Céline Barman Création de Bijoux

Nendaz, Wallis · seit 2006

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Céline Barman führt ihr Atelier seit 2006 in Nendaz, einem Bergdorf oberhalb von Sion im Wallis. Auf ihrer Seite schreibt sie, sie habe das Atelier "caché dans notre petit chalet" eröffnet, versteckt im eigenen Chalet, und arbeitet seither als selbstständige Bijoutière. 2026 markiert damit ihr zwanzigstes Jahr im Beruf, ein Jubiläum, das sie zusammen mit der Fotografin Sophie Diaz feiert, mit der sie seit fünf Jahren zusammenarbeitet. Zum runden Datum ist am 21. Mai eine Ausstellung bei Florian Opticiens in Sion angekündigt, eine kleine, aber konkrete Anerkennung ihrer Arbeit vor Ort.

Gelernt hat sie den Beruf mit einem CFC als Bijoutière Joaillère, dem eidgenössischen Fähigkeitsausweis der Westschweiz und damit dem direkten Pendant zum EFZ, ergänzt um eine Berufsmaturität. Diese Kombination aus Lehre und Berufsmatur ist im Wallis nicht selbstverständlich und zeigt, dass sie ihre Ausbildung bewusst über das Minimum hinaus verlängert hat, bevor sie sich selbstständig machte.

Was das Atelier auszeichnet

Was Céline Barman von einem gewöhnlichen Goldschmiedebetrieb unterscheidet, ist ihre Gusstechnik mit echten Naturmaterialien. In einem Artikel des Nouvelliste vom 11. März 2021 wird beschrieben, wie sie seit sieben Jahren Tannenzapfen, Rinde, Blätter und andere Pflanzenteile auf einen Wachsbaum setzt, diese Vorbereitung dann in eine Form mit rund 300 Gramm Gips einbettet und so im Verlorenwachsverfahren giesst. Die Trocknung dauert laut demselben Artikel 24 Stunden, das anschliessende Brennen weitere 8 Stunden. Aus dem organischen Original entsteht so ein exaktes Abbild in Silber oder Gold, mit jeder Rille und Fältelung der ursprünglichen Rinde oder des Blatts. Ihr eigenes Zitat aus dem Artikel bringt die Haltung dahinter auf den Punkt: "Rien n'est plus parfait que la nature", nichts sei perfekter als die Natur. Das ist keine beliebige Werbeformel, sondern beschreibt tatsächlich, was man in ihren Kollektionen sieht: Ringe mit Lärchenrinden-Struktur, Ohrringe in Zapfenform, Anhänger, die wie ein echtes Blatt aussehen, weil sie eines waren.

Für ein nationales Publikum ist das der eigentliche Grund für den Kontakt, nicht zwingend für eine Reise: Diese Naturguss-Spezialisierung ist im übrigen Land nicht verbreitet, und wer nicht ins Wallis fahren will, kann das Erstgespräch laut eigener Beschreibung ebenso gut per Zoom führen, siehe den Ablauf einer Bestellung weiter unten. Klassische Goldschmiedeateliers mit Steinfassung und geometrischen Formen gibt es in praktisch jeder grösseren Stadt, aber kaum jemanden, der eine echte Rinde oder ein echtes Blatt direkt in Metall überführt. Nendaz selbst ist in erster Linie als Skiort bekannt, nicht als Schmuckdestination, was die Werkstatt eher zu einer Entdeckung als zu einem etablierten Ausflugsziel macht.

Verlobungsringe und die Bestellung

Die Rubrik für Verlobungsringe (Bagues de fiançailles) beschreibt sie selbst als "toute récente", also noch jung. Auf der Seite steht ausdrücklich, dass die dort gezeigten Fotos nicht alle tatsächlich Verlobungsringe zeigen, sondern eher als Inspiration dienen sollen: "Venez plutôt avec vos idées et vos envies afin que je puisse créer la bague de fiançailles qui lui conviendra parfaitement", kommen Sie lieber mit eigenen Ideen und Wünschen, damit sie den Ring entsprechend entwerfen kann. Es gibt also keinen fertigen Online-Katalog zum Durchklicken, sondern ein Gespräch als Ausgangspunkt, was zur restlichen Arbeitsweise des Ateliers passt, aber wer sich lieber zuerst durch fixfertige Modelle klickt, muss diesen Schritt einplanen.

Der Ablauf einer Bestellung ist auf der Seite in fünf Schritten festgehalten. Am Anfang steht die Idee, ob als vage Vorstellung oder bereits klar umrissenes Projekt. Es folgt ein Termin, entweder im Atelier oder aus der Distanz per E-Mail, Telefon oder einer Zoom-Sitzung von ungefähr einer Stunde, was besonders für Paare aus anderen Kantonen relevant ist, die den Weg ins Wallis nicht für ein Erstgespräch antreten wollen. Danach entwickelt sie das technische Konzept und legt Offerte sowie Liefertermin fest. Es folgt die eigentliche Fertigung, beschrieben mit den Verben "scier, limer, courber, étirer, marteler, souder, polir", also sägen, feilen, biegen, ziehen, hämmern, löten, polieren, wobei sie bei Bedarf auch spezialisierte Handwerker beizieht. Am Ende steht die Übergabe des fertigen Schmucks mit, wie sie schreibt, besonderer Aufmerksamkeit für den Service danach und der Bereitschaft, bei Bedarf nachzubessern.

Neben den eigens für ein Paar entworfenen Stücken führt sie auch eine Boutique mit Petites Séries und Pièces Uniques, kleinen Serien und Einzelstücken in den Rubriken Ringe, Armbänder, Halsketten, Ohrringe, Kinder- und Herrenschmuck. Für ein Verlobungsring-Publikum ist das vor allem als Referenz interessant, um die Handschrift des Ateliers zu sehen, bevor man ein eigenes Stück in Auftrag gibt: viele dieser Stücke tragen dieselbe Formensprache aus Rinde, Zapfen und Blattstrukturen wie die Trauringe und Verlobungsringe.

Erreichbarkeit und Öffnungszeiten

Das Atelier arbeitet ausschliesslich nach Vereinbarung, wie es auf der Kontaktseite heisst: "J'ai le plaisir de vous reçevoir sur rendez-vous dans mon atelier." Angegeben sind Öffnungszeiten am Montag, Dienstag und Freitag jeweils von 13:00 bis 17:30 Uhr, telefonisch erreichbar unter der Nummer +41 79 237 58 46. Eine vollständige Strassenadresse mit Hausnummer und Postleitzahl veröffentlicht die Seite nirgends, weder auf der Kontakt- noch auf der eigens dafür vorgesehenen Standortseite, dort erscheint nur ein unvollständiges "CH-" unter der Rubrik Adresse. Wer konkret vorbeifahren will, sollte den genauen Treffpunkt also vorab per Anruf, E-Mail oder eben Zoom klären, was angesichts der ohnehin terminbasierten Arbeitsweise wenig zusätzlichen Aufwand bedeutet.

Diese eingeschränkte Erreichbarkeit ist der klarste Wermutstropfen an diesem Eintrag: kein spontaner Besuch, keine festen Ladenöffnungszeiten unter der Woche ausserhalb von drei Nachmittagen, und keine öffentlich einsehbaren Preise für Verlobungsringe. Wer schnelle, unverbindliche Vergleiche zwischen mehreren Anbietern sucht, bekommt das hier nicht auf einen Blick. Wer dagegen ein wirklich eigenständiges Stück sucht, das an die Walliser Bergwelt erinnert, findet in diesem Atelier eine der wenigen Adressen der Schweiz, die diese Verbindung zwischen Natur und Edelmetall so direkt und so lange schon verfolgt.

Für wen sich das Atelier eignet

Am besten passt Céline Barman Création de Bijoux zu Paaren, die sich nicht mit einem Standardmodell aus der Vitrine zufriedengeben wollen und bereit sind, den Entwurf gemeinsam mit der Bijoutière zu entwickeln, sei es im Atelier in Nendaz oder per Videogespräch von zu Hause aus. Wer eine persönliche Geschichte, etwa eine bestimmte Baumart oder eine Erinnerung an einen Ort, in Metall festhalten möchte, findet hier eine der wenigen Werkstätten des Landes, die das im wörtlichen Sinn abgiessen kann. Weniger geeignet ist das Atelier für alle, die ein fertiges Sortiment durchblättern und ohne Terminvereinbarung sofort etwas mitnehmen wollen. Insgesamt bleibt Céline Barman ein Beispiel dafür, wie handwerkliche Spezialisierung auch fernab der grossen Städte funktioniert, getragen von zwanzig Jahren derselben Werkbank in einem Walliser Bergdorf.

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