Régine Giroud

In Gassen 6, Zürich

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Régine Giroud führt auf der eigenen Website eine eigene Rubrik namens "Engagement Rings", und schon das unterscheidet das Haus von den meisten Adressen in diesem Verzeichnis, die Verlobungsringe nur als eine Zeile unter vielen führen. Dort steht es unmissverständlich: eine Auswahl an Art-Déco- und Belle-Epoque-Diamant-Solitärringen in Platin, ergänzt durch klassisch-moderne Einzelanfertigung. Wer sich auf die Suche nach einem historischen Ring macht, findet hier kein Sortiment, das erst noch zusammengestellt werden müsste. Die Kategorie existiert, sie ist benannt, und sie beschreibt genau das, was das Haus zu seinem Kerngeschäft macht: historische Diamantringe, die nicht neu produziert, sondern über Jahrzehnte gesammelt und kuratiert wurden.

Die Adresse ist In Gassen 6, eine kurze Gasse, die direkt vom Paradeplatz abzweigt, einen Steinwurf von der Bahnhofstrasse entfernt, mitten im historischen Kern von Zürich Kreis 1. Für eine nationale Auswahl wie diese hier ist das kein Zufall. In Gassen liegt in unmittelbarer Nähe zu den grossen internationalen Maisons an der Bahnhofstrasse, aber die Adresse selbst gehört keiner Kette. Wer aus einem anderen Kanton anreist und erwartet, an der Bahnhofstrasse ausschliesslich auf globale Markennamen zu treffen, findet einen Gehminuten entfernten Gegenpol: ein unabhängiges Haus, dessen Fokus auf Antikschmuck liegt und das genau deshalb ein anderes Angebot führt als die Flagship-Stores der grossen Namen ringsum.

Was das Haus von der Bahnhofstrasse unterscheidet

Die eigene Beschreibung auf der Website ist knapp, aber eindeutig in der Aussage: "Antique jewelry is fine art that you can wear." Kuratiert wird die Sammlung von Reto Schmidlin, auf der Website als "curator of the most sought-after antique jewelry" bezeichnet. Das Wort "Kurator" statt "Verkäufer" ist bezeichnend für die Positionierung: Es geht nicht um ein laufend produziertes Sortiment, sondern um Einzelstücke mit eigener Geschichte, die gesucht und erworben werden, bevor sie überhaupt in der Auslage liegen. Auf der Startseite illustriert das ein Beispiel aus dem aktuellen Bestand, eine antike Schmetterlingsbrosche aus der Zeit um 1900, dazu Art-Déco-Ohrgehänge mit kolumbianischen Smaragden und Diamanten. Beides sind Verkaufsstücke aus dem laufenden Sortiment, nicht Museumsleihgaben, ein Hinweis darauf, dass das Haus tatsächlich mit Objekten dieser Epoche und Qualität handelt.

Für die eigentliche Verlobungsringe-Kategorie bedeutet das: keine Neuanfertigung von der Stange, sondern Solitärringe aus der Art-Déco- und Belle-Epoque-Zeit, in Platin gefasst, wie es für diese Epochen typisch war, bevor Weissgold und später Palladium den Markt für helle Fassungen übernahmen. Als Referenzpunkt für die Epoche steht auch abseits der Ringe ein Stück im aktuellen Bestand: eine antike Schmetterlingsbrosche, die die Website auf die Zeit um 1900 datiert, ein Beleg dafür, dass das Haus tatsächlich mit Originalstücken aus dieser Zeit handelt und nicht nur mit Nachbildungen im historischen Stil arbeitet. Wer einen Ring mit dieser Geschichte sucht, findet ihn in der Schweiz nicht an jeder Adresse. Die meisten Häuser an der Bahnhofstrasse verkaufen aktuelle Kollektionen internationaler Marken; ein Spezialgeschäft für antike Diamantringe ist dort die Ausnahme, kein Standard.

Wer zum ersten Mal von Art Déco und Belle Epoque als Epochenbegriffen liest, kann sich an Paris und Wien orientieren: Beide Stilrichtungen prägten den europäischen Schmuck in den Jahrzehnten vor und nach dem Ersten Weltkrieg, mit geometrischen Fassungen, viel Platin und einem klaren Bruch mit dem schwereren Jugendstil davor. Genau in dieser Tradition steht das Sortiment, das Régine Giroud unter der eigenen Verlobungsringe-Rubrik zeigt, kein beliebiger Sammelbegriff, sondern eine bewusste stilistische Eingrenzung.

Auch klassisch-modern, nicht nur antik

Wer keinen historischen Ring, sondern eine Einzelanfertigung sucht, wird ebenfalls fündig: Die Website nennt "klassisch-moderne Einzelanfertigung" explizit als Teil des Sortiments neben den historischen Stücken. Für Verlobungsringe wird ausserdem ausdrücklich ein Diamantzertifikat zugesichert, die Website spricht von "Our Engagement-Rings are with a Diamond Certificate", ohne das ausstellende Labor zu nennen. Das ist ein Detail, das ein Paar beim Besuch direkt nachfragen sollte, gerade weil ein Zertifikat allein noch keine Garantie für ein bestimmtes Labor ist. Wer aus einem anderen Kanton anreist, plant diese Frage besser vorab per Telefon oder E-Mail, statt sie erst vor Ort zu klären.

Warum das Haus über Zürich hinaus zählt

Was Régine Giroud über die Stadtgrenze hinaus relevant macht, ist nicht die Lage an sich, sondern eine Geschichte, die sich über Jahrzehnte in der Fachpresse und im eigenen Ausstellungskalender niederschlägt. Die Presseseite der Website listet Artikel aus BIJOUX NEWS (Mai 2020) und L'OFFICIEL Schweiz (Oktober 2017) neben deutschsprachigen Titeln wie "Glänzende Erfolge" (Oktober 2014), "Sie sucht die absolute Schönheit" (26. September 2012) und "Art déco ist in voller Blüte" (November 2006), also eine Berichterstattung, die von 2006 bis 2020 reicht, nicht eine einzelne Erwähnung in einem guten Jahr. Dazu kommt ein wiederkehrender Ausstellungskalender im eigenen Haus: thematische Abende zu einzelnen Edelsteinen, etwa zum blauen Hope-Diamanten oder zu Smaragden, jeweils mit Vortrag des Gemmologen Michael Hügi, sowie eine jährliche Weihnachtsausstellung. Das Geschäft engagiert sich zudem seit Jahren als Sponsor, unter anderem als Gold-Sponsor der Malteser Charity Night Zürich (2008 bis 2024) und des Malteser Balls Bern (2009 bis 2024), als Silber- beziehungsweise Gold-Sponsor des Balls des Schweizerischen Roten Kreuzes (2011 und 2013) sowie als Gold-Partner des Efficiency Club Zurich (2012 bis 2016 und 2020 bis 2025). Wer diese Adresse auf einer nationalen Liste erwartet statt auf einer rein Zürcher, findet hier den Beleg dafür: kontinuierliche Sichtbarkeit über die Stadt hinaus, nicht nur eine gute Lage.

Ein weiterer Beleg für Kontinuität statt eines Strohfeuers: Am 4. September 2024 vollzog das Haus laut eigener Ereignisliste die Übergabe von Régine Giroud an Reto Schmidlin, denselben Kurator, der auf der Website als "curator of the most sought-after antique jewelry" beschrieben wird. Das Sortiment wechselt damit nicht den Namen bei jeder Führungsablösung, sondern bleibt in derselben Spezialisierung, nur mit neuer Handschrift an der Spitze. Für ein Paar, das einen Ring mit Herkunft und Geschichte sucht, ist das ein Hinweis darauf, dass das Fachwissen im Haus über einen einzelnen Namen hinaus Bestand hat und nicht mit einer einzigen Person verschwindet.

Öffnungszeiten und Kontakt

Das Geschäft ist von Montag bis Mittwoch von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, Donnerstag und Freitag von 10.00 bis 18.30 Uhr, samstags von 10.00 bis 17.00 Uhr. Auf der Website wird ausdrücklich zu einem persönlichen Beratungstermin eingeladen, telefonisch unter +41 44 210 20 11 oder per E-Mail. Für Reisende aus anderen Kantonen ist das keine Nebensache: Wer eine mehrstündige Zugfahrt einplant, sollte vorab telefonisch abklären, ob und wann der gewünschte Ring oder ein passendes Stück verfügbar ist, statt unangekündigt vorbeizukommen und auf ein leeres Schaufenster zu treffen.

Für wen sich das Haus eignet

Régine Giroud passt am besten zu einem Paar, das gezielt ein Stück mit Geschichte sucht, keinen Ring "wie jeder andere". Wer eine breite Auswahl an aktuellen Markenkollektionen zum Vergleichen sucht, ist an der Bahnhofstrasse selbst besser aufgehoben; wer ein Einzelstück aus der Art-Déco- oder Belle-Epoque-Zeit sucht oder eine klassisch gearbeitete Neuanfertigung wünscht, findet in dieser kleinen Gasse direkt am Paradeplatz eine der wenigen Schweizer Adressen, die genau das als eigene Kategorie führt. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Die Website nennt kein ausstellendes Labor für das Diamantzertifikat und keine Preisspanne, sodass ein Paar diese Punkte vor Ort klären muss statt vorab online. Das ist bei einem auf Einzelstücke spezialisierten Antikhaus aber weniger ungewöhnlich als bei einem Serienhersteller, und der persönliche Beratungstermin, zu dem das Haus ausdrücklich einlädt, ist genau der richtige Moment, um es zu klären.

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