Simone Gugger Goldschmiedin
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Wer online nach Simone Gugger sucht, landet oft zuerst auf der allgemeinen Startseite. Die eigentliche Verlobungsringe-Kollektion liegt auf einer eigenen Unterseite, simonegugger.ch/verlobungsringe, und genau dort beginnt der Besuch, den diese Goldschmiedin anbietet: kein Schaufenster, sondern ein Atelier an der Hochstrasse 13 in 8044 Zürich, im Quartier Unterstrass zwischen Universität Irchel und dem Kreis 6, weit weg von der Bahnhofstrasse. Wer hinfährt, kommt ab dem Hauptbahnhof mit der Tramlinie 10 Richtung Flughafen oder ab Bellevue mit der Tramlinie 9 Richtung Milchbuck bis zur Haltestelle Haldenbach, alternativ mit der Buslinie 33 bis Spyriplatz. Die Website sagt es direkt: "Nach telefonischer Vereinbarung steht die Ateliertür offen für Ihren Besuch." Das ist kein Geschäft zum Vorbeigehen, sondern ein Termin, den man sich vorab nimmt, unabhängig davon, aus welchem Kanton man anreist.
Wer hier arbeitet
Simone Gugger kam nicht über den klassischen Goldschmiedeweg zu ihrem Beruf. Die Website beschreibt ihren Werdegang so: "Nach einer Lehre als Dekorationsgestalterin lässt sie sich in der Fachklasse «Schmuck und Gerät» ausbilden." Diese Fachklasse verortet die Seite in einer bestimmten Tradition: "Ganz in der Tradition des Bauhauses finden dort Kunst und Handwerk zusammen." Seit ihrem Wechsel ins Fach ist die Schmuckgestaltung ihr Hauptfeld geblieben, wie die Seite festhält: "Seit 20 Jahren setzt Simone Gugger alles auf die Karte Schmuckgestaltung." Diese Kontinuität, zwei Jahrzehnte im selben Atelier am selben Handwerk, ist in einer Branche mit hoher Fluktuation ein eigener Wert, gerade für Paare, die einen Ring wollen, der nicht in drei Jahren wieder neu gefertigt werden muss, weil die Werkstatt nicht mehr existiert.
Was die Verlobungsringe-Seite zeigt
Die Kollektionsseite listet eine Reihe benannter Modelle statt einer Standardauswahl klassischer Solitäre. Wiederkehrend ist der Name Mazel, in mehreren Ausführungen: mit Altschliff-Diamant und Recycling-Roségold, mit Altschliff-Diamant und Recycling-Rotgold, mit Saphir und Recycling-Rotgold, mit Spinell und Recycling-Roségold, mit Turmalinen in Recyclinggold Rot und Rosé. Daneben stehen Modelle wie Stelle und Stella mit antiken Altschliff-Diamanten in Recycling-Roségold, ein Schlingring in reinem Recycling-Roségold, Ornamentringe in Recyclinggold, Rotgold und einer Legierung namens Dawn, sowie der Ring "en train" mit einer antiken Diamantrose in Recycling-Roségold. Ein Stapelring-Set namens "6 Freunde" kombiniert Altschliff-Diamant, Brillanten, die Recyclinggold-Legierung Dawn und Rotgold. Auch ein Ring namens Cailloux mit antiker Diamantrose und ein Ring namens Shwedagon mit antiker Diamantrose in Rosegold gehören zur Kollektion. Wiederkehrend sind zwei Materialentscheidungen: Recyclingmetall statt neu geschürftem Gold, und Altschliff-Diamanten beziehungsweise Diamantrosen, also historische Schliffformen, statt durchgehend moderner Brillantschliffe. Preise nennt die Seite nicht, auch keine Angaben zu Reinheits- oder Farbgraden der einzelnen Steine, sodass diese Details erst im Gespräch im Atelier zur Sprache kommen dürften.
Warum das auch ausserhalb von Zürich zählt
Innerhalb von Zürich ist ein Atelier im Kreis 6 eine von vielen Adressen. Was Simone Gugger über die Stadtgrenze hinaus relevant macht, ist die Pressepräsenz, die auf der Presseseite dokumentiert ist: Berichte im Z-Magazin der NZZ (2020/2023), ein Porträt in der NZZ selbst (2011), ein Artikel im Blick (2008), zwei Auftritte in der Annabelle (2002 und 2009), ein Porträt in der Publikation Massiv (2004) sowie ein Porträtbeitrag in Braun (2010). NZZ, Blick und Annabelle sind nationale Titel, keine Zürcher Quartierzeitungen, und die Zeitspanne von 2002 bis 2023 zeigt, dass es sich nicht um eine einmalige Erwähnung handelt, sondern um wiederkehrte Aufmerksamkeit über zwei Jahrzehnte. Das ist der Unterschied zwischen "ein weiterer Goldschmied in Zürich" und einer Gestalterin, deren Arbeit die Landespresse wiederholt für berichtenswert hielt, unabhängig davon, aus welchem Kanton eine Anfrage kommt.
Der zweite Grund, warum die Anreise sich lohnen kann, liegt im Geschäftsmodell selbst. Wer online nach fixfertigen Ringen mit Grössentabelle und Warenkorb sucht, findet auf simonegugger.ch keinen. Das Atelier arbeitet nach Terminvereinbarung, und die auf der Kollektionsseite gezeigten Ringe lesen sich eher als Referenzarbeiten denn als Lagerware. Wer aus einem anderen Kanton anreist, kauft damit nicht in erster Linie ein fertiges Produkt, sondern kauft sich Zeit im Gespräch mit der Person, die den Ring später auch tatsächlich fertigt. Das ist ein anderes Angebot als ein Fachgeschäft mit Vitrine: Wer sich für ein Modell wie Mazel oder Stelle entscheidet, kauft nicht das ausgestellte Einzelstück von der Stange, sondern eine Vorlage, aus der im Gespräch der eigene Ring entsteht, in der gewünschten Metallfarbe und mit dem gewünschten Stein. Genau darin liegt der Unterschied zu einem Katalog: Die Website zeigt keine Grössentabelle und keinen Warenkorb, weil das Modellbild der Ausgangspunkt eines Gesprächs ist, nicht der Endpunkt eines Kaufs.
Einordnung
Das Atelier an der Hochstrasse liegt bewusst ausserhalb der Bahnhofstrasse-Welt aus Schaufenstern und Markennamen, und genau das ist Teil des Angebots: ein persönliches Gespräch statt eines Verkaufsgesprächs, individuell gefertigte Stücke statt einer Kollektion ab Stange. Wer einen klassischen Solitär von der Stange sucht, den man am selben Nachmittag mitnehmen kann, ist bei einem Fachgeschäft im Stadtzentrum besser aufgehoben. Wer dagegen bereit ist, einen Termin zu vereinbaren, sich Zeit für ein Gespräch über recyceltes Gold und historische Diamantschliffe zu nehmen, und eine Gestalterin sucht, deren Arbeit über zwei Jahrzehnte in der nationalen Presse dokumentiert ist, findet hier eine der wenigen Adressen im Land, die dieses Profil tatsächlich erfüllt. Die fehlende Preisliste ist der einzige echte Wermutstropfen, wer vorab budgetieren will, muss dafür telefonisch oder per E-Mail nachfragen, bevor die Reise ansteht.
Auch die Website selbst spiegelt diese Haltung. Es gibt keinen Onlineshop, keinen Filter nach Karat oder Budget, keine Warenkorb-Funktion, sondern eine Bildergalerie mit benannten Modellen und eine separate Seite mit Presseausschnitten. Neben den Verlobungsringen führt die Navigation eigene Rubriken für Trauringe, Ohrschmuck und Halsschmuck, was zeigt, dass das Atelier nicht auf ein einzelnes Schmuckstück spezialisiert ist, sondern ein durchgehendes Sortiment über den ganzen Anlass hinweg anbietet, vom Antrag bis zur Trauung. Das ist ein zusätzlicher Grund, denselben Termin für Verlobungs- und spätere Trauringe zu nutzen, statt zwei verschiedene Adressen aufzusuchen.
Wichtig für die Erwartungshaltung: Wer aus einem anderen Kanton anreist, sollte den Termin vorher telefonisch oder per E-Mail vereinbaren, ein spontaner Besuch ohne Voranmeldung ist gemäss der eigenen Beschreibung des Ateliers nicht vorgesehen. Das ist der Preis für die Persönlichkeit des Angebots: Wer die Fahrt auf sich nimmt, sollte sie nicht mit der Erwartung eines klassischen Ladengeschäfts antreten, sondern mit der eines Werkstattbesuchs bei einer Gestalterin, die ihr Handwerk seit 20 Jahren an derselben Adresse betreibt und deren Arbeit wiederholt in der Landespresse Beachtung fand.