La Gioia Ascona

Via Gottardo Madonna 66, 6622 Ronco sopra Ascona

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La Gioia Ascona liegt nicht in Ascona, auch wenn der Name das nahelegt. Die Adresse lautet Via Gottardo Madonna 66, und das Postleitzahlgebiet ist Ronco sopra Ascona, ein Steilhang oberhalb des Lago Maggiore, rund 2 Kilometer von Ascona entfernt. Der Karl-Wild-Hotelführer 2024/2025, der La Gioia unter den 100 schönsten Hotels der Schweiz führt, beschreibt die Anlage als über eine private Kabinenbahn erreichbar, eingebettet in den Hang. Wer das Haus ansteuert, kommt also nicht in eine Fussgängerzone, sondern fährt zunächst zu einer Talstation und lässt sich hinauftragen. Das ist im Vergleich zu den etablierten Adressen an der Via Nassa in Lugano, dem eigentlichen Zentrum des Tessiner Schmuckhandels, ein völlig anderes Format: kein Schaufenster, kein Laufkundschaft, sondern ein Ort, an dem man sich anmeldet und hinfährt, weil man genau dorthin will.

Das Konzept dahinter ist ungewöhnlich für ein Verlobungsring-Ziel: La Gioia Ascona ist gleichzeitig ein Schmuckhaus und ein Feriendomizil mit vermietbaren Suiten und einer Freiluft-Kunstgalerie. Betrieben wird es von einem Gastgeberpaar, Martina Mittelmann und Andreas Hoffmann. Mittelmann tritt auf der eigenen Website als Schmuckdesignerin auf und führt unter dem Namen Jewellery by Martina eine hauseigene Kollektionslinie mit mehreren benannten Serien, die auf der Website unter eigenen Namen wie Tauris, Tinais, Tibelia, Tiberius, Takara und Crab geführt werden. Hoffmann ist laut Website in erster Linie für die Suiten und für die Kunstsammlung zuständig, die auf den Aussenterrassen der Anlage präsentiert wird, mit Werken mehrerer Künstler, die im Garten zwischen den Suiten hängen statt in einer klassischen Galerie an der Wand. Anders als in einem klassischen Ladengeschäft berät bei Verlobungsringen die Designerin selbst, und zwar nach vorheriger Terminvereinbarung, nicht im Vorbeigehen. Wer ein Paar Ringe sucht, bekommt also keinen Verkäufer zugeteilt, sondern spricht direkt mit der Person, die die eigene Kollektion entworfen hat, und kann dabei auch gleich die im Aussenbereich gezeigten Bilder besichtigen, wenn Kunst ebenfalls interessiert.

Neben der eigenen Linie führt das Haus zwei etablierte Marken aus dem klassischen Trauring-Segment: die deutsche Manufaktur Furrer Jacot mit separaten Rubriken für Trauringe, Verlobungsringe und eine Carbon-Linie, sowie Giloy für Trauringe. Diese Kombination aus Eigenmarke und Fremdmarken ist im Tessiner Markt eher unüblich, wo viele Adressen entweder ausschliesslich auf internationale Marken oder ausschliesslich auf die eigene Werkstatt setzen. Bei La Gioia Ascona steht beides nebeneinander im selben Katalog, sodass ein Paar zwischen einem industriell gefertigten Furrer-Jacot-Modell und einem individuell entworfenen Stück aus der Jewellery-by-Martina-Linie wählen kann, ohne den Ort zu wechseln.

Bei den Verlobungsringen führt La Gioia Ascona die deutsche Marke Furrer Jacot als Hauptsortiment, mit einer eigenen Rubrik auf der Website, die Modelle einzeln mit Namen, Fassungsart und Preis auflistet. Die gezeigte Auswahl reicht von einem Damenring Seraflora in 750er Weissgold mit 28 Brillanten für 5'180 Franken bis zu Modellen wie Valessia mit 90 Brillanten für 13'380 Franken, und es sind auch Platinfassungen im Angebot, etwa ein Lotisse-Ring in 950er Platin mit 50 Brillanten für 12'300 Franken. Wer die gezeigte Auswahl durchgeht, sieht ein Sortiment, das sich klar an 750er Gold (18 Karat) und an Platin orientiert, mit einer Bandbreite von schlichten Solitär-Fassungen bis zu Ringen mit über hundert kleinen Brillanten. Wer sich in diesem Katalog nicht wiederfindet, kann laut Website ein individuelles Design in Auftrag geben und dafür eine gesonderte Beratung anfragen, statt sich auf Konfektionsware zu beschränken.

Was La Gioia Ascona von den übrigen Adressen im Kanton unterscheidet, ist die Verbindung von Ringkauf und Aufenthalt. Mehrere Google-Bewertungen, unabhängig voneinander verfasst, berichten übereinstimmend, dass Käufer eines Ring-Sets zwei kostenlose Übernachtungen in einer der Suiten erhalten. Eine Rezensentin schreibt, sie und ihr Partner hätten dort nicht nur die passenden Trauringe gefunden, sondern auch zwei Nächte geschenkt bekommen, eine andere spricht von zwei Nächten beim Kauf der Eheringe. Das steht so nicht auf den eigenen Verkaufsseiten des Hauses, ist also als Erfahrungsbericht von Gästen zu lesen und nicht als offizielle Konditionen, aber die Wiederholung über mehrere unabhängige Bewertungen macht es zu einem wiederkehrenden Muster, das man bei einer Anfrage ruhig ansprechen kann.

Die Bewertungen selbst sind für ein Nischenanbieter ungewöhnlich einheitlich: Google zeigt einen Schnitt von 5,0 von 5 Sternen aus 25 Bewertungen, verifiziert, Stand der zuletzt eingesehenen Fassung der Seite. Wiederkehrende Themen in den Texten sind die persönliche, unaufdringliche Beratung durch Martina Mittelmann, die Aussicht auf den See und die Isole di Brissago, und die ungewöhnliche Anreise über die Kabinenbahn, die mehrere Gäste ausdrücklich als Teil des Erlebnisses beschreiben. 2024 gewann das Haus zudem den Swiss Wedding Award in der Kategorie Trauringe, ein Branchenpreis, der die Ringlinie zusätzlich einordnet, auch wenn er sich auf Trauringe und nicht spezifisch auf Verlobungsringe bezieht.

Rechtlich betrieben wird die Seite von der Gold & Silber Schweiz AG mit Sitz an der Blegistrasse 11b in 6340 Baar im Kanton Zug, laut Impressum. Das operative Geschäft, also Beratung, Anprobe und die Suiten, findet aber ausschliesslich in Ronco sopra Ascona statt: Wer kauft, kauft vor Ort am Lago Maggiore, nicht in Zug. Für Paare aus der Deutschschweiz bedeutet das einen bewussten Ausflug über den Gotthard, keinen Abstecher zwischendurch. Genau das ist aber auch der Punkt: La Gioia Ascona konkurriert nicht mit einem Fachgeschäft an der Bahnhofstrasse oder an der Via Nassa um die schnelle Anprobe zwischen zwei Terminen, sondern bietet etwas, das man in keiner Stadt bekommt, nämlich Ringauswahl mit Übernachtung und Seeblick statt Ladentisch.

Wer national nach dem Grund sucht, das Haus einer Liste vorzuziehen, die auf Lugano oder Zürich fokussiert ist, findet ihn also nicht im Preis, der sich im gehobenen, aber nicht ungewöhnlichen Rahmen für Furrer-Jacot-Ringe bewegt, sondern im Format: ein Termin, eine Anreise über die Kabinenbahn, eine Designerin, die selbst berät, und ein Ort, an dem der Ringkauf mit einem kleinen Urlaub verbunden wird. Für ein Paar, das sich für Furrer Jacot oder eine individuelle Anfertigung interessiert und den Umweg als Teil der Geschichte sehen will, ist das ein reales Argument, für den Kunden, der in der Mittagspause schnell vorbeischauen will, dagegen eher nicht. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Wer nur nach dem grössten Sortiment sucht, findet in der Online-Ansicht zunächst nur einen Ausschnitt, weitere Modelle erschliessen sich erst über den Link zum Gesamtkatalog oder über eine persönliche Anfrage. Wer diesen zusätzlichen Schritt nicht scheut, bekommt dafür eine Beratung, die sich von jedem Geschäft in der Innenstadt unterscheidet.

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