Goldschmiede Atelier Tessa
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Seit 2001 arbeitet die Goldschmiede Atelier Tessa in Lachen am oberen Zürichsee, dem Obersee. Wer heute an der Seidenstrasse 6 vorbeikommt, findet keine Filiale einer Kette, sondern ein Team, das seine Ringe selbst schmiedet, von der ersten Skizze bis zur fertigen Fassung. Für Paare, die einen Verlobungsring nicht einfach kaufen, sondern entwerfen lassen wollen, ist das der zentrale Unterschied zu einem Juwelier, der ab Lager verkauft.
Warum Lachen
Lachen ist Hauptort des Bezirks March im Kanton Schwyz und liegt am oberen Teil des Zürichsees, dem Obersee. Der Ort gehört damit nicht zum Kanton Zürich, auch wenn der See beide verbindet, und das Atelier ist Mitglied von Lachen Village, dem lokalen Gewerbeverein für das Einkaufserlebnis im Ortskern, also Teil des Gewerbes vor Ort und nicht nur eine Postadresse. Was den Standort für ein Verlobungsring-Projekt trägt, ist ohnehin nicht die Lage an einer grossen Einkaufsstrasse, sondern das Team dahinter: mehrere eidgenössisch diplomierte Goldschmiedinnen und Goldschmiede, die jedes Stück selbst von der Skizze bis zur Fassung fertigen, statt es aus einem Lager zu holen.
Das unterscheidet den Standort von den grossen Adressen an der Zürcher Bahnhofstrasse oder in der Zuger Altstadt: kein Schaufenster-Boulevard, sondern ein Atelier in einer Seegemeinde, die eher auf den See und den eigenen Ortskern als auf eine grosse Fussgängerzone ausgerichtet ist. Für einen Auftrag, der ohnehin mehrere Beratungstermine braucht, spielt das keine grosse Rolle: Die Werkstatt selbst ist der Grund für die Reise, nicht ein Ladenlokal mit einem Sortiment wie überall sonst.
Was das Atelier anbietet
Verlobungsringe stehen an erster Stelle im Sortiment, in Platin 950, Weiss-, Gelb- und Roségold, mit Brillanten von der klassischen Solitaire- über die Alliance- bis zur Princess- oder Emerald-Cut-Fassung. Ein Verlobungsring mit einem 0.25ct Diamanten in den Farben FG und Reinheit vs kostet auf der Website 2'400 Franken, eine Ausführung mit 0.44ct in Farbe G und Reinheit si 3'500 Franken; eine Alliance in Platin 950 mit Pinkgold 750 und 14 Champagner-Brillanten (1.93ct) liegt bei 6'000 Franken, ein Modell namens Diamond Princess mit 44 kleinen Brillanten (0.44ct) bei 3'200 Franken. Grössere Steine, etwa GIA-zertifizierte Brillanten von 3.05ct oder 3.01ct, werden nur auf Anfrage bepreist. Bei der Steinqualität lassen sich laut der Seite Kompromisse bei Farbe oder Einschlüssen eingehen, beim Schliff nicht, und eine Grössenanpassung nach dem Antrag ist im Kaufpreis inbegriffen.
Daneben führt das Atelier Eheringe, Diamantschmuck und eine Reihe von Materialien, die nicht jedes Fachgeschäft anbietet: Platin, Gold, Carbon, Tantal und Damaszener Stahl, dazu Perlen aus der Südsee (Tahiti-, Fiji- und Marutea-Perlen) sowie Diamanten, Opale und die selteneren Champagner- und Pink-Diamanten. Auch Paraiba-Turmaline aus Brasilien und Mosambik gehören zum Steinangebot. Eine eigene Spezialität ist Mokume Gane, eine japanische Metallschmiedetechnik, bei der verschiedene Metalle zu einem holzmaserungsartigen Muster verschmolzen werden; das Atelier führt sie neben eigenen Bereichen für Carbon-, Tantal-, Eisen- und Damastschmuck. Wer altes Gold besitzt, kann es zu neuem Schmuck umarbeiten lassen: Das Atelier verwendet dafür laut eigenen Angaben Recycling-Gold von Johnson Matthey & Brandenberger AG, einem Schweizer Edelmetallverarbeiter. Neben dem Schmuck führt das Haus eine kleine Auswahl an Uhrenmarken, darunter Junghans Max Bill & Meister, Aerowatch und Qlocktwo Earth.
Das Team hinter der Werkbank
Kopf des Ateliers ist Claudio Tessa, eidgenössisch diplomierter Goldschmied und Gemmologe SfGZ. An seiner Seite arbeitet Cornelia Ammann, ebenfalls eidgenössisch diplomierte Goldschmiedin und Gemmologin DGemG, die laut der Atelier-Seite seit über 10 Jahren Ideen in Form bringt. Andrea Trachsel und Veronica Schmid sind beide eidgenössisch diplomierte Goldschmiedinnen, Petra Tessa ist eidgenössisch diplomierte Personalfachfrau und für die kaufmännische Seite zuständig. Magdalena Fuchs wird auf der Seite als Lernende zur Goldschmiedin geführt: Die Ausbildung zum Goldschmied dauert in der Schweiz vier Jahre, und laut dem Atelier braucht es danach nochmals vier bis sechs Jahre Berufserfahrung, bis jemand das ganze Handwerk beherrscht. Für ein Atelier dieser Grösse ist das ein Team mit deutlich mehr Fachtiteln, als man bei einem reinen Verkaufsgeschäft findet: Wo ein Händler Ringe einkauft, kann hier jede Anpassung, jede Fassung und jede Reparatur von jemandem übernommen werden, der die eidgenössische Ausbildung selbst durchlaufen hat, und Kundinnen und Kunden können die Herstellung im Atelier direkt mitverfolgen.
Wie der Besuch organisiert ist
Das Atelier hat feste Öffnungszeiten: montags geschlossen, dienstags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 16 Uhr, jeweils auch nach Vereinbarung ausserhalb dieser Zeiten. Für ein Beratungsgespräch zu einem Verlobungsring, das erfahrungsgemäss länger dauert als ein spontaner Einkauf, lohnt sich ein Termin vorab, gerade samstags. Wer eine Reise gezielt auf den Besuch legt, sollte zudem die jährliche Betriebsferienzeit im Auge behalten, die auf der Seite mit 19. Juli bis 3. August angegeben ist; ausserhalb dieses Fensters ist das Atelier durchgehend erreichbar.
Eine zweite Filiale oder einen Standort ausserhalb von Lachen weist die Website nicht aus, das Atelier arbeitet an einem einzigen Ort. Das ist bei einem Werkstattbetrieb dieser Grösse eher die Regel als die Ausnahme und bedeutet zugleich, dass jede Anprobe und jede Anpassung am selben Ort geschieht, an dem der Ring auch entsteht.
Wie es sich im Vergleich einordnet
Im Vergleich zu einem Juwelier an der Zürcher Bahnhofstrasse oder in der Zuger Altstadt ist das Atelier deutlich kleiner und weniger auf Laufkundschaft ausgerichtet. Dafür bietet es etwas, das viele grössere Adressen nicht haben: ein Team, das jedes Stück selbst fertigt, eine offene Werkstatt zum Zuschauen und ein Materialangebot, das über die üblichen Gold- und Platinfassungen hinausgeht. Wer einen Solitärring von der Stange sucht, findet ihn in einem grösseren Fachgeschäft mit umfangreicherem Lager schneller. Wer dagegen einen Ring aus Carbon, Tantal oder Damaszener Stahl will, einen mit Mokume-Gane-Muster, oder Steine wie Paraiba-Turmalin und Fiji-Perlen sucht, kommt an einer der wenigen Schweizer Adressen an, die diese Materialien tatsächlich selbst verarbeiten, statt sie nur im Katalog zu zeigen.
Massanfertigung statt Konfektion: für wen das passt
Wer für den Verlobungsring nicht nur ein fertiges Modell sucht, sondern die Wahl von Metall, Stein und Fassung selbst mitgestalten will, ist hier am richtigen Ort, ebenso wer altes Familiengold in ein neues Stück umarbeiten lassen möchte. Wer dagegen schnell und ohne Termin einen klassischen Ring von der Stange kaufen will, ist in einem grösseren Fachgeschäft mit Ladenverkauf besser bedient. Die direkte S25-Verbindung ab Zürich HB macht die Anreise für ein einmaliges Projekt wie einen Verlobungsring gut planbar, insbesondere wenn ohnehin mehrere Termine für Beratung, Anprobe und Abholung anfallen.
Insgesamt ist die Goldschmiede Atelier Tessa ein Beispiel für eine Werkstatt, die ihre Nische nicht über die Lage, sondern über das Handwerk selbst begründet: ein Team aus mehreren eidgenössisch diplomierten Goldschmiedinnen und Goldschmieden plus einer Lernenden im EFZ-Lehrgang, ein seltenes Materialspektrum von Damaszener Stahl bis Paraiba-Turmalin, Preise, die für die Standardmodelle offen ausgewiesen sind, und ein Standort am Obersee, der für einen gezielten Besuch reicht, auch wenn er nicht an der grossen Einkaufsstrasse liegt.