Die Goldschmiedin – Atelier Selina Brander

Spalenberg 49, 4051 Basel · seit 2011

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Wer den Spalenberg in der Basler Altstadt hinaufgeht, läuft an einer ganzen Reihe von Goldschmiedewerkstätten und Antiquitätenläden vorbei, das ist die Strasse in Basel, in der dieses Gewerbe seit jeher zuhause ist. Auf der Hausnummer 49 arbeitet seit 2015 Selina Brander in ihrem eigenen Atelier, Die Goldschmiedin. Sie hat den Laden nicht übernommen, sondern ihn dorthin verlegt, nachdem sie ihn 2011 zunächst an der Rosshofgasse 5 eröffnet hatte. Wer heute an dieser Adresse klingelt, trifft auf eine Goldschmiedin, die ihr Handwerk in Basel gelernt hat und es seither an derselben Strasse ausübt, an der schon ihre Kolleginnen und Kollegen arbeiten.

Wer hier arbeitet

Selina Brander ist 1982 in Basel geboren, als Tochter des Goldschmieds Ernst Brander. Die Ausbildung dazu passt: Von 2003 bis 2004 besuchte sie den Vorkurs an der Schule für Gestaltung Basel, von 2004 bis 2008 absolvierte sie ihre Lehre als Goldschmiedin bei K&A Degen in Basel. Danach arbeitete sie 2008 und 2009 bei Gschwind Goldschmied, ebenfalls in Basel. 2006 und 2007 besuchte sie an derselben Schule für Gestaltung einen Kurs im Giessen, dem Verfahren, mit dem flüssiges Metall in eine vorbereitete Form gegossen wird. 2007 vertiefte sie zusätzlich die Technik des Ziselierens, bei der ein Muster mit feinen Meisseln von Hand in die Metalloberfläche getrieben wird, statt gestanzt oder graviert. Im gleichen Jahr gewann sie den Wettbewerb zur Gestaltung der Vereinsfahne des Musikvereins Arlesheim, ein Auftrag, der zeigt, dass ihre Arbeit schon damals über reine Ringfertigung hinausging. 2015, im selben Jahr wie der Umzug an den Spalenberg, arbeitete sie zudem im Museum of Islamic Art in Katar mit, ein Arbeitseinsatz weit ausserhalb der Schweiz, der auf der Seite ohne weitere Details aufgeführt ist. Diese Laufbahn, Basler Lehre, mehrere Zwischenstationen bei anderen Goldschmieden, ein Arbeitseinsatz im Ausland und schliesslich die eigene Werkstatt, ist auf der Seite selbst dokumentiert und zeigt eine Handwerkerin, die nicht nur verkauft, sondern selbst fertigt.

Was das Atelier auszeichnet

Die Goldschmiedin beschreibt ihre Arbeit so, dass sie in ihrer Goldschmiede individuelle Schmuckkreationen kreiert, die speziell auf die Bedürfnisse der Kundschaft angepasst sind. Neben klassischen Materialien wie Gold und Edelsteinen verarbeitet sie auch Holz, Hybridkeramik und Kunststoff, eine Materialbreite, die man bei einem klassischen Trauring-Fachgeschäft eher selten findet. Wer also einen Verlobungsring will, der nicht aus dem Standardsortiment stammt, sondern aus einem Gespräch über Wünsche, Skizzen und Modelle entsteht, ist hier richtig. Reparaturen, Grössenänderungen und die Auffrischung älterer Schmuckstücke gehören ebenso zum Angebot wie neue Anfertigungen, das Sortiment reicht von Verlobungs- und Trauringen über Hals-, Hand- und Ohrschmuck bis zu Fasnachtsschmuck, ein Basler Thema, das in dieser Form nur an diesem Ort auf der Website auftaucht.

Diese Kombination aus eigener Werkstatt vor Ort und ungewöhnlichen Materialien unterscheidet Die Goldschmiedin von den grösseren, auf Serienware ausgerichteten Fachgeschäften, die man in derselben Altstadt findet. Wer Gold, ein Edelmetall mit eigener Prüfstelle in der Schweiz, gegen einen zeitgenössischeren Werkstoff wie Hybridkeramik tauschen will, bekommt das hier als Teil des Kernangebots und nicht als Sonderwunsch.

Die Lage am Spalenberg 49

Der Spalenberg führt von der Innenstadt hinauf zum Spalentor und gilt in Basel als eine der Adressen für Goldschmiedekunst und Antiquitäten, mehrere Werkstätten und Galerien liegen hier auf engem Raum. Dass Selina Brander ihr Atelier 2015 gerade an diese Strasse verlegt hat, reiht sie in diese Nachbarschaft ein, ein bewusster Standortentscheid für eine Handwerkerin, die vom Vorbeigehen und Hineinschauen lebt. Basel selbst war bis 2019 Gastgeberin der Baselworld, der einstmals grössten Messe für Uhren und Schmuck weltweit, die letzte Ausgabe fand vom 21. bis 26. März 2019 statt. Die Stadt hat aus dieser Zeit ein dichtes Netz an Goldschmieden und Zulieferern behalten, in das sich ein kleines, inhabergeführtes Atelier wie dieses einfügt, ohne davon abhängig zu sein.

Innerhalb dieser Nachbarschaft unterscheidet sich Die Goldschmiedin von den grösseren Traditionshäusern der Stadt gerade durch die Grösse: Es ist ein Ein-Personen-Atelier ohne erkennbare Filialen in anderen Kantonen, die Website nennt ausschliesslich die Adresse am Spalenberg. Wer also hierherkommt, spricht direkt mit der Person, die den Ring später auch anfertigt, nicht mit einer von mehreren Verkaufsberatungen in einem grösseren Betrieb.

Was man in Basel findet, das andernorts fehlt

Ein Trauring-Fachgeschäft mit fertiger Kollektion findet sich in praktisch jedem grösseren Kanton. Ein Ein-Personen-Atelier, das Gold ebenso selbstverständlich verarbeitet wie Hybridkeramik, Holz oder Kunststoff, und bei dem dieselbe Person berät, entwirft und fertigt, ist seltener. Die Website nennt keine weiteren Standorte, das Angebot ist an die Werkstatt am Spalenberg gebunden, wer den Materialmix aus Metall und Holz oder Keramik sucht, findet ihn nicht einfach im nächstgelegenen Fachgeschäft der eigenen Region.

Wer bei Selina Brander richtig ist

Am besten passt Die Goldschmiedin zu einem Paar, das keinen Ring von der Stange sucht, sondern ein Stück, das aus einem persönlichen Gespräch mit der Goldschmiedin selbst entsteht, und das offen ist für Materialien jenseits von Gold und Diamant. Wer stattdessen eine grosse Auswahl vorgefertigter Ringe zum sofortigen Anprobieren sucht, ist bei einem der grösseren Fachgeschäfte in der Basler Altstadt besser aufgehoben, ein Ein-Personen-Atelier kann diese Breite naturgemäss nicht bieten. Wer umgekehrt bereits eine Vorstellung vom fertigen Stück hat, etwa einen Ring aus Holz und Gold statt aus reinem Edelmetall, findet genau dafür bei den grösseren Häusern seltener ein Gegenüber, das diesen Materialmix selbst beherrscht.

Auch die Öffnungszeiten passen zu diesem Profil: Das Atelier ist von Mittwoch bis Freitag von 11:00 bis 18:30 Uhr geöffnet, samstags von 11:00 bis 16:00 Uhr, wobei die Seite selbst darauf hinweist, dass sich die Zeiten ändern können und ein Blick in die News oder den Google-Eintrag vor einem Besuch aus einem anderen Kanton sinnvoll ist. Für eine Reise, die sich lohnen soll, heisst das: den Besuch vorab telefonisch absichern, statt spontan vor verschlossener Tür zu stehen. Ein Wermutstropfen ist zudem, dass die Website keine Preise nennt, wer eine Vorstellung vom Budget haben will, muss dafür direkt Kontakt aufnehmen. Das schmälert den Gesamteindruck eines Ateliers mit klarem Profil und langer, dokumentierter Ausbildung aber kaum.

Fazit

Die Goldschmiedin ist der aktuelle Betrieb an einer Adresse, die seit 2015 fest zur Basler Goldschmiedeszene am Spalenberg gehört, geführt von einer Handwerkerin mit Basler Lehre, eigener Werkstatt und einem Materialrepertoire, das über klassisches Gold und Diamant hinausgeht. Für Käufer, die einen individuell gefertigten Ring einer Reise wert finden, ist das ein nachvollziehbarer Grund, in Basel Halt zu machen statt im Ring-Angebot der eigenen Stadt zu bleiben.

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