Goldschmiede Susana Humanes

St. Alban-Vorstadt 44, Basel

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Wer einen Verlobungsring bei Susana Humanes bestellt, kauft nicht aus einer Vitrine. Man setzt sich mit der Goldschmiedin selbst zusammen, in ihrem eigenen Atelier an der St. Alban-Vorstadt in Basel, und bespricht mit ihr, was aus einer Idee ein Ring werden soll. Das ist der Kernunterschied zu einem Fachgeschäft mit mehreren Angestellten und einer Vitrine voller fertiger Modelle: Hier gibt es keine Zwischenstation zwischen Kundengespräch und Werkbank. Die Person, die berät, ist dieselbe Person, die den Ring später sägt, lötet und poliert.

Ein Atelier, keine Boutique

Susana Humanes führt ihr Goldschmiedeatelier für Unikatschmuck als Einzelperson. Auf ihrer Website heisst es unmissverständlich, dass die Stücke „in sorgfältiger Handarbeit von mir hergestellt“ werden, nicht von einem Team im Hintergrund. Wer schon einmal in einem grossen Bahnhofstrassen-Geschäft nach einem individuellen Ring gefragt hat, kennt den Unterschied: Dort landet die Sonderanfertigung oft bei einer internen Werkstatt, die man nie zu Gesicht bekommt. Bei Humanes ist die Werkstatt der Ort, an dem man sitzt, wenn man über Fassung, Metall und Form spricht.

Das Sortiment ist entsprechend breit für einen Einzelbetrieb: Verlobungsringe, Trauringe, weitere Ringe, Halsschmuck mit Perlen und Edelsteinen, Ohrschmuck und Medaillons. Dazu kommen Servicearbeiten, die eine reine Verkaufsboutique gar nicht anbietet: Pflege, Umarbeitungen, das Knüpfen und Aufziehen von Ketten sowie Restaurationen und Reparaturen. Wer also nicht nur einen neuen Ring sucht, sondern zum Beispiel den Ring der Grossmutter umarbeiten lassen will, ist hier grundsätzlich richtig, weil genau diese Arbeit zum Alltag eines Goldschmiedeateliers gehört und nicht zum Sortiment eines Ladens mit reinem Verkaufsfokus.

Zu den Materialien macht die Website eine konkrete Aussage: Die verwendeten Edelmetalle stammen aus einer Quelle, die vom Responsible Jewellery Council (RJC) in London zertifiziert ist, und laut eigener Angabe garantiert und ausschliesslich aus Recycling gewonnen werden. Das ist eine Zusage, die man bei einer Sonderanfertigung direkt ansprechen kann, weil man mit der Person spricht, die das Metall auch tatsächlich verarbeitet, nicht mit einer Verkaufsperson, die eine Herkunftsangabe aus dem Katalog vorliest. Wie jeder Schweizer Goldschmiedebetrieb, der mit Edelmetallwaren arbeitet, bewegt sich auch dieses Atelier im Rahmen der eidgenössischen Edelmetallkontrolle, die den Feingehalt von Gold-, Silber- und Platinwaren prüft und mit einer amtlichen Punze bestätigt. Für Käuferinnen und Käufer bedeutet das: Ein in der Schweiz gefertigter und punzierter Ring trägt eine staatlich kontrollierte Herkunftsgarantie für das Metall selbst, unabhängig davon, wie klein der Betrieb ist, der ihn herstellt.

Die Website nennt keine Herstellerin ausser Susana Humanes selbst, kein Team, keine Auszubildenden. Das ist im Schweizer Goldschmiedehandwerk keine Seltenheit: Das Berufsbild wird klassischerweise über eine Lehre mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) erlernt, und ein grosser Teil der Branche besteht aus genau solchen Einzelateliers, die nach der Ausbildung als eigenständiger Betrieb weiterarbeiten statt in einem grossen Haus angestellt zu bleiben. Zu Frau Humanes' eigenem Werdegang macht die Website keine Angaben, entsprechend führt dieser Text dazu nichts Konkretes an. Was sich dagegen klar belegen lässt, ist die Betriebsform selbst: ein Atelier, ausgerichtet auf Unikatschmuck, nicht auf ein austauschbares Sortiment.

Was ein Termin hier bedeutet

Die Website betont zweimal, in unterschiedlichen Worten, dass Beratung Zeit bekommt: „ich nehme mir zeit sie zu beraten“ und „ich lege wert auf eine individuelle beratung und sorgfältige ausführung“. Für ein Einzelunternehmen ist das keine Marketingfloskel, sondern eine praktische Folge der Betriebsgrösse: Es gibt keine Warteschlange von Kundinnen und Kunden, die parallel bedient werden, und keine Verkaufsvorgabe, die ein Gespräch verkürzt. Wer einen Termin vereinbart, bekommt die volle Aufmerksamkeit der Person, die den Ring am Ende auch fertigt.

Das ist gleichzeitig die Kehrseite, die man kennen sollte: Ein Einpersonenbetrieb hat keine Vitrine voller Ringe zum sofortigen Mitnehmen und keine zweite Fachkraft, die einspringt, wenn die Goldschmiedin gerade an der Werkbank oder im Urlaub ist. Wer schnell und ohne Termin vorbeischauen will, ist bei einem grösseren Fachgeschäft besser bedient. Wer dagegen ein Stück will, das wirklich für die eigene Hand gemacht wird, nimmt diesen Umstand in Kauf, und genau dafür ist ein Atelier wie dieses gedacht.

Basel als Ziel für die ganze Schweiz

Für Verlobungspaare, die nicht in Basel wohnen, stellt sich die Frage, ob die Reise lohnt. Die St. Alban-Vorstadt liegt in der historischen Basler Altstadt am Rand der Innenstadt, nahe am Rhein, ein Quartier mit altem Baubestand und kleinteiligem Gewerbe statt Einkaufszentren. Ein Besuch bei Susana Humanes lässt sich gut mit einem Altstadtspaziergang verbinden, was für Paare aus anderen Kantonen einen zusätzlichen Grund liefert, den Termin nicht nur als Erledigung, sondern als Ausflug zu planen. Basel selbst ist über die Fernverkehrslinien der SBB aus der übrigen Deutschschweiz direkt erreichbar, mit einem Bahnhof, der auch grenzüberschreitende Verbindungen nach Deutschland und Frankreich bündelt, sodass ein Termin sich unkompliziert mit einer Bahnreise verbinden lässt, ohne dass man in Basel selbst ein Auto braucht.

Anders als eine Kette mit Filialen in mehreren Städten gibt es diesen Betrieb nur an einem einzigen Ort. Auf der Website ist keine zweite Adresse oder Filiale ausgewiesen, und auch das Impressum nennt ausschliesslich die St. Alban-Vorstadt. Wer diesen Ring will, kommt entweder nach Basel, oder er entsteht nicht. Das unterscheidet Humanes deutlich von grösseren Ketten mit Ablegern in Zürich, Bern oder Genf, bei denen ein Termin in der nächstgelegenen Filiale ausreicht. Hier ist die Reise Teil des Angebots, nicht ein Umweg um es.

Für wen sich das lohnt

Wer ein Ringpaar sucht, das nirgendwo sonst in dieser Form existiert, und bereit ist, dafür einen Termin statt eines Ladenbesuchs einzuplanen, findet in diesem Atelier genau die Betriebsform, die das ermöglicht. Wer dagegen unter Zeitdruck steht oder ein Modell aus einer bestehenden Kollektion sucht, ist mit einem grösseren Fachgeschäft schneller bedient. Für Paare, die aus einem anderen Kanton anreisen und die Fassung, das Metall und die Form direkt mit der Person besprechen wollen, die den Ring später tatsächlich anfertigt, ist die Reise nach Basel der Punkt, nicht das Hindernis.

Wer aus Zürich, Bern oder der Ostschweiz anreist, kann den Termin mit einem Altstadtbummel entlang des Rheins verbinden und braucht in Basel selbst kein Auto, weil die St. Alban-Vorstadt vom Bahnhof aus zu Fuss erreichbar ist. Genau diese Kombination, ein eigenständiges Atelier statt einer Filiale und ein Standort mitten in der Basler Altstadt, macht den Eintrag hier zu mehr als einer lokalen Empfehlung: Es ist ein Ziel, das eine eigene Reise wert ist, wenn die Herstellung durch eine einzelne, greifbare Person das ist, was man sucht.

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