändern aus Titan und Gold. Bei Paarringen geht es explizit um persönliche Umsetzung, etwa das Profil der Partnerin oder des Partners als Motiv, oder Ringe, die sich ineinanderfügen lassen.

Das erste Spezialgebiet sind Repliken keltischen Schmucks: Vorlagen sind Fundstücke aus 18 bis 22 Karat Gold, ausgegraben an archäologischen Stätten in der Umgebung von Bern und im Kanton Waadt. Die Originale sind nach Angaben des Ateliers 2.500 Jahre alt und im Bernischen Historischen Museum zu besichtigen, DS Schmuckkultur fertigt davon Nachbildungen. Das zweite, ungewöhnlichere Spezialgebiet nennt sich Street Jewels: Schmuck, geschliffen aus alten Pflastersteinen, die direkt vor dem eigenen Geschäft in der Altstadt lagen, bevor die Strasse neu gepflastert wurde. Das Atelier verweist darauf, dass genau dieses Kopfsteinpflaster auch Albert Einstein einst betreten hat, der bekanntlich einige Jahre nur wenige Gassen weiter in der Berner Altstadt lebte. Aus diesen Steinen entstehen Halsketten und Ringe mit einer Textur und Farbe, die kein anderer Anbieter im Sortiment hat, weil das Material schlicht nicht reproduzierbar ist.

Über Jahrzehnte hinweg hat Delia Schreurs zudem eine umfangreiche Edelsteinsammlung aufgebaut, die laut Atelier fast alle in der Schmuckherstellung verwendeten Steinarten und die meisten ihrer Varietäten abdeckt. Fehlt ein bestimmter Stein in der eigenen Kollektion, greift das Atelier auf ein über Jahre gewachsenes Händlernetzwerk zurück, um ihn zu beschaffen. Für einen Verlobungsring bedeutet das in der Praxis: Man muss sich nicht mit dem entscheiden, was gerade in der Vitrine liegt, sondern kann bei Wunschstein oder Wunschgrösse direkt mit der Person sprechen, die den Stein am Ende auch fasst. Diese Verbindung von Auswahl und Fertigung im selben Haus ist bei kleineren Ateliers selten geworden, viele reine Verkaufsgeschäfte kaufen ihre Fassungen fertig ein und lassen nur noch anpassen.

Bei den Damenstücken beschreibt die Website das Ziel schlicht so, dass Persönlichkeit und Stil durch ein eigens gefertigtes oder aus der Kollektion gewähltes Schmuckstück ergänzt werden sollen, ohne konkrete Modellnamen zu nennen. Das passt zum Gesamtbild: DS Schmuckkultur wirbt weniger mit einer benannten Produktlinie als mit dem Prozess dahinter, der Beratung, dem Entwurf, der offenen Werkstatt.

Dienstleistungen

Neben Einzelanfertigungen und der Hauskollektion bietet DS Schmuckkultur Reparaturen jeder Art an, von der Änderung der Ringgrösse bis zum Neuknüpfen von Perlencolliers, sowie die Umarbeitung von Vintage-Stücken. Dazu kommen Schätzungen zu Versicherungszwecken: lose wie gefasste Edelsteine werden identifiziert und für die Versicherung bewertet. Für ein Verlobungsring-Budget heisst das konkret: Wer sich für ein Familienstück, einen alten Ring oder einen gefundenen Stein interessiert, kann hier sowohl die Fassung neu entwerfen als auch den Wert für die Hausratversicherung feststellen lassen, ohne den Betrieb wechseln zu müssen.

Lage und Anreise

Die Adresse selbst ist Teil der Geschichte. Kramgasse 11 liegt mitten unter den Lauben der Berner Altstadt, jenen überdeckten Arkadengängen, unter denen sich seit Jahrhunderten Handwerk und Handel abspielen. Anders als in Zürich, wo sich der Ringkauf stark auf die Bahnhofstrasse und ihre grossen Häuser konzentriert, ist das Berner Bild geprägt von kleinen, inhabergeführten Ateliers in der Altstadt, genau wie DS Schmuckkultur eines ist: gegründet von der Goldschmiedin selbst, geführt von zwei Personen, mit offener Werkstatt statt anonymer Verkaufsfläche. Vom Bahnhof Bern aus liegt die Kramgasse innerhalb der fussläufigen Altstadt, keine Anfahrt mit dem Auto nötig, kein Parkhaus zu suchen. Für ein Paar aus Freiburg, das ebenfalls in dieser Kategorie unterwegs ist, oder aus einem anderen Kanton, ist Bern als Bundesstadt zudem gut ans Bahnnetz angebunden, was einen Ausflug für die Ringwahl unkompliziert macht. Eine Filiale ausserhalb von Bern nennt die Website nicht, das Geschäft ist offenbar bewusst auf diesen einen Standort konzentriert.

Ein Hinweis zur Aktualität der Seite: Im Fusszeilentext steht ein Copyright-Vermerk aus dem Jahr 2018, was auf den ersten Blick nach einer verwaisten Website aussieht. Die zugehörige Sitemap zeigt jedoch, dass die Startseite und weitere Unterseiten erst kürzlich aktualisiert wurden, die Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten stimmen über alle geprüften Seiten hinweg überein. Es handelt sich damit eher um eine vergessene Fusszeile als um ein Zeichen für Geschäftsaufgabe, ein Punkt, den eine zentrale Prüfung dennoch bestätigen sollte.

Original statt Vitrine

DS Schmuckkultur passt zu Paaren, die einen Verlobungsring wirklich entwerfen wollen und nicht nur aus einer Vitrine auswählen, und die Wert auf ein Geschäft legen, in dem die Person, die den Ring später fertigt, auch die Beratung führt. Die beiden Spezialkollektionen, keltische Repliken und Street Jewels aus dem eigenen Pflasterstein, sind Argumente, die man in keinem anderen Berner Betrieb findet, auch wenn sie nicht jedermanns Geschmack treffen werden und eher etwas für Paare mit einem Faible für Geschichte und Lokalkolorit sind als für einen klassisch klaren Solitär. Wer stattdessen eine grosse internationale Markenauswahl unter einem Dach sucht, ist an der Zürcher Bahnhofstrasse besser aufgehoben. Wer aber ein Original will, das an einer der bekanntesten Gassen der Schweiz entstanden ist, findet in der offenen Werkstatt an der Kramgasse 11 einen Betrieb, der seit über zwei Jahrzehnten genau darauf spezialisiert ist.

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