Adam Uhren und Schmuck (Adam Goldschmied)

Ringstrasse 15, 4600 Olten · seit 1935

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Wer sich für einen Verlobungsring aus dem Kanton Solothurn interessiert, landet fast zwangsläufig bei Adam in Olten. Das Familiengeschäft führt unter der Marke Adam Goldschmied ein eigenes Atelier an der Ringstrasse 15, nur wenige Gehminuten vom Hauptgeschäft an der Hübelistrasse 19 entfernt. Genau diese Kombination aus Boutique und Werkstatt unter demselben Dach ist der Grund, warum Adam auf dieser nationalen Liste steht: Wer hier einen Ring bestellt, kauft nicht aus einer Vitrine, sondern lässt ihn direkt von den Goldschmiedinnen entwerfen, die auch die Reparatur und spätere Anpassung übernehmen.

Das Atelier und was dort entsteht

Auf der eigenen Seite beschreibt Adam sein Goldschmiede-Atelier als "Raum der Kreativität und des Handwerks", in dem "einzigartige Unikate mit einem aussergewöhnlichen Charakter und einer Geschichte" entstehen. Zwei Goldschmiedinnen, Sabine Joos und Mary Lynn Egger, begleiten Kundinnen und Kunden laut eigener Darstellung "von der ersten Idee auf Papier bis zum vollendeten Schmuckstück". Das ist kein Marketingsatz ohne Substanz: Die Website zeigt eine ganze Reihe von Einzelstücken aus dem Atelier, von einem Siegelring mit Familienwappen bis zu einem Ring in 18K Weissgold mit Brillant, Topas und Tansanit. Wer sich für einen Verlobungsring entscheidet, kann also auf dieselbe Werkstatt zurückgreifen, die auch die Vitrinenstücke fertigt, statt auf eine reine Handelsware angewiesen zu sein.

Besonders deutlich wird das bei den Siegelringen, auf die sich das Atelier nach eigenen Angaben spezialisiert hat: Kundinnen und Kunden können ein Familienwappen oder ein persönliches Symbol einarbeiten lassen, inklusive Beratung zu Grösse und Design. Für ein Verlobungsversprechen mit einer eigenen Geschichte ist das ein reales Argument, kein austauschbares.

Wie breit das Atelier arbeitet, zeigen die auf der Website gezeigten Beispielstücke. Ein Ring mit naturfarbenen Saphiren ist wahlweise in 18K Roségold mit farbigen Steinen oder in 18K Weissgold mit blauen Saphiren erhältlich. Eine Mix-and-Match-Linie kombiniert 18K Weiss- und Roségold mit Mondstein, Chalcedon, Pinkopal, Rosenquarz und Amazonit, sodass sich Farbsteine je nach Wunsch austauschen lassen. Für Käuferinnen und Käufer, die einen Verlobungsring ausserhalb der klassischen Solitär-Form suchen, ist das eine konkrete Werkbank, an der sich Farbe, Fassung und Goldlegierung tatsächlich verändern lassen, nicht nur ein Katalog mit fixen Modellen.

Oekogold und Schweizer Schliff

Der zweite Pfeiler, auf dem das Atelier steht, ist die Materialwahl. Adam schreibt ausdrücklich, dass im Atelier "keine Edelmetalle, die direkt aus einer Mine stammen" verarbeitet werden. Stattdessen stammt das verwendete Gold aus einer Quelle, die vom Responsible Jewellery Council (RJC) in London zertifiziert ist, was laut eigener Aussage garantiert, "dass Edelmetalle ausschliesslich aus Recycling gewonnen werden". Diese Praxis nennt das Unternehmen Oekogold, und sie zieht sich durch das gesamte Sortiment, nicht nur durch eine einzelne Sonderkollektion.

Bei der hauseigenen Linie Leni Adam, die laut Website ebenfalls im Atelier in Olten gefertigt wird, kommt ein zweites Merkmal hinzu: Die Kollektion besteht aus Oekogold und "Schweizer Edelsteine, welche in der Schweiz geschliffen werden". Für Käuferinnen und Käufer, die Wert auf einen nachvollziehbaren Ursprung legen, sind das zwei konkrete, überprüfbare Aussagen statt vager Nachhaltigkeitsversprechen, wie sie in der Branche sonst oft zu lesen sind.

Wie sich das von Angeboten in anderen Kantonen unterscheidet

Wer einen Verlobungsring in Zürich sucht, findet an der Bahnhofstrasse grosse Multimarken-Häuser mit internationalem Namen und entsprechend hohen Einstiegspreisen. Adam in Olten spielt in einer anderen Liga: Es ist ein Familienbetrieb mit eigener Werkstatt, dessen Stärke nicht das Markenportfolio ist, so gross dieses laut Navigation der Website mit Häusern wie IWC, Blancpain, Omega oder Chopard auch ausfällt, sondern die Möglichkeit, einen Ring von Grund auf entwerfen zu lassen, ohne dafür eine Grossstadt-Werkstatt beauftragen zu müssen. Das ist ein Argument, das sich direkt an Paare aus der ganzen Deutschschweiz richtet, nicht nur an Kundschaft aus dem Kanton Solothurn.

Was das Atelier dabei von einem reinen Verkaufsgeschäft unterscheidet, ist die Kombination: Das Markenportfolio reicht auf der Uhrenseite von IWC über Blancpain, Jaeger-LeCoultre und Omega bis zu Longines, Rado, Tissot und Erwin Sattler, auf der Schmuckseite von Wellendorff über Pomellato bis Niessing, Gellner, Furrer Jacot, Georg Jensen und die hauseigene Linie Leni Adam, geführt am selben Standort wie das eigene Goldschmiede-Atelier. Genau diese Kombination, ein Handelsgeschäft mit diesem Markenspektrum und gleichzeitig eine eigene Werkstatt für individuelle Anfertigung, ist es, was ein reines Multimarken-Boutique-Konzept an der Bahnhofstrasse nicht bietet: Dort kauft man ein fertiges Modell, bei Adam lässt sich derselbe Ring stattdessen ab der ersten Skizze mit den Goldschmiedinnen entwickeln.

Zwei Adressen, eine Werkstatt

Organisatorisch trennt Adam Uhrenverkauf und Atelier bewusst in zwei Standorte. Die Uhren- und Schmuck-Boutique an der Hübelistrasse 19 ist von Dienstag bis Freitag von 09.00 bis 12.00 und von 13.00 bis 18.30 Uhr geöffnet, samstags von 09.00 bis 16.00 Uhr. Das Goldschmiede-Atelier an der Ringstrasse 15 hat davon leicht abweichende Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 10.00 bis 12.00 und von 14.00 bis 18.30 Uhr, samstags von 10.00 bis 16.00 Uhr. Wer für eine Ringberatung anreist, plant also am besten den späteren Vormittag oder Nachmittag ein und bucht die Werkstatt separat von einem allfälligen Uhrenkauf im Hauptgeschäft.

Die Firmengeschichte reicht bis 1935 zurück, als Ernst und Paula Adam das Geschäft an der Baslerstrasse gründeten. 1966 zog der Betrieb an den heutigen Standort an der Hübelistrasse 19 im Herzen von Oltens um. Mit den sogenannten Jubiläumsringen 1935 hat Adam diese 90-jährige Geschichte im eigenen Atelier aufgegriffen: Vier von den Goldschmiedinnen gestaltete Ringe, deren Edelsteinzahl jeweils der Ziffer des Gründungsjahres entspricht, wie die Website beschreibt. Das ist zwar kein Verlobungsring-Angebot im engeren Sinn, zeigt aber, wie tief das Handwerk im Betrieb verankert ist und wie lange dieselbe Familie hier bereits Schmuck fertigt.

Wer hier gut aufgehoben ist

Adam eignet sich am besten für Paare, die keinen Ring von der Stange wollen, sondern eines der raren Ateliers suchen, die Verlobungsringe wirklich von Grund auf selbst entwerfen und dabei auf recyceltes Gold und in der Schweiz geschliffene Steine zurückgreifen können. Wer stattdessen ein bekanntes internationales Label mit fixem Kollektionsdesign sucht, findet das im Markenportfolio der Boutique zwar auch, das Atelier selbst lebt aber von der individuellen Anfertigung, nicht vom Markenzeichen. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt die Zweiteilung der Öffnungszeiten zwischen Boutique und Atelier, die eine Terminplanung erfordert, wenn beide Standorte an einem Tag besucht werden sollen.

Unter dem Strich ist Adam Goldschmied ein Beispiel dafür, dass ein handwerklich geführtes Atelier ausserhalb der grossen Zentren mithalten kann, wenn Material, Werkstatt und Beratung stimmen: zwei Goldschmiedinnen, ein auf Oekogold umgestelltes Sortiment und eine Spezialisierung auf Siegelringe, die sich so nicht in jedem Fachgeschäft findet.

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