Britta Dietsche

Feusisberg · seit 2024

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Wer im Kanton Schwyz nach einem Verlobungsring sucht, findet in Feusisberg keine traditionsreiche Goldschmiede mit Werkbank im Schaufenster, sondern eine junge Marke, die ihr ganzes Geschäft auf im Labor gezüchtete Diamanten aufgebaut hat. Britta Dietsche ist 2024 gegründet worden und beschreibt sich auf der eigenen About-Seite selbst als "Zurich-based jewellery brand", die "European-designed pieces" aus Diamanten aus dem Labor fertigen lässt. Die Firmierung als Adresse im Kanton Schwyz beruht auf dem Showroom in Feusisberg, den die Marke selbst als einen von zwei Boutiquen führt, dazu kommt ein zweiter Standort in Stäfa auf der anderen Seite des Zürichsees, im Kanton Zürich. Diese Zweiteilung lohnt einen genaueren Blick, bevor man den Ring bestellt.

Zur Person hinter der Marke schreibt die Website in der Ich-Form: "As an artist, I strive to bring beauty into the world without harming the planet." Britta Dietsche selbst tritt als Gründerin und kreativer Kopf auf, unterstützt von einem Team, das die Seite als "skilled artisans" beschreibt, die in einem "collaborative creative process" zusammen mit Designern und Goldschmieden arbeiten. Ein eigenes Atelier mit Adresse nennt die Seite nicht, die Fertigung wird als Zusammenarbeit mit Partnern für im Labor gezüchtete Diamanten beschrieben, nicht als klassische Goldschmiede-Werkstatt vor Ort.

Bei den zwei Showrooms wird die Sache konkret, aber auch lückenhaft. Die Boutiquen-Seite listet "Boutique Feusisberg" und "Boutique Stäfa" als die beiden Standorte, beide ausdrücklich nur "by prior booking only" zugänglich, ein Kontaktformular führt zur Terminvereinbarung. Eine Strassenadresse nennt die Seite für keinen der beiden Standorte, auch nicht auf der Kontaktseite oder der Impressum-Seite, die inhaltlich identisch mit der allgemeinen Kontaktseite ist und keine eigenen Firmendaten wie Handelsregisternummer oder Sitzadresse enthält. Für einen Kanton, dessen Goldschmiedebetriebe sonst oft seit Jahrzehnten an derselben Hauptstrasse sitzen, ist das ein deutlich anderes Modell: kein Laden zum Hineingehen, sondern ein Termin nach Absprache, vermutlich in einem privaten oder halbprivaten Rahmen. Wer aus Zug, Zürich oder dem übrigen Kanton Schwyz anreist, sollte also vorher buchen und nicht auf einen spontanen Besuch hoffen.

Die eigentliche Substanz des Angebots zeigt sich in der Ringkollektion. Unter "Rings & Eternity Bands" führt der Shop 25 Produkte, filterbar nach sechs Diamantschliffen für Verlobungsringe: Emerald, Oval, Pear, Princess, Radiant und Round Brilliant, wobei Round Brilliant mit 4 Varianten am häufigsten vertreten ist. Als Edelmetall steht durchgehend 18-karätiges Gold zur Wahl, in drei Farben: 18k Rose Gold (22 Varianten), 18k White Gold (23 Varianten) und 18k Yellow Gold (22 Varianten), sodass praktisch jedes Modell in allen drei Goldfarben bestellbar ist. Namentlich zeigt die Kollektionsseite unter anderem den Ring "Asta Solitaire Round" für CHF 2'125, "Iris Solitaire White" für CHF 3'960, "Eternal Duo" für CHF 4'845, "Luna Solitaire" für CHF 1'825, "Luna Solitaire with Tapers" für CHF 3'675 und "Lycia Solitaire Round" für CHF 3'150. Der auf der Seite hinterlegte Preisfilter reicht von CHF 0 bis CHF 13'725, was die Bandbreite von einfachen Solitär-Ringen bis zu aufwendigeren Fassungen mit mehreren Steinen absteckt.

Zum Material selbst erklärt eine eigene Vergleichsseite den Unterschied zwischen im Labor gezüchteten und geförderten Diamanten in wenigen Kennzahlen: Beide bestehen chemisch aus Kohlenstoff, haben laut der Seite einen Brechungsindex von 2.417 bis 2.419 und eine Härte von 10 auf der Mohs-Skala, der einzige Unterschied liege in der Entstehung, im Labor statt im Boden. Für beide Diamantarten schreibt die Seite schlicht "Certified", ohne eine konkrete Prüfstelle wie GIA oder IGI zu nennen; welches Labor die Zertifikate ausstellt, bleibt auf der Website offen und sollte im Beratungsgespräch geklärt werden. Diese Gegenüberstellung richtet sich erkennbar an Käuferinnen und Käufer, die zum ersten Mal einen Labordiamanten in Betracht ziehen und wissen wollen, ob physikalisch überhaupt ein Unterschied zum geförderten Stein besteht, nicht an Fachpublikum, das die Details der Wachstumsmethode sucht.

Neben den Verlobungsringen führt Britta Dietsche mehrere thematische Kollektionen: die Athena Collection, die Colour Diamond Collection mit farbigen Labordiamanten in Rosa, Blau, Grün und Gelb (auf der Seite auch als "True Colors" bezeichnet), die Silk Bracelet Collection mit Armbändern wie dem Modell "Silk Bracelet Teal" oder "Silk Bracelet Light Green", die auf der Startseite regulär zu CHF 470 und im Angebot zu CHF 370 gezeigt werden, sowie eine laufend aktualisierte NewIn-Auswahl. Für ein Paar, das neben dem Ring auch ein Zusatzgeschenk zur Verlobung sucht, liegt hier eine zweite, deutlich günstigere Preisebene bereit. Die About-Seite betont dazu eine Personalisierungsoption: Kundinnen und Kunden können die Goldfarbe eines Stücks frei wählen, was bei einem Verlobungsring praktisch bedeutet, dass ein Modell wie der Asta Solitaire nicht nur in einer, sondern in allen drei angebotenen Goldtönen bestellt werden kann.

Im Vergleich zu den eingesessenen Goldschmiedebetrieben im Kanton Schwyz, die oft seit Generationen in einem Ladenlokal mit eigener Werkbank arbeiten, positioniert sich Britta Dietsche klar als jüngere, digital gedachte Marke: online bestellbar, mit Terminshowrooms statt Ladengeschäft, mit einem erklärten Fokus auf Nachhaltigkeit durch Labordiamanten statt geförderte Steine. Das ist kein Nachteil, sondern ein anderes Angebot für Paare, die sich für die technische und ethische Seite des Diamanten interessieren und nicht zwingend eine traditionelle Werkstatt suchen. Wer dagegen Wert auf ein physisches Ladenlokal mit spontaner Beratung ohne Voranmeldung legt, findet dieses Modell an anderen Adressen im Kanton eher als hier.

Ein Wort zur Einordnung in die Kategorie: Die Marke selbst nennt sich auf ihrer About-Seite "Zurich-based", während der Showroom, der ihr die Aufnahme in die Schwyzer Kategorie einbringt, in Feusisberg liegt, einer Gemeinde am rechten Zürichseeufer im Kanton Schwyz, direkt gegenüber dem zweiten Standort in Stäfa im Kanton Zürich. Für Käuferinnen und Käufer, die den ganzen Ring-Kauf über die Landesgrenze der Kantone hinweg planen, heisst das konkret: Ein Termin in Feusisberg und einer in Stäfa führen zur selben Kollektion, demselben Team und denselben Preisen, die Wahl zwischen den beiden Seeufern ist damit reine Anfahrtsfrage und keine inhaltliche.

Unter dem Strich ist Britta Dietsche eine Adresse für Paare, die einen Verlobungsring mit im Labor gezüchtetem Diamanten wollen, in einem der drei angebotenen 18-karätigen Goldtöne, mit persönlicher Beratung nach Termin statt Vitrine. Die Kollektion ist mit 25 Ringmodellen in sechs Schliffen und drei Goldfarben breit genug für die meisten Geschmäcker, und die Preise von rund CHF 1'825 bis über CHF 13'725 decken sowohl einfache Solitäre als auch aufwendigere Fassungen ab. Der spürbare Nachteil: Wer eine Strassenadresse, eine Handelsregisternummer oder den Namen des Diamant-Zertifizierers vorab online nachlesen möchte, findet das auf der Website nicht, und ohne Termin bleibt der Showroom in Feusisberg geschlossen.

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