Goldschmiede Obsession
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Wer bei OBSESSION nach einem Verlobungsring sucht, landet nicht in einer allgemeinen Ringrubrik, sondern direkt bei einem eigenen Menüpunkt namens "Verlobungsring". Das ist im Schweizer Goldschmiedegewerbe keine Selbstverständlichkeit, viele Betriebe verstecken das Thema unter "Ringe" oder "Trauringe". OBSESSION zeigt Solitär- und Alliance-Ringe in vier eigenen Linien, "Traditionell", "Extravagant", "Charakterstark" und "Unikate", und wirbt auf dieser Seite mit dem Satz, ein Verlobungsring sei "ein 'Ja' zu einem gemeinsamen Leben, ein 'Ja' zum Lieblingsmenschen".
Wetzikon ist der Sitz, nicht die Nebenadresse
Wer den Betrieb wegen seiner Zürcher Adresse In Gassen 6 beim Paradeplatz kennt, findet im Impressum eine Überraschung: Als eingetragener Sitz der OBSESSION Schmuck & Objekt AG steht dort die Bahnhofstrasse 55/57 in Wetzikon, während Zürich ausdrücklich als "Dependance Zürich" geführt wird, also als Zweigstelle. Damit gehört dieser Betrieb ins Zürcher Oberland nicht bloss, weil er dort irgendeine Filiale unterhält, sondern weil das Atelier mit der Werkbank dort steht. Auf der Wetzikon-Seite bezeichnet sich der Standort selbst als "Geschäft und Atelier", auf der Zürich-Seite dagegen schlicht als "Geschäft in Zürich".
Das Atelier liegt an der Bahnhofstrasse 55 in 8620 Wetzikon, rund 5 Gehminuten vom Bahnhof entfernt. Mit der S-Bahn erreicht man den Standort über die Linien S5 und S15, die im 15-Minuten-Takt aus Zürich und Rapperswil verkehren, die Fahrzeit beträgt laut eigener Angabe 15 bis 20 Minuten. Wer mit dem Auto anreist, findet Parkplätze direkt hinter dem Haus. Geöffnet ist von Dienstag bis Freitag von 9:30 bis 18:30 Uhr und samstags von 9:30 bis 16:00 Uhr, ausserhalb dieser Zeiten läuft die Beratung auf Termin, auch kurzfristig. Für ein Geschäft, das im Zürcher Oberland gelistet wird, ist das eine der klareren Begründungen: kein Zürcher Betrieb mit einer Aussenstelle, sondern ein Betrieb aus Wetzikon mit einer Aussenstelle in Zürich.
Die Adresse am Paradeplatz bleibt trotzdem der Blickfang: In Gassen 6 liegt in einer mittelalterlichen Gasse zwischen Paradeplatz, Münsterhof, Rathausbrücke und Rennweg, mit den nächsten Parkplätzen am Stadthausquai beim "Bauschänzli". Im oberen Stock des Zürcher Geschäfts befindet sich zusätzlich eine "Siegelring Lounge". Wer beide Standorte vorab sehen möchte, kann das über einen virtuellen Rundgang tun, den OBSESSION für Wetzikon und Zürich getrennt anbietet.
Wer hinter der Werkbank steht
Geführt wird der Betrieb von Goldschmiedemeisterin Alexandra Frei, die als Geschäftsinhaberin firmiert, und von Matthias Frei, Geschäftsinhaber und gestalterischer Leiter. Beide bringen laut eigener Angabe über 25 Jahre Erfahrung mit. Das Team bildet auch selbst aus: Dominique Linhardt hat ihre Goldschmiede-Lehre im Betrieb gemacht, ist inzwischen seit über 10 Jahren dabei und bildet mittlerweile selbst Lehrlinge aus. Aktuell lernen dort Aylin Hiller, die im Herbst 2023 eine verkürzte Lehre begonnen hat, und Zaira Guldimann, die seit Herbst 2025 im Betrieb ist. Zum Zeitpunkt der Recherche sucht OBSESSION zusätzlich eine Goldschmiedin oder einen Goldschmied sowie eine CAD-Schmuckzeichnerin oder einen CAD-Schmuckzeichner für Wetzikon und Zürich, ein Betrieb, der laufend ausbildet und einstellt, ist kein Betrieb im Rückzug.
Was aus dem Verlobungsring wird
Die vier Kollektionslinien für Verlobungsringe unterscheiden sich in der Formsprache: "Traditionell" hält sich an klassische Solitär- und Alliance-Formen, "Extravagant" und "Charakterstark" gehen weiter in Richtung eigenständiges Design, und "Unikate" fasst laut eigener Beschreibung Solitäre mit einzigartigen Diamanten zusammen. Konkrete Preise nennt die Website nicht, sie verweist stattdessen auf den eigenen Online-Shop für tagesaktuelle Preise, wer also vor dem Termin eine Hausnummer sucht, findet sie nicht direkt auf der Verlobungsring-Seite selbst.
Für die eigentliche Fertigung betont OBSESSION auf beiden Standortseiten, dass jedes Stück Handarbeit sei und keine Massenware. Reparaturen und Umarbeitungen gehören ebenfalls zum Angebot, ausdrücklich auch die Umarbeitung von Erbstücken, bei der laut eigener Aussage der ideelle Wert erhalten bleibt und dem Schmuck eine neue, zum heutigen Stil passende Form gegeben wird.
Neben dem Verlobungsring führt das Sortiment auch Eheringe, Siegel- und Wappenringe mit Familienwappen, Ohrschmuck, Ketten und Colliers sowie Armreifen. Wer ein Familienwappen gravieren lassen will, findet das ausdrücklich unter den Wetzikoner Leistungen, dort wirbt der Betrieb damit, dass ein solcher Ring "über Generationen Bestand hat". Für alle Kollektionen gilt laut Website derselbe Grundsatz, individuelle Fertigung statt Konfektionsware ab Stange.
Materialien mit staatlicher Kontrolle
Auf der eigenen Edelmetalle-Seite beschreibt der Betrieb, wie die Feingehalt-Stempelung funktioniert: Jedes Schmuckstück wird mit dem Feingehalt, 800, 750 oder 950, sowie zusätzlich mit dem Logo der Goldschmiede, OSO oder OBSESSION, gestempelt. Der Betrieb schreibt dazu selbst, dass er damit die Verantwortung für die Qualität des Edelmetalls übernimmt und diesbezüglich vom Staat kontrolliert wird, also derselbe Mechanismus, den die Schweizer Edelmetallkontrolle vorschreibt. Konkret verarbeitet OBSESSION unter anderem Gelbgold 750 (750 Teile Feingold, im Volksmund auch 18 Karat genannt), Rotgold 750, Weissgold 750 (750 Teile Feingold, legiert mit 250 Teilen Palladium), Palladium 950, Platin 950, Rhodium für Oberflächenveredelung, Silber 925 und Edelstahl.
Ein Detail, das über den reinen Materialkatalog hinausgeht: Der Betrieb schreibt, dass alle verarbeiteten Metalle zu 100 % rezyklierte Produkte aus dem eigenen Altgold-Einkauf seien. Wer also einen Verlobungsring bei OBSESSION bestellt, bekommt kein neu geschürftes Edelmetall, sondern eingeschmolzenes Altgold, das Kundinnen und Kunden zuvor selbst verkauft haben. Dazu passt die "Second Life"-Linie, in der bestehender Schmuck ein zweites Leben bekommt, sowie die generelle Ausrichtung auf Fairtrade und Naturschutz beim Edelmetall.
Termin statt Laufkundschaft
Beide Standorte arbeiten primär auf Terminbasis, "Jederzeit auf Termin" und "Buchungen auch kurzfristig möglich" steht wortgleich für Wetzikon und Zürich auf der Termin-Seite. Wer spontan vorbeigehen will, kann das versuchen, wird aber im Sinne einer guten Beratung eher zu einem gebuchten Termin ermutigt, so formuliert es der Betrieb selbst auf mehreren Seiten. Weil dieselbe Beratung durch Alexandra oder Matthias Frei an beiden Adressen stattfindet, entscheidet für die meisten Kundinnen und Kunden nur die eigene Anreise, ob der Termin in Wetzikon oder am Paradeplatz stattfindet, das Angebot selbst unterscheidet sich zwischen den beiden Standorten nicht.
Wer hierher passen dürfte
Wer einen Verlobungsring will, der als Solitär oder in Alliance-Fassung individuell entworfen wird, und wer den Weg ins Zürcher Oberland nicht scheut, findet in Wetzikon den Betrieb, an dem tatsächlich die Werkbank steht, samt Parkplätzen direkt hinter dem Haus und einer S-Bahn-Anbindung, die auch von Zürich oder Rapperswil aus in einer knappen halben Stunde funktioniert. Wer lieber am Paradeplatz vorbeischaut, bekommt dieselbe Beratung und dieselbe Werkstatt-Handschrift, nur eben in der Zweigstelle statt am Firmensitz. Der einzige Wermutstropfen: Wer vorab eine Preisvorstellung braucht, muss den Online-Shop bemühen oder direkt einen Termin buchen, auf der Website selbst steht keine Zahl.