LUX Goldschmiede AG
Zum Bewerten auf einen Stern tippen
Wer in der Ostschweiz einen Verlobungsring sucht und nicht in eine Vitrine mit fertiger Ware greifen will, landet früher oder später an der Vadianstrasse 15 in St. Gallen. Dort führt Marc Ecknauer die LUX Goldschmiede AG, ein Atelier, das den Ring nicht verkauft, sondern schmiedet. Ecknauer ist Goldschmied und zugleich zertifizierter Gemmologe FGA, ein Titel, den er in London erworben hat. Diese Doppelqualifikation ist der eigentliche Grund, das Haus in eine landesweite Liste aufzunehmen: Wer den Stein selbst beurteilen und den Ring selbst anfertigen kann, muss beides nicht an zwei verschiedene Adressen auslagern.
Was das Haus unterscheidet
Auf der eigenen Seite beschreibt Ecknauer sein Angebot so: "Ich habe in London das Studium zum zertifizierten Gemmologen FGA (Edelsteinexperte) absolviert und bin selber Sammler." Diese Sammlerperspektive prägt die Werkstatt sichtbar. Es geht nicht um ein Sortiment von der Stange, sondern um Steine, die er selbst einkauft, bewertet und dann in Fassung bringt. Auf der Startseite fasst er die eigene Handschrift so zusammen: "Seit 25 Jahren verarbeitet Marc Ecknauer, Inhaber der LUX Goldschmiede, die Schätze der Natur zu einzigartigen Schmuckstücken." Ein Vierteljahrhundert Werkstatterfahrung ist eine überprüfbare Grössenordnung, keine Marketingfloskel, auch wenn die Seite kein konkretes Gründungsjahr nennt.
Der Verlobungsring als Massarbeit
Die Verlobungsringe-Seite formuliert den Anspruch direkt: "der Verlobungsring soll einzigartig sein und den Charakter Ihrer Partnerin oder Ihres Partners widerspiegeln." Der Weg dahin ist ein Gespräch im eigenen Atelier, nicht am Verkaufstresen: "In einem persönlichen Gespräch in meinem Atelier erkunden wir unterschiedliche Stile." Klassische Formen bleiben im Angebot, etwa der Solitär, aber sie sind der Ausgangspunkt und nicht das Ende der Beratung: "Ein klassischer Solitaire-Ring trifft oft ins Schwarze, doch auch ein Memoire-Ring mit funkelnden Diamanten rundum" kommt zur Sprache. Bei den Metallen bleibt die Wahl offen zwischen zurückhaltendem und traditionellem Auftritt: "Ob in modernem Roségold, kantig und schlicht, oder in traditionellem Gelbgold mit erhabenen Formgebungen." Am Ende steht laut eigener Beschreibung ein gemeinsam entwickeltes Design, "das Ihren Stil und Ihre Persönlichkeit perfekt unterstreicht."
Für Trauringe gilt dasselbe Werkstattprinzip. Ecknauer schmiedet sie aus Platin sowie Weiss-, Rosé- und weiteren Goldlegierungen nach Kundenwunsch und berät zu Edelmetallen, Formen und Oberflächen, damit der Ring sich im Alltag angenehm trägt. Ergänzt wird das eigene Handwerk durch Partnerschaften: "Als Partner von Henrich Denzel und Locherschmuck verfüge ich auch über eine exklusive" Kollektion, wie es auf der Trauringe-Seite heisst, sodass Paare neben der Massanfertigung auch kuratierte Fremdkollektionen ansehen können, ohne die Adresse wechseln zu müssen.
Die Edelsteine im Zentrum
Bei einem Gemmologen sind die Steine kein Beiwerk. Die eigene Seite bringt es auf den Punkt: "Edelsteine ziehen Blicke auf sich. Sie faszinieren durch ihre Farbenvielfalt, ihre Seltenheit und ihren Mythos." Aus dem Fachwissen leitet Ecknauer eine doppelte Kompetenz ab, "Edelsteine zu bewerten, und das Know-how, sie zu verarbeiten." Die Fassung soll dabei nicht nur schützen, sondern die Farbwirkung des Steins gezielt in Szene setzen, "damit sie nicht nur als Wertanlage dienen, sondern Ihren Schmuck zu einem Unikat veredeln." Ein eigenes Zertifikatssystem wie SSEF Basel oder Gübelin Gem Lab nennt die Seite nicht; wer ein unabhängiges Gutachten für einen grösseren Stein wünscht, sollte das vor der Fassung ausdrücklich ansprechen.
Warum St. Gallen
Die Stadt ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Ostschweiz, und ihr Wohlstand hat eine textile Vorgeschichte: "Die Textilindustrie mit der St. Galler Stickerei ist der historisch bedeutendste Industriezweig" der Region, ein Erbe, das bis heute als Exportprodukt fortwirkt. Wo einst Stickerei-Fabrikanten ihr Vermögen zeigten, hat sich in der Innenstadt ein feines Netz an Goldschmiedeateliers gehalten, und die Vadianstrasse liegt mitten in diesem Zentrum, wenige Gehminuten vom historischen Stiftsbezirk entfernt. Anders als im nahen Appenzellerland, wo Ecknauer selbst seine Wurzeln hat, oder im ländlicheren Thurgau, wo Schmuckangebote eher an einzelne Fachgeschäfte gebunden sind, konzentriert sich in St. Gallen ein städtisches Publikum, das eine Werkstatt mit Ladengeschäft trägt. Für Paare aus dem Appenzellerland, dem Rheintal oder dem Bodenseeraum ist St. Gallen der naheliegende städtische Anlaufpunkt, ohne dass eine Fahrt bis nach Zürich nötig wäre; die Stadt ist über den Fernverkehr direkt an Zürich und von dort weiter an das übrige Bahnnetz angebunden.
Öffnungszeiten und Erreichbarkeit
Das Atelier ist an 5 Tagen die Woche zugänglich, wenn auch mit unterschiedlichen Zeitfenstern: Dienstag und Mittwoch von 13.30 bis 18.30 Uhr, Donnerstag und Freitag von 9.30 bis 18.30 Uhr sowie Samstag von 9.30 bis 16.00 Uhr. Wer am Montag anreist, geht leer aus, und auch der Dienstagvormittag bleibt geschlossen, ein Detail, das für eine spontane Stadtbummel-Stippvisite wichtiger ist als für einen vereinbarten Beratungstermin. Neben Verlobungs- und Trauringen kauft das Haus laut eigener Navigation auch Altgold an, was zeigt, dass die Werkstatt nicht nur neue Stücke fertigt, sondern auch alte Materialien in den Kreislauf zurückführt.
Neben dem Ring
Das Sortiment beschränkt sich nicht auf Verlobungs- und Trauringe. Unter der Rubrik Schmuck führt das Atelier auch allgemeinere Stücke, und unter Highlights zeigt es einzelne Arbeiten, die Ecknauers eigene Handschrift besonders deutlich machen, formuliert als "DIE SCHMIEDEKUNST VON MARC ECKNAUER IN ALL IHREN FACETTEN". Wer altes Gold liegen hat, kann es über die Altgold-Ankauf-Rubrik einbringen, sei es als Anzahlung an ein neues Stück oder schlicht zum Verkauf. Das ergibt für Paare einen praktischen Nebeneffekt: Ein alter Ring, eine geerbte Kette oder lose Fassungen aus einer früheren Beziehung müssen nicht separat entsorgt werden, sondern können direkt in die Finanzierung des neuen Verlobungsrings einfliessen, ein Weg, den grössere Ketten selten so unkompliziert anbieten.
Die Auszeichnung im Lebenslauf
Ecknauers eigene Über-uns-Seite nennt eine konkrete Anerkennung aus seiner Laufbahn: "Dafür habe ich 2017 vom Red Dot Design Award die Auszeichnung «Honourable Mention» erhalten." Der Satz steht ohne weitere Erläuterung, welches Stück ausgezeichnet wurde, doch er belegt, dass die Werkstatt auch ausserhalb des Ladengeschäfts an St.-Galler Stammkundschaft wahrgenommen wird. Für ein Ein-Personen-Atelier ist das eine ungewöhnliche Referenz, die man in der Ostschweiz nicht an vielen Adressen findet.
Wer hier fündig wird
LUX Goldschmiede passt zu Paaren, die den Ring nicht aus einem Katalog wählen, sondern in einem Gespräch entwickeln wollen, und die einer Fachperson vertrauen, die Steine selbst beurteilt statt sie nur weiterzuverkaufen. Wer dagegen schnell ein fertiges Modell von der Stange sucht, ist in einem der grösseren Ketten-Fachgeschäfte womöglich schneller bedient, dort allerdings auch ohne die persönliche Gemmologie-Beratung, die hier den Unterschied macht. Ebenso offen bleibt, welche unabhängigen Prüfstellen für Diamanten oder Farbsteine im Einzelfall herangezogen werden, denn die Seite selbst macht dazu keine Angabe; Paare, denen ein externes Zertifikat wichtig ist, sollten das vor der Auftragsvergabe direkt im Atelier klären statt es stillschweigend vorauszusetzen. Wer diese Fragen vorab klärt, findet in St. Gallen ein Atelier, das die Handschrift eines einzelnen Fachmanns trägt statt die eines anonymen Ladennetzes, und das für die ganze Ostschweiz eine der wenigen Adressen ist, an denen Gemmologie und Goldschmiedehandwerk unter einem Dach sitzen.