Bijouterie XG

Rue de Lausanne 14, Fribourg · seit 2010

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Bijouterie XG ist eine kleine, eigenständige Bijouterie-Sàrl an der Rue de Lausanne 14 in Fribourg, keine zwei Gehminuten von der Altstadt entfernt. Geführt wird sie von Xavier Goedecke, der den Betrieb im Juli 2010 gegründet hat. Was das Haus von einer gewöhnlichen Ladenbijouterie unterscheidet, ist der Werdegang seines Gründers: Goedecke kam mit 16 Jahren in Yverdon-les-Bains erstmals in ein Bijouterie-Praktikum, absolvierte danach ein Schuljahr in den USA an der Niskayuna High School im Staat New York und kehrte in die Schweiz zurück, um sein CFC als Bijoutier mit Fachrichtung Joaillerie an der Ecole Technique de la Vallée de Joux zu machen, einer der bekanntesten Ausbildungsstätten der Schweizer Uhren- und Schmuckbranche. Danach folgten zehn Jahre bei Omega, wo er innerhalb des Swatch-Group-Konzerns die Bijouterie-Abteilung des weltweiten Kundendienstes leitete. Erst danach machte er sich mit einer eigenen Werkstatt selbstständig.

Diese Herkunft prägt das Angebot. Bijouterie XG versteht sich weniger als Verkaufsfläche für fertige Ware, sondern als Atelier, das mitten in der Stadt produziert: "Lorsque vous passez la porte, vous pénétrez dans un atelier au cœur de la ville", heisst es auf der eigenen Seite, und Verlobungsringe entstehen laut Website direkt vor Ort, in der Werkstatt an der Rue de Lausanne 14. Der Ablauf für ein Verlobungsring-Projekt folgt einem klassischen Massanfertigungs-Weg: erste Skizzen und Recherchen, danach eine gemeinsame Ausarbeitung des Entwurfs, bis Form und Budget zusammenpassen. Auf den Beispielseiten für Fiançailles zeigt das Haus realisierte Ringe unter anderem in Platin 950, mit Diamanten, Tansanit, Smaragden und Saphiren, allerdings ohne veröffentlichte Preise, sodass sich zu Kosten nichts Verlässliches sagen lässt.

Neben Verlobungsringen deckt Bijouterie XG das ganze Spektrum klassischer Bijouterie-Arbeit ab: Trauringe, Ringe allgemein, Ohrringe, Anhänger und Halsketten, Armbänder, dazu eigene Kollektionen unter dem Namen Collections XG, Unikate, gebrauchte Stücke aus zweiter Hand und Uhren. Die Website listet die Dienstleistungen konkret auf: Kreation nach Wunsch, ein ethischer Service samt Goldankauf, Arbeiten in Joaillerie und Bijouterie, Reparatur und Umarbeitung sowie Restaurierung von Uhrengehäusen, ein direkter Nachklang der zehn Jahre im Omega-Kundendienst. Ein Team steht laut eigener Angabe zur Seite, das Haus ist also nicht als Ein-Personen-Betrieb organisiert, auch wenn Goedecke als Gründer und Fachperson im Zentrum steht.

Geöffnet ist von Dienstag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr und 13.30 bis 18.30 Uhr, sowie samstags von 10 bis 16 Uhr. Die Räumlichkeiten sind laut Website rollstuhlgängig. Kontaktieren lässt sich der Betrieb telefonisch unter 026 321 11 20 oder per E-Mail. Hinweise auf weitere Standorte in der Schweiz finden sich auf der Website nicht, es handelt sich, soweit ersichtlich, um einen einzigen Betrieb an dieser Adresse in Fribourg.

Neben der Werkstattarbeit betreibt Bijouterie XG auch einen kleinen Onlinebereich unter der Rubrik Shop, in dem eigene Kollektionen unter dem Namen Collections XG sowie Unikate angeboten werden. Dazu kommt ein Angebot für Stücke aus zweiter Hand, gelistet als 2nde main, und ein eigener Bereich für Uhren. Diese Kombination aus Massanfertigung, eigener Kollektion, Occasion und Uhrenhandel ist breiter als das reine Verlobungsring-Geschäft und zeigt, dass sich der Betrieb nicht nur auf ein Segment festgelegt hat. Der ethische Goldankauf, den die Website unter den Dienstleistungen aufführt, richtet sich an Kundschaft, die altes Gold einliefern und daraus etwas Neues fertigen lassen möchte, was zum Werkstattprofil passt, auch wenn die Website die genauen Bedingungen dieses Ankaufs nicht veröffentlicht.

Fribourg im nationalen Vergleich

Im nationalen Vergleich unterscheidet sich Fribourg deutlich vom Berner Handwerk unter den Lauben der Altstadt, wo kleine, oft über Generationen familiengeführte Ateliers direkt unter den Arkaden der Innenstadt arbeiten. Bijouterie XG dagegen ist ein junger Betrieb: Er besteht erst seit 2010 und wurde nicht aus einer Familientradition heraus gegründet, sondern von einem Bijoutier, der zuvor in der industriellen Luxusuhrenwelt gearbeitet hat. Das macht ihn zu einer Alternative mit einem anderen Profil: keine jahrhundertealte Adresse, dafür ein Gründer mit Ausbildung an der Vallée de Joux und Erfahrung im Kundendienst eines Weltkonzerns, was bei technisch anspruchsvollen Arbeiten wie Uhrengehäuse-Restaurierungen ein Argument sein kann.

Fribourg selbst liegt an der Bahnlinie zwischen Bern und Lausanne und ist von Bern aus mit dem Zug ohne Umsteigen erreichbar, was einen Ausflug für ein Beratungsgespräch praktikabel macht, auch ohne eigenes Auto. Die zweisprachige Stadt hat mit der Kathedrale und der Altstadt oberhalb der Saane einen eigenen historischen Kern, der touristisch und für einen kombinierten Ausflug mit einem Terminvorschlag reizvoll ist, auch wenn dieser Aspekt für die Kaufentscheidung selbst zweitrangig bleibt.

Wichtig für die Einordnung: Die Werkstatt selbst liegt nicht in der historischen Altstadt Fribourgs, sondern an der Rue de Lausanne, einer Geschäftsstrasse in der Nähe des Bahnhofs. Wer also ein romantisches Bild von einer Bijouterie unter mittelalterlichen Arkaden erwartet, findet das hier nicht, dafür aber eine Adresse, die von der Bahnstation aus zu Fuss gut erreichbar ist, was für einen Termin ohne Auto praktisch ist. Innerhalb von Fribourg konkurriert Bijouterie XG unter anderem mit einer zweiten, deutlich länger etablierten Bijouterie in der Stadt, die von einem Meisterjuwelier mit einer eigenen, jahrzehntelangen Betriebsgeschichte an einer anderen Adresse geführt wird. Beide sind eigenständige Betriebe mit unterschiedlichen Inhabern, unterschiedlichen Adressen und unterschiedlichen Gründungsgeschichten, auch wenn beide in derselben Stadt um dieselbe Kundschaft werben.

Wer hierher passt

Bijouterie XG passt zu Paaren, die einen individuell entworfenen Verlobungsring wollen und Wert darauf legen, dass er tatsächlich vor Ort und nicht nur im Verkaufsraum entsteht. Wer eine schnelle Auswahl von der Stange sucht, ist bei einem grösseren Schmuckhaus eher richtig, denn der Weg über Skizze und gemeinsame Ausarbeitung braucht Zeit und mehrere Termine. Wer dagegen die Herkunft des Gründers schätzt, also praktische Erfahrung aus der Uhrenindustrie kombiniert mit einer eigenen kleinen Werkstatt, findet hier ein Profil, das man in der Region nicht oft findet.

Ein echter Nachteil ist die Sprache: Die Website ist ausschliesslich auf Französisch verfügbar, was für Deutschschweizer Leserinnen und Leser eine zusätzliche Hürde sein kann, auch wenn ein persönliches Beratungsgespräch vor Ort das in der Regel auffängt. Ebenfalls fehlen auf der Website jegliche Preisangaben, sodass eine erste Einschätzung des Budgets nur im direkten Gespräch möglich ist, nicht vorab online.

Unterm Strich ist Bijouterie XG eine solide Adresse für alle, die in der Region Fribourg einen Verlobungsring in Auftrag geben wollen und einen Bijoutier mit einem ungewöhnlich konkreten fachlichen Hintergrund suchen, der von der Feinmechanik bei Omega bis zur eigenen Werkstatt am Puls der Fribourger Altstadt reicht.

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