Reichlin Schmuck AG

Grepperstrasse 8, 6403 Küssnacht am Rigi · seit 2018

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Auf der eigenen Website von reichlin schmuck führt die Navigation unter "Service" eine eigene Zeile namens Verlobungsringe, mit dem Satz "Für den Moment, der alles verändert, mit Sorgfalt geschmiedet, in vielfältigen Stilrichtungen und Preisklassen." Wer in der Schweiz nach einem Atelier sucht, das Verlobungsschmuck nicht nebenbei, sondern als eigenständiges Angebot führt, findet hier eines der wenigen, die das auch so benennen, statt Verlobungsringe stillschweigend unter "Ringe" zu verstecken.

Das Atelier sitzt an der Grepperstrasse 8 in Küssnacht am Rigi, direkt am Fuss der Rigi und am Ufer des Vierwaldstättersees, im Kanton Schwyz. Die Gemeinde liegt zwischen Luzern und Zug, an der Strecke, die viele als Ausflugsziel wegen der Hohlen Gasse kennen, jener schmalen Passage, an der laut der Tell-Sage der Landvogt Gessler erschossen wurde. Für einen Ring-Käufer ist die Lage vor allem aus einem anderen Grund interessant: Küssnacht ist keine Goldschmiede-Hochburg wie Luzern mit seiner dichten Uhren- und Schmuckszene an der Schwanenplatz-Achse, sondern ein Ort, an dem ein einzelnes Familienatelier seit Jahrzehnten Kunsthandwerk betreibt, unabhängig von der Konkurrenzdichte der nächsten Stadt. Wer aus Zug, Luzern oder Zürich anreist, kauft hier nicht im Schaufenster einer Fussgängerzone, sondern besucht ein Atelier mit fester Adresse und Parkplatz direkt vor der Ladentür.

Genau diese Adresse hat eine Geschichte, die über die Goldschmiedin selbst hinausreicht. Im Haus an der Grepperstrasse 8 wird laut der Biografie-Seite bereits in der dritten Generation Kunsthandwerk betrieben, von floralen Gemälden über die Vergoldung von Bilderrahmen bis zur heutigen Schmuckherstellung. Aurelia Reichlin, die das Atelier führt, setzt diese Familientradition seit der Eröffnung 2018 mit einem eigenen Schwerpunkt fort. Reichlin schmuck ag wurde im selben Jahr als Aktiengesellschaft gegründet.

Zwei Lehrabschlüsse statt einem

Was reichlin schmuck von vielen kleineren Ateliers unterscheidet, ist die doppelte Qualifikation der Inhaberin. Aurelia Reichlin absolvierte zunächst eine vierjährige Ausbildung als Goldschmiedin EFZ bei der Schmuckwerkstatt Schedler GmbH in Luzern und schloss diese Lehre ab. Danach folgte, nach Jahren als angestellte Goldschmiedin, eine zweite Ausbildung als Edelsteinfasserin EFZ bei Bucherer AG am Hauptsitz Luzern, die sie auf drei Jahre verkürzt absolvierte und mit der Lehrabschlussprüfung beendete. Wer sein Verlobungsring-Projekt hier in Auftrag gibt, hat es also nicht mit zwei getrennten Gewerken zu tun, Design und Fassung entstehen unter einer Hand im selben Atelier, statt dass der Ring für die Steinfassung an einen externen Fasser weitergereicht wird, wie es in grösseren Betrieben üblich ist.

Beim Material legt das Atelier Wert auf Herkunft. Auf der Serviceseite gibt reichlin schmuck an, dass rund 90 Prozent der gesamten Kollektion aus recycelten Edelmetallen entstehen, ergänzt um ökozertifiziertes Gold, Greengold sowie konfliktfreie Diamanten, Farbedelsteine, Silber und Platin. Die verarbeiteten Diamanten seien natürlich, unbehandelt und aus nachweislich ethisch unbedenklichen Quellen, bestätigt unter anderem durch GIA-Zertifikate des Gemological Institute of America. Für einen Verlobungsring, bei dem die Herkunft des Steins zunehmend Teil der Kaufentscheidung ist, macht das Atelier diese Angabe transparent, statt sie nur auf Nachfrage im Gespräch zu erwähnen.

Wie ein Auftrag entsteht

Der Ablauf ist bewusst persönlich gehalten. Die Serviceseite beschreibt ein "persönliches Gespräch", in dem Kundin und Goldschmiedin gemeinsam das passende Stück finden, gefolgt von individueller Anfertigung nach Wunsch und Vorstellung. Für Paare, die kein Modell von der Stange, sondern einen Entwurf von Grund auf wollen, ist das der eigentliche Kern des Angebots: Skizzieren, Design, Modellbau, Edelsteinfassen und die fertige Umsetzung geschehen alle im selben Atelier. Wer stattdessen altes Familiengold neu verarbeiten möchte, kann das über die Umänderung tun, das eingeschmolzene Gold wird nach eigenen Wünschen neu geschmiedet, eine Option, die besonders bei Verlobungsringen aus einem geerbten Stück gefragt ist.

Ergänzend bietet das Atelier Handgravuren an, von persönlichen Ringgravuren über Stanzgravuren bis zu individuell gefertigten Siegelstempeln, sowie Schmuckschätzungen zum aktuellen Versicherungswert. Für Kundinnen und Kunden, die einen eigenen Stein besitzen, etwa ein Erbstück, integriert Reichlin diesen auf Wunsch in ein neues Schmuckstück. Das Atelier übernimmt zudem Fasserarbeiten als Dienstleistung für andere Goldschmiede-Kolleginnen und -Kollegen, ein Hinweis darauf, dass die fachliche Reputation über den eigenen Kundenstamm hinausreicht.

Wer den Bogen von der Verlobung zur Hochzeit spannen will, findet auf der Website eine eigene Rubrik für Partnerringe, beschrieben als handgefertigt für Ehe-, Partnerschaft- und Freundschaftsverbindungen. Das Atelier deckt damit die ganze Strecke von der ersten Anfrage bis zum Trauring ab, ohne dass ein Paar für den zweiten Ring den Anbieter wechseln muss. Zu Preisen macht reichlin schmuck auf der eigentlichen Verlobungsringe-Seite bewusst keine pauschalen Angaben: Sie führt eine Bildergalerie mit dem Hinweis, dass Schmuckbeschreibung und Preis erst beim Anklicken des jeweiligen Fotos erscheinen, stückweise statt als allgemeine Preisliste. Das passt zum Rest des Angebots, jedes Stück ist ein Unikat, entsprechend individuell fällt auch der Preis aus, und wer eine verbindliche Zahl will, bekommt sie im Gespräch, nicht auf einer Übersichtsseite.

Erreichbarkeit und Termine

Die Öffnungszeiten sind auf ein Ein-Personen-Atelier zugeschnitten und entsprechend eng: dienstags und mittwochs nur vormittags von 9 bis 12 Uhr, donnerstags und freitags vormittags von 9 bis 12 Uhr sowie nachmittags von 13.30 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 13 Uhr. Samstagnachmittage sind ausdrücklich Terminen vorbehalten, etwa für Ehering-Besprechungen oder einen Überraschungsbesuch, um ein Geschenk auszusuchen. Wer aus einem anderen Kanton anreist, sollte also vorher einen Termin vereinbaren statt spontan vorbeizukommen, das Atelier ist über die auf der Kontaktseite angegebene Nummer und E-Mail-Adresse erreichbar. Das ist der eine echte Kompromiss dieses Modells: Wer flexible Ladenöffnungszeiten wie in einer Fussgängerzone erwartet, findet hier stattdessen ein Atelier, das nach Verfügbarkeit der Inhaberin arbeitet. Dafür bekommt man in der Beratung ihre volle, ungeteilte Aufmerksamkeit, keinen Verkaufsraum mit mehreren Kundinnen gleichzeitig.

Mitentwerfen statt von der Stange kaufen

Reichlin schmuck ag richtet sich an Paare, die einen Verlobungsring bewusst nicht von der Stange kaufen wollen, sondern ihn mit der Person entwerfen, die ihn später auch fertigt. Das lohnt sich besonders für alle, denen die Herkunft der Materialien wichtig ist, oder die ein Familienstück neu interpretieren lassen möchten. Wer dagegen sofort einen Ring mitnehmen will, ist in einem grossen Fachgeschäft mit Lagerbestand besser aufgehoben. Für alle anderen ist der Umweg über Küssnacht am Rigi, ob von Luzern, Zug oder weiter her, ein überschaubarer Aufwand für ein Stück, das tatsächlich von Grund auf für diesen einen Moment entsteht.

Im nationalen Vergleich unterscheidet sich reichlin schmuck vor allem in der Grösse vom Modell, das in Zürich oder Luzern üblich ist. Dort prägen Fachgeschäfte mit mehreren Angestellten, eigenem Verkaufsraum und durchgehenden Öffnungszeiten das Bild, Ketten wie Bucherer, bei denen Aurelia Reichlin selbst ihre zweite Ausbildung absolvierte, sind das bekannteste Beispiel dafür. In Küssnacht am Rigi läuft das Geschäft umgekehrt: eine Person entwirft, berät, fasst und graviert, und die Öffnungszeiten richten sich nach dem, was ein einzelnes Atelier leisten kann. Das ist kein Nachteil, sondern der eigentliche Grund, weshalb ein Paar aus einem Nachbarkanton den Weg auf sich nimmt, statt in der eigenen Stadt zu kaufen: Man bekommt hier nicht das nächstbeste Modell aus der Vitrine, sondern ein Gespräch mit der Person, die den Ring am Ende selbst in Händen hält.

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