Goldschmiede Spalenberg

Spalenberg 49, Basel

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Wer bei Goldschmiede Spalenberg einen Verlobungsring bestellt, bestellt ihn direkt bei der Person, die ihn auch anfertigt. Das Atelier an der Adresse Spalenberg 49 in Basel gehört Christin Weber, die dort seit September 2015 selbständig arbeitet und sich die Räumlichkeiten mit ihrer Goldschmiedekollegin Selina Brander teilt, jede mit eigenem Betrieb. Es gibt kein Verkaufspersonal, keine Filiale, keinen Katalog von der Stange: Wer anruft oder vorbeikommt, spricht mit der Goldschmiedin selbst.

Was es ist

Goldschmiede Spalenberg ist ein Einzelatelier für handgefertigten Schmuck, mit einem klaren Schwerpunkt auf Eheringen und Verlobungsringen, daneben auch Ringe, Ohrschmuck und Halsschmuck sowie Kundenanfertigungen nach eigenen Ideen. Verlobungsringe entstehen laut eigener Aussage der Werkstatt ausschliesslich individuell nach Wunsch und Idee der Kundschaft, es gibt keine Serienware. Die Auswahl reicht von klassischen Solitär-Ringen mit Grifffassung über geschlossene Fassungen bis zu speziellen Formen wie einer Rosenfassung oder einer Fassung mit vertiefter Rille.

Neben Verlobungsringen fertigt die Werkstatt auch Eheringe, in klassischer Form, mit Steinbesatz, zweifarbig, mit sichtbarer Struktur oder mit Carbon-Einlage, sowie individuelle Sonderformen. Wer beides zusammen bestellt, Verlobungs- und Eheringe, bekommt sie damit aus derselben Hand und im selben Formvokabular, was bei einer grösseren Schmuckkette mit wechselndem Personal nicht garantiert ist. Dazu kommen Kundenanfertigungen ausserhalb des Ring-Segments: Anhänger und Ohrschmuck nach eigenen Ideen der Kundschaft, ebenfalls auf Bestellung und nicht ab Lager.

Was man bekommt

Zwei Materialentscheidungen ziehen sich durch das ganze Sortiment. Erstens: Alles Edelmetall ist OEKOGOLD, zu 100% recyceltes Gold, dessen Herkunft von der RJC (Responsible Jewellery Council) in London zertifiziert wird. Wer es ausdrücklich wünscht, bekommt stattdessen Fairtrade-Gold aus Minen, die von der Max-Havelaar-Stiftung zertifiziert sind. Zweitens: Wer eigenes Altgold oder eigene Steine mitbringt, kann prüfen lassen, ob sich daraus direkt ein neues Stück fertigen lässt, statt neues Material zu kaufen. Bei den Steinen geht die Werkstatt bewusst über den Brillanten hinaus: Unter dem Titel "Es müssen nicht immer Diamanten sein" zeigt die Website Verlobungsringe mit Saphir, Tsavorit und Tansanit, unter anderem in Platin und Palladium gefasst, neben den erwartbaren Ausführungen in Gelb-, Weiss- und Rotgold.

Was heraussticht

Was dieses Atelier von anderen Adressen auf dem Spalenberg unterscheidet, ist weniger die Lage als die Laufbahn dahinter. Christin Weber absolvierte ihre Goldschmiedelehre von 1991 bis 1995 bei der Firma Isler in Basel, nach einem Vorkurs 1990 bis 1991 an der Schule für Gestaltung Basel. Danach arbeitete sie als Angestellte bei drei verschiedenen Häusern in drei verschiedenen Städten: 1995 bis 1997 bei Muller SA in Genf, 1997 bis 1999 bei John Donald in London, 1999 bis 2000 bei der Firma Zinstag in Basel. Erst danach machte sie sich selbständig, zunächst 2001 bis 2005 eingemietet im Atelier "Kostbares" von Angela Zbinden, ab 2005 mit eigenem Atelier an der Rosshofgasse 5, das sie zuerst mit Felicitas Seebass und ab 2011 mit Selina Brander teilte, bevor beide 2015 gemeinsam an den Spalenberg 49 zogen. Eine Station in London bei einem etablierten Haus wie John Donald ist unter den Basler Goldschmiedeateliers keine Selbstverständlichkeit und zeigt sich auch im Formenvokabular der Website, das eher zurückhaltend-skulptural als betont traditionell wirkt.

Eine zweite Eigenheit ist die Schlangenkollektion, die 2016 mit einem einzelnen Schlangenring begann und seither auf Anhänger, Ohrstecker, Manschettenknöpfe und ein Schmuckobjekt mit zwei Schlangen auf einem Rindenstück gewachsen ist. Sie hat mit Verlobungsringen im engeren Sinn nichts zu tun, zeigt aber, dass hier auch ausserhalb des Auftragsgeschäfts eigenständig entworfen wird, nicht nur nachgearbeitet. Für ein Brautpaar, das sich für den Stil des Ateliers interessiert, lohnt sich ein Blick auf diese freien Arbeiten, weil sie zeigen, wie die Goldschmiedin mit Formen umgeht, wenn kein Kundenauftrag den Rahmen vorgibt, ein guter Indikator dafür, was handwerklich möglich ist, wenn der eigene Verlobungsring ausgefallener werden soll als ein einfacher Solitär.

Wie es organisiert ist

Das Atelier hat feste, aber knappe Öffnungszeiten: montags geschlossen, dienstags nur nach Vereinbarung, mittwochs bis freitags von 11.00 bis 18.30 Uhr, samstags von 11.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Für ein Beratungsgespräch zu einem Verlobungsring lohnt sich ein Anruf vorab, erreichbar unter der auf der Website angegebenen Nummer 061 261 13 49 oder per E-Mail. Der Bestellweg läuft über das persönliche Gespräch, nicht über einen Online-Konfigurator: Auf der Website liegen zwar Fotos bereits gefertigter Ringe, aber keine Preise und keine Konfigurationsmaske. Wer einen Ring bestellen will, muss also den Kontakt suchen, bekommt dafür aber ein Stück, das eigens für ihn entsteht.

Wie es sich vergleicht

Der Spalenberg in der Basler Altstadt versammelt traditionell mehrere Goldschmiedeateliers auf engem Raum, und wer dort nach einem Verlobungsring sucht, hat mehrere Adressen zur Auswahl. Goldschmiede Spalenberg unterscheidet sich von den grösseren Häusern der Strasse dadurch, dass hinter dem Namen eine einzelne Goldschmiedin mit einer international geprägten Ausbildung steht und nicht ein Team oder eine mehrköpfige Werkstatt. Verglichen mit Anbietern in Zürich oder Bern, die oft grössere Kollektionen ab Lager führen, ist das hier ein reines Massanfertigungsmodell: kein Lagerbestand an fertigen Verlobungsringen zum sofortigen Mitnehmen, dafür volle Freiheit bei Fassung, Metall und Stein. Filialen ausserhalb von Basel gibt es keine, das Atelier ist ein einziger Standort.

Für wen es passt

Wer einen Verlobungsring will, der über Basel hinaus wirklich einzigartig ist, und der bereit ist, dafür ein oder mehrere persönliche Gespräche einzuplanen statt online zu bestellen, findet hier eine passende Adresse. Auch wer Wert auf nachvollziehbare Materialherkunft legt, zu 100% recyceltem Gold als Standard statt als Aufpreisoption, oder wer eigenes altes Gold in ein neues Stück umarbeiten lassen möchte, ist hier richtig. Ebenso, wer bewusst einen farbigen Stein statt eines Brillanten sucht: Saphir, Tsavorit oder Tansanit gehören sichtbar zum Angebot, nicht nur als Randnotiz. Wer dagegen schnell und ohne Termin einen Ring von der Stange kaufen will, ist bei einem grösseren Juwelier mit Lagerware besser bedient, ebenso, wer eine Filiale in der Nähe des eigenen Wohnorts ausserhalb von Basel sucht: Diese Adresse gibt es nur an einem einzigen Ort.

Fazit

Goldschmiede Spalenberg ist kein Schmuckgeschäft im klassischen Sinn, sondern die Werkstatt einer einzelnen, international ausgebildeten Goldschmiedin, die Verlobungsringe von Grund auf nach den Vorstellungen ihrer Kundschaft baut, konsequent aus recyceltem oder auf Wunsch fair gehandeltem Gold. Der einzige echte Nachteil ist der, der aus dem Modell selbst folgt: keine Öffnungszeiten am Montag, kein spontaner Einkauf ohne Termin, keine Website mit direkter Preisliste. Wer das in Kauf nimmt, bekommt einen Ring, der so entsteht, wie es die Kundin oder der Kunde will, gefertigt von der Person, die seit 1991 an der Werkbank steht.

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