Goldschmiede Felicia Wettstein
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Ein Satz auf der eigenen Website von Felicia Wettstein liest sich anders als das übliche Verkaufsversprechen vieler Trauringhäuser. Ein Kundenpaar, Tatiana und Jonathan, schreibt dort ausdrücklich über den Ring, den die Goldschmiedin für ihre Verlobung angefertigt hat, und beschreibt ihn als Teil dieses Moments selbst. Solche Referenzen mit konkretem Anlass sind selten, und sie sind ein Grund, sich das Atelier genauer anzusehen. Die Adresse ist eindeutig: Bleicherweg 10, 8002 Zürich, so auf der Startseite, der About-Seite und der Reparaturseite übereinstimmend angegeben.
Die Goldschmiedin und ihr Weg
Felicia Wettstein ist gelernte Goldschmiedin und Juwelierin. Ihre Ausbildung absolvierte sie in Belgien, nach eigenen Angaben verbrachte sie 7 Jahre im Ausland, bevor sie in die Schweiz zurückkehrte. Von 2018 bis 2021 arbeitete sie in einem gemeinsamen Atelier mit dem Goldschmied Raphael Meyer in Zug. Im Sommer 2021 lernte sie Maja Lüdi kennen und übernahm deren Goldschmiedeatelier in Zürich. Am 1. Februar 2022 eröffnete sie dort ihr eigenes Geschäft. Diese Stationen, Zug und Zürich, zeigen eine gewachsene Verankerung im Schweizer Goldschmiedehandwerk und keinen frisch importierten Namen ohne lokale Geschichte.
Die eigene Darstellung betont neben der Ausbildung in Belgien auch Studien in Design, Zeichnen, Gemmologie und Metallverarbeitung. Diese Kombination aus klassischem Lehrberuf und gestalterischer Zusatzausbildung erklärt, warum das Atelier sowohl klassische Solitärringe als auch aufwendigere Sonderanfertigungen wie die Wappenringe im Programm hat. Auf der Website beschreibt Wettstein ihren Anspruch mit dem Satz, jedes Schmuckstück solle so individuell sein wie die Person, die es später trägt, und sie nehme sich Zeit, um Stein und Fassung gemeinsam mit der Kundschaft auszuwählen. Das ist erkennbar keine Fliessbandarbeit, sondern ein Modell, in dem eine einzelne Handwerkerin von der ersten Skizze bis zur letzten Politur verantwortlich bleibt.
Auf ihrer Seite beschreibt sie ihren Anspruch als handwerkliche Präzision, verbunden mit persönlicher Beratung: Sie wählt Edelsteine und Materialien selbst aus und entwirft jedes Stück gemeinsam mit der Kundschaft. Diamanten werden nach Angaben der Website durch das GIA (Gemological Institute of America) oder das HRD (Diamond High Council) in Antwerpen zertifiziert. Diese beiden Institute sind unabhängig von der Schweizer Edelmetallkontrolle, die den Feingehalt von Gold und Platin prüft und mit der Punze bestätigt, während GIA und HRD sich auf die Bewertung geschliffener Diamanten konzentrieren.
Was es zu kaufen gibt
Das Sortiment reicht von einfachen Bandringen bis zu aufwendigen Steinfassungen. Ein Bead Ring ist für 550 Franken gelistet, ein Alliance Classique Ring für 1'700 Franken. Am oberen Ende steht ein Champagne Diamond Ring für 19'800 Franken, ein Diamond-Pavé-Ring mit rotem Saphir kostet 19'400 Franken. Dazwischen liegen zahlreiche Modelle mit Morganit, Turmalin, Saphir und Aquamarin, jeweils mit eigenem Namen und Einzelpreis auf der Website ausgewiesen.
Eine Besonderheit im Sortiment ist die Kategorie Heraldic: ein Wettstein Crest Ring für 7'500 Franken zeigt, dass Wappen- und Siegelgravuren zum Repertoire gehören, ein Angebot, das man nicht bei jedem Trauringhaus findet. Für Paare, die einen Ring mit Familienwappen oder individuellem Siegelmotiv suchen, ist das ein eigenständiges Argument für den Weg nach Zürich.
Weitere Modelle auf der Website tragen Namen wie Solitaire Romantique, Alliance Arcade, Infinity Ring oder Lotus Ring und sind jeweils mit einem Edelstein wie Morganit, Turmalin oder Saphir kombiniert. Diese Bandbreite an Namen und Fassungsformen zeigt, dass es sich nicht um eine kleine Standardkollektion handelt, sondern um ein fortlaufend erweitertes Sortiment, in dem sich klassische Solitärformen und ausgefallenere Farbsteinringe nebeneinander finden. Für ein Verlobungsversprechen bedeutet das: Wer nicht den immer gleichen weissen Brillanten in Krappenfassung sucht, sondern einen Ring mit Charakter, findet hier mehrere Ansatzpunkte für ein Gespräch mit der Goldschmiedin.
Reparatur, Umarbeitung und Zertifizierung
Neben Neuanfertigungen bietet das Atelier unter dem Titel Refresh & Redesign eine Umarbeitung von bestehendem Schmuck an, von der einfachen Reinigung bis zur vollständigen Restaurierung. Wer einen geerbten Ring oder altes Familiengold besitzt, kann das Stück hier neu fassen oder umschmelzen lassen, statt es unbenutzt liegen zu lassen. Konkrete Preise oder Fristen für diese Leistung nennt die Website nicht, dafür braucht es ein persönliches Gespräch vor Ort.
Lage und Erreichbarkeit
Der Bleicherweg liegt am Rand der Zürcher Innenstadt, entlang des Sihlkanals in Richtung Bürkliplatz, und wird vor allem von Versicherungs- und Finanzadressen geprägt. Das ist eine andere Nachbarschaft als die Bahnhofstrasse mit ihren traditionsreichen Schmuckhäusern: Wettsteins Atelier ist kein Ladengeschäft mit Schaufensterauslage, sondern eine Werkstatt, in der die Goldschmiedin selbst am Werktisch sitzt. Geöffnet ist Dienstag bis Freitag von 10:00 bis 18:00 Uhr sowie Samstag von 10:00 bis 16:00 Uhr, Sonntag und Montag bleibt geschlossen.
Zürich HB liegt fussläufig erreichbar, was für ein Atelier ausserhalb der eigentlichen Bahnhofstrasse keine Selbstverständlichkeit ist.
Was das Atelier von einem gewöhnlichen Fachgeschäft unterscheidet
Zürich selbst hat keinen Mangel an Goldschmieden, deshalb muss ein einzelnes Atelier einen eigenen Grund liefern, warum es sich von der Konkurrenz im gleichen Kanton abhebt. Bei Wettstein ist das der direkte Zugang zur Goldschmiedin: kein Verkaufspersonal zwischen Kundschaft und Werkbank, sondern eine einzelne Handwerkerin, die Design, Steinauswahl und Anfertigung selbst verantwortet. Dazu kommt das Heraldic-Angebot mit Wappengravuren, das ausserhalb einiger weniger Spezialateliers in der Schweiz kaum zu finden ist. Wer ein Familienwappen oder ein individuelles Siegelmotiv in einen Ring einarbeiten lassen will, findet hier eine Werkstatt, die das ausdrücklich im Programm hat, nicht als Sonderwunsch, sondern als eigene Kollektion. Die durchgängig auf der Website ausgewiesenen Einzelpreise, von 550 Franken für den Bead Ring bis 19'800 Franken für den Champagne Diamond Ring, machen zudem vorab nachvollziehbar, in welchem Segment sich ein Modell bewegt, bevor überhaupt ein Termin vereinbart wird.
Für wen sich der Besuch lohnt
Am besten passt das Atelier zu Paaren, die den Entwurfsprozess direkt mit der Person führen wollen, die den Ring später auch anfertigt, und die Zeit für ein persönliches Gespräch statt für eine Vitrine mit Fertigware mitbringen. Auch für alte Ringe oder Familienschmuck, der eine zweite Chance verdient, ist das Refresh & Redesign-Angebot eine konkrete Anlaufstelle. Wer sich vorab online durch fertige Modelle klicken möchte, findet auf der Website eine ausführliche Übersicht mit Preisen zu jedem einzelnen Stück, gerade wenn man vor dem Termin schon ungefähr wissen will, in welchem Preissegment man sich bewegt, statt das erst vor Ort zu erfahren.
Ein kleiner Wermutstropfen: Der Onlineshop auf der Website zeigte beim Abruf keine verfügbaren Artikel im Warenkorb, sodass eine Bestellung ohne persönlichen Kontakt derzeit nicht zuverlässig funktioniert. Für ein Verlobungsversprechen ist das ohnehin meist zweitrangig, ein Ring dieser Preisklasse wird selten ungesehen im Warenkorb bestellt, aber wer eine schnelle Onlinebestellung erwartet, sollte stattdessen direkt per E-Mail oder Telefon Kontakt aufnehmen. Wer den direkten Weg über E-Mail oder Telefon geht, bekommt dafür eine Goldschmiedin, die ihre Stücke selbst entwirft und fertigt, mit nachvollziehbarem Werdegang zwischen Zug und Zürich und einem Sortiment, das von einfachen Bandringen bis zu aufwendigen Wappenringen reicht.