Bijoux à la Carte

Postgasse 52, Bern · seit 1990

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Wer in Bern nach einem Verlobungsring sucht, landet früher oder später an der Postgasse, mitten in der Altstadt. Bijoux à la Carte ist dort Laden und Goldschmiedewerkstatt in einem, in einem sorgfältig restaurierten, denkmalgeschützten Gebäude. Der Verkaufsraum und die Werkbänke liegen im selben Haus, keine Trennung zwischen Beratung und Handwerk. Wer hier einen Ring bestellt, kann durch die Scheibe oder bei einem Werkstattbesuch sehen, wo genau er entsteht.

Ein Atelier mitten in der Altstadt

Die Postgasse gehört zum Teil der Berner Altstadt, der seit 1983 auf der UNESCO-Welterbeliste steht. Das ist mehr als eine touristische Randnotiz: Ein Geschäft an dieser Adresse bewegt sich in einem historischen Gebäudebestand, mit den Auflagen und dem Charme, die das mit sich bringen. Für Kundinnen und Kunden aus anderen Kantonen bedeutet das einen Besuch, der sich lohnt, auch unabhängig vom Ring: die Altstadt lässt sich zu Fuss erkunden, der Hauptbahnhof Bern ist einer der grossen Knotenpunkte der Schweiz mit direkten InterCity-Verbindungen aus Zürich, Basel, Genf und Lausanne, sodass ein Termin bei Bijoux à la Carte sich problemlos mit einer Zugfahrt in die Hauptstadt verbinden lässt.

Bern hat als Goldschmiedestandort eine andere Tradition als Zürich oder Genf. Während die Bahnhofstrasse in Zürich von grossen internationalen Häusern und Auktionsnamen geprägt ist und Genf traditionell die Uhrenindustrie und die Handelsniederlassungen der grossen Juweliere beherbergt, ist die Berner Altstadt seit jeher ein Ort kleinerer, inhabergeführter Ateliers. Bijoux à la Carte fügt sich in dieses Bild: ein Familienbetrieb, kein Filialgeschäft einer grösseren Kette, mit Wurzeln, die bis 1990 zurückreichen.

Wer hier arbeitet

Seit 1990 führen Jacqueline Gasser-Saurer und Franziska Schädelin den Betrieb, beide Goldschmiedin, Inhaberin und Geschäftsführerin. Mit ihnen arbeitet ein kleines Team: Sonja Marti ist Goldschmiedin und zugleich Ausbildnerin für Lernende sowie Instruktorin für überbetriebliche Kurse, Naomi Loosman ist ebenfalls Goldschmiedin. Dass im Haus selbst ausgebildet wird, zeigt, dass das Atelier nicht nur produziert, sondern die Zunft weiterträgt, ein Detail, das für Kundschaft mit Sinn fürs Handwerk zählt.

Vom Entwurf zum fertigen Ring

Der Ablauf bei Bijoux à la Carte ist auf Massarbeit ausgelegt. Bevor der eigentliche Ring gefertigt wird, dürfen Kundinnen und Kunden ein Modell davon tragen, ein Zwischenschritt, der Fehlkäufe verhindert, die sich bei einem fertigen Ring von der Stange nicht mehr korrigieren liessen. Erst wenn das Design wirklich passt, entsteht der Ring in der hauseigenen Werkstatt. Verarbeitet werden die klassischen Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin und Palladium, daneben auch Titan, Tantal, Edelstahl, Carbon oder Ebenholz, für Paare, die sich nicht auf eine reine Goldfassung festlegen wollen. Beim Gold macht der Betrieb eine klare Aussage: verwendet wird ausschliesslich Material, das vollständig aus dem Recycling von Altgold stammt, kein neu geschürftes Gold.

Neben den Verlobungs- und Trauringen führt Bijoux à la Carte eine eigene Kollektion sowie eine Antikschmuck-Linie mit ausgesuchten, restaurierten Stücken, eine Option für Paare, die einen Ring mit Geschichte statt einer Neuanfertigung suchen. Wer ein Erbstück hat, kann es hier auch verkaufen oder in Zahlung geben: Der Betrieb kauft Altgold und Antikschmuck an.

Reparaturen, Schätzungen und der Alltag rund um den Ring

Ein Verlobungsring ist meist nur der Anfang einer langen Beziehung zum eigenen Schmuck, und dafür bietet Bijoux à la Carte auch die Dienstleistungen danach: Grössenänderungen und Reparaturen, Schmuckschätzungen, das Knüpfen von Perlenketten und Ohrlochstechen. Wer aus einem anderen Kanton anreist, kann so nicht nur den Ring bestellen, sondern bei einem späteren Besuch in Bern auch die Grösse anpassen lassen oder eine Reinigung vornehmen, ohne den Betrieb wechseln zu müssen.

Die Öffnungszeiten sind auf Laufkundschaft in der Altstadt zugeschnitten: Dienstag bis Freitag von 09.00 bis 18.00 Uhr, Samstag von 10.00 bis 16.00 Uhr, montags bleibt der Laden geschlossen. Für Kundschaft, die extra anreist, lohnt sich also eine Terminvereinbarung ausserhalb der Randzeiten, auch weil eine individuelle Beratung Zeit braucht.

Was sonst noch im Haus entsteht

Neben den Auftragsarbeiten führt Bijoux à la Carte eine eigene Schmuckkollektion, ausserhalb der Trauring-Linie: Ketten, Ohrschmuck und Ringe, die im selben Atelier entworfen und gefertigt werden und die auf der Website unter eigenen Rubriken gezeigt werden. Wer sich für die Werkstattarbeit selbst interessiert, findet im hauseigenen Blog Beiträge über den handwerklichen Alltag, etwa darüber, wie ein Schmuckstück entworfen wird oder wie ein Ring von der Idee bis zur fertigen Fassung entsteht. Solche Einblicke sind kein Ersatz für einen Werkstattbesuch, geben aber schon vorab einen Eindruck davon, wie viele Arbeitsschritte in einem Unikat stecken, vom ersten Entwurf über das Wachsmodell bis zur Politur.

Auch die Antikschmuck-Linie ist mehr als ein Nebengeschäft: Die Stücke werden ausgesucht und sorgfältig restauriert, bevor sie wieder verkauft werden, was Fachwissen in historischen Fassungstechniken voraussetzt, dieselbe Werkstatt, die neue Ringe fertigt, hält also auch alte Handwerkstechniken lebendig. Für ein Paar, das über einen Verlobungsring mit Charakter statt einem makellos neuen Stein nachdenkt, ist das ein naheliegender Anlaufpunkt, gerade weil Beratung und Restaurierung aus einer Hand kommen.

Wie das Angebot zu vergleichbaren Betrieben steht

Im Vergleich zu grossen Bahnhofstrasse-Adressen in Zürich ist Bijoux à la Carte kleiner und persönlicher aufgestellt: keine mehrstöckige Verkaufsfläche, sondern ein Atelier, in dem die Kundschaft mit den Goldschmiedinnen spricht, die den Ring später auch tatsächlich anfertigen. Das ist ein anderes Erlebnis als der Kauf eines industriell gefertigten Rings ab Lager, und es passt zu Paaren, die Wert auf ein Unikat legen, nicht auf eine schnelle Lösung.

Der wahrnehmbare Nachteil ist die Grösse: Mit einem kleinen Team dauert eine Massanfertigung länger als bei einem Betrieb mit grösserer Werkstattkapazität, und wer kurzfristig einen Ring braucht, ist bei einer Fertigkollektion besser bedient. Auch ist der Betrieb, anders als nationale Ketten, nur an diesem einen Standort präsent, wer nicht in die Region reist, muss den Kontakt schriftlich oder telefonisch aufnehmen.

Für Massanfertigung statt Sofortkauf

Bijoux à la Carte eignet sich für Paare, die einen Ring wirklich mitgestalten wollen und bereit sind, dafür in die Berner Altstadt zu reisen oder mehrfach anzureisen. Wer stattdessen einen Ring sofort mitnehmen möchte, ist hier falsch. Für alle anderen ist die Kombination aus eingespieltem, gut ausgebildetem Team, recyceltem Gold und einem Werkstattbesuch mitten in einer der besterhaltenen Altstädte Europas ein starkes Argument, den Weg von Zürich, Basel oder sonst woher auf sich zu nehmen.

Wer den Besuch mit einem Ausflug verbindet, kann die Bestellung, die Anprobe des Modells und die Abholung des fertigen Rings auf mehrere Termine verteilen, statt alles an einem einzigen Tag durchzuziehen, ein Vorteil, den Kundschaft aus der Region nicht braucht, der aber für Paare von auswärts den ganzen Ablauf entspannter macht.

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