Arena in Arte

Marktgasse 2, 8600 Dübendorf · seit 2007

Zum Bewerten auf einen Stern tippen

Arena in Arte liegt nicht am Zürichsee, sondern im Glattal, an der Marktgasse 2 in Dübendorf, gegenüber der Migros. Wer den Kategorienamen wörtlich nimmt, sucht hier vergeblich eine Uferpromenade. Was das Atelier stattdessen bietet, ist ein familiengeführtes Goldschmiedehandwerk, das seine eigene Werkstatt betreibt und seit 2007 unter dem Namen Arena in Arte auftritt, eingetragen als Marke der Arena in Arte GmbH.

Hinter dem Betrieb stehen Oliver Arena, ausgebildeter Juwelenfasser, und Christian Arena, Goldschmied. Zusammen bringen die beiden über 50 Jahre kombinierte Erfahrung im Schmuckhandwerk mit. Das Atelier beschreibt sich selbst als familiengeführt, und genau so ist es organisiert: keine Filialkette, keine Verkaufsfläche mit Schaufensterdruck, sondern ein Betrieb mit zwei Namen, die für ihre Arbeit persönlich geradestehen.

Was man bekommt

Der Kern des Angebots ist die individuelle Anfertigung. Auf der Website heisst es programmatisch, jedes Schmuckstück entstehe aus einer Idee, einer Geschichte oder einem besonderen Moment, und werde in enger persönlicher Zusammenarbeit mit der Kundschaft entwickelt, vom ersten Gespräch bis zum fertigen Ring. Das läuft nicht über einen Onlinekonfigurator, sondern über eine private Beratung im Atelier, die man vorab bucht. Wer spontan an einem Samstagnachmittag vorbeischauen will, um Ringe im Schaufenster zu vergleichen, ist hier an der falschen Adresse. Wer sich Zeit für ein Gespräch nehmen will, an der richtigen.

Die Fertigung selbst geschieht im Haus. Das Atelier bewirbt das ausdrücklich als "Hand Made, in House": Die Stücke verlassen die Werkstatt nicht als Halbfabrikate aus einer fremden Manufaktur, sondern werden vor Ort gearbeitet. Für ein Verlobungs- oder Trauringpaar bedeutet das, dass Änderungen, Nachjustierungen oder eine spätere Grössenanpassung bei denselben Leuten landen, die den Ring ursprünglich gemacht haben.

Was national auffällt

Der eigentliche Grund, weshalb dieser Betrieb über die unmittelbare Region hinaus auffällt, liegt nicht im Standort, sondern im Geschäftsmodell. Arena in Arte hat auf den Goldpreisanstieg der letzten Jahre mit einer klaren Antwort reagiert statt ihn stillschweigend an die Kundschaft weiterzureichen. Der Goldpreis erreichte 2025 nach Angaben des Ateliers neue Rekordwerte von über 4'000 US-Dollar pro Unze, während Löhne und Kaufkraft in der Schweiz kaum mitgezogen haben. Die Reaktion darauf ist ein eigenes Beratungskonzept rund um Labor-Diamanten und alternative Edelmetalle.

Labor-Diamanten bestehen laut Atelier aus demselben reinen Kohlenstoff in derselben Kristallstruktur wie ein natürlicher Stein, chemisch, physikalisch und optisch identisch, nur eben in wenigen Wochen im Labor statt über Jahrmillionen in der Erde gewachsen. Sie kommen mit einem IGI-Zertifikat und kosten nach Angaben von Arena in Arte im Durchschnitt etwa 50 bis 80 Prozent weniger als vergleichbare Natursteine. Bei den Metallen setzt das Atelier bewusst auch auf Platin und Palladium als Alternativen zu Gold, beide hypoallergen, beide mit einem kühlen, hellen Glanz, der keine zusätzliche Rhodinierung braucht. Und bei klassischen Goldlegierungen erklärt das Atelier offen den Unterschied zwischen 750er Gold mit 18 Karat und 75 Prozent Feingoldanteil und 585er Gold mit 14 Karat und 58,5 Prozent, statt die Legierungsfrage zu verschweigen.

Dazu kommt ein zweites Standbein, das man in einem klassischen Trauring-Fachgeschäft selten unter einem Dach findet: der Ankauf von Altgold. Arena in Arte ist beim Bundesamt für Zoll- und Grenzsicherheit für den Ankauf von Altedelmetall registriert, eine öffentlich einsehbare Liste unter bazg.admin.ch, und betreibt dieses Geschäft nach eigenen Angaben seit über 20 Jahren. Bewertet wird mit einer geeichten Waage, die Auszahlung erfolgt sofort in bar. Wer altes Familiengold als Anzahlung für einen neuen Ring einbringen will, kann das hier in einem einzigen Termin klären, Bewertung und Neuanfertigung bei denselben Fachleuten.

Für die Nachhaltigkeit der eigenen Materialien setzt das Atelier auf OEKOGOLD, zertifiziert von einem nach eigenen Angaben RJC-zertifizierten Lieferanten (Responsible Jewellery Council), ohne Zyanid oder Quecksilber in der Aufbereitung und mit kontrollierten Quellen auch für die Kupfer- und Silberanteile in der Legierung, die bei 18-karätigem Gelbgold laut Atelier rund 40 Prozent des Volumens ausmachen. Das ist ein Detail, das die meisten Fairtrade-Siegel nach Aussage des Ateliers ausblenden.

Wie es sich einordnet

Loses Edelsteinmaterial bewertet Arena in Arte nicht selbst. Für Gutachten zu Diamanten und Farbsteinen verweist das Atelier an das Schweizerische Gemmologische Institut, besser bekannt als SSEF mit Sitz in Basel, statt sich eine eigene, nicht abgedeckte Kompetenz anzumassen. Für Schweizer Käuferinnen und Käufer, die ein GIA-Zertifikat aus dem Ausland gewohnt sind, ist die SSEF die naheliegende Schweizer Referenz, und dass das Atelier selbst dorthin verweist statt eigene Gutachten zu verkaufen, spricht für die Ehrlichkeit der Beratung.

Zur Einordnung der Steinqualität erklärt die Website die vier C auf eine Art, die über das Werbeversprechen hinausgeht: Ein Brillant ist demnach ein Diamant im Brillantschliff mit mindestens 56 Facetten plus Tafel und Kalette, ein Carat entspricht 100 Punkten und damit 0,2 Gramm, und ein Stein von 75 Punkten wiegt entsprechend 0,75 Carat. Für die Reinheitsbeurteilung nennt das Atelier die branchenübliche 10-fache Vergrösserung als Prüfmassstab. Das sind keine grossen Enthüllungen, aber sie zeigen, dass hier mit Fachvokabular gearbeitet wird, das man auch erklären kann, statt es nur als Verkaufsargument zu benutzen.

Dübendorf im Glattal bietet keine Postkartenkulisse, das Gewerbehaus gegenüber der Migros ist eher Zweckbau als Altstadtgasse. Was zählt, ist die Kombination aus eigener Werkstatt, Labor-Diamant-Beratung, Altgold-Ankauf und Nachhaltigkeitszertifizierung an einer einzigen Adresse, ein Bündel, das sich sonst auf mehrere Betriebe verteilt: Wer eine unabhängige Materialberatung, einen Altgold-Ankauf zu Eichmarken-Bedingungen und eine eigene Werkstatt sucht, muss diese drei Angebote andernorts oft einzeln zusammensuchen.

Öffnungszeiten und wer hierher passt

Geöffnet ist Dienstag bis Freitag von 9:00 bis 18:00 Uhr und samstags von 9:00 bis 16:00 Uhr, montags und sonntags bleibt das Atelier geschlossen. Parkplätze gibt es in der Migros-Tiefgarage gleich gegenüber, praktisch für alle, die mit dem Auto anreisen statt mit dem Zug.

Am besten passt Arena in Arte zu einem Paar, das sich Zeit für eine private Beratung nehmen will, das offen ist für Labor-Diamanten oder Platin und Palladium statt zwingend auf Naturdiamant und klassischem Gelbgold zu bestehen, und das eventuell noch altes Familiengold im Schrank liegen hat, das in den neuen Ring einfliessen könnte. Wer stattdessen eine grosse Auswahl an fertigen Ringen im Laden anprobieren möchte, findet das eher in einem der etablierten Bahnhofstrasse-Häuser als in diesem Atelier mit Terminvergabe. Als Trauring-Adresse mit Programm, nicht als Ort für den spontanen Einkauf, verdient Arena in Arte seinen Platz auf einer landesweiten Liste, gerade weil das Modell aus Eigenfertigung, Materialberatung und Altgold-Rückkauf über die Region hinaus Sinn ergibt.

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