Lohri Jewellery
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Wer sich in der Zentralschweiz nach einem Verlobungsring mit eigener Werkstattgeschichte umsieht, landet früher oder später an der Neugasse in Zug. Dort führt die Familie Lohri seit 1970 ihr eigenes Goldschmiedeatelier, mittlerweile in der zweiten Generation. Das ist kein Detail am Rande, sondern der Kern des Angebots: Die gesamte Fertigung der hauseigenen Schmuckstücke findet in Zug statt, nicht bei einem externen Hersteller, und ein Ring, der hier verkauft wird, ist auch hier entstanden. In einer Branche, in der viele Adressen fremd gefertigte Ware verkaufen, ist ein Betrieb, der seit über 50 Jahren am selben Ort selber schmiedet, sägt und fasst, die Ausnahme.
Zug selbst gehört zu jenen Adressen, an denen sich diese Art von Handwerk hält. Der Kanton ist als steuergünstigster der Schweiz bekannt und zieht seit Jahrzehnten internationale Firmenzentralen, Rohstoffhändler und eine vermögende, oft mehrsprachige Kundschaft an. Das erklärt auch, warum das Verkaufsteam laut eigenen Angaben Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Chinesisch und Thailändisch spricht: ein Zeichen dafür, dass die Laufkundschaft hier nicht nur aus der Region kommt. Wer aus Luzern anreist, findet in Zug damit ein anderes Publikum vor als im touristisch geprägten Luzerner Altstadtgeschäft: kleinstädtisch, aber international vernetzt, und mit einem Goldschmiedebetrieb, der explizit mit eigener Werkstatt statt mit Ladenfläche wirbt.
Das Atelier und was man bekommt
Im hauseigenen Atelier wird laut Lohri jede Fassung individuell auf den jeweiligen Diamanten abgestimmt. Verwendet werden ausschliesslich natürliche Diamanten sowie zertifizierte Edelmetalle mit Ursprungsnachweis, und jedes fertige Stück erhält ein sogenanntes Lohri-Gütesiegel: eine Signatur und eine Nummer, die im betriebseigenen Werkverzeichnis geführt wird. Das gesamte Handwerk, vom Sägen und Löten über das Fassen bis zur Finissage, geschieht laut der Website von Hand im eigenen Haus, inklusive der Gravur, die im Atelier von eigens ausgebildeten Graveuren übernommen wird.
Das Sortiment an Verlobungsringen reicht von einfachen Solitären bis zu aufwendigeren Fassungen in Weissgold, Roségold, Rotgold und Platin. Die auf der Website gelisteten Beispiele zeigen die Bandbreite: ein Ring mit Brillantschliff in 18-karätigem Weissgold und 0.5 Karat Diamant für CHF 4'650, ein Modell in 950er-Platin mit 1.02 Karat Diamant für CHF 19'100, bis hin zu einer Fassung mit 1.74 Karat Diamant und 0.96 Karat Brillanten in Weissgold für CHF 39'500. Auch ein Cushion-Schliff mit 0.82 Karat Diamant für CHF 9'200 und ein Smaragdschliff mit 1.52 Karat Diamant für CHF 33'600 gehören zum aktuellen Angebot. Diese Preise gelten laut Website inklusive Mehrwertsteuer.
Zum Designprozess schreibt Lohri, dass die eigenen Kollektionen aus dem Einfluss moderner Kunst, zeitgenössischer Architektur, aktuellem Design oder der Natur entstehen. Das ist mehr als eine Floskel: Die Familie besitzt nach eigenen Angaben eine der vielfältigsten kunsthistorischen Schmucksammlungen der Schweiz, und diese Nähe zur Kunstgeschichte prägt sichtbar auch die Formensprache der eigenen Kollektionen, etwa bei den skulptural wirkenden Fassungen der Linien Chiliagon oder Arabesque, die neben den klassischen Solitär-Verlobungsringen im Sortiment stehen. Wer sich für einen individuelleren Ring als den Standard-Solitär interessiert, findet hier also nicht nur Diamantgrössen zur Auswahl, sondern unterschiedliche gestalterische Handschriften aus demselben Atelier.
Das Lohri-Haus und die Sammlung
Neben dem Verkaufsatelier an der Neugasse 9 betreibt die Familie an der Neugasse 27 das sogenannte Lohri-Haus, das auf der Website als weltweit ältestes Goldschmiedehaus bezeichnet wird. Dort ist eine kunsthistorische Privatsammlung der Familie zu besichtigen, die laut eigener Beschreibung Schmuck aus über 400 Jahren Kunstgeschichte umfasst, darunter Stücke mit Bezug zu Kaiserin Sissi und, so die Website wörtlich, der originale James-Bond-Ehering aus dem Film «Im Geheimdienst Ihrer Majestät». Ein besonders erwähntes Stück ist ein Anhänger um 1890 mit einem Medaillon, das ein Porträt der Kaiserin enthält, was laut Lohri deshalb selten ist, weil sich Sissi nach ihrem 36. Altersjahr nicht mehr fotografieren liess. Diese Sammlung ist von der Werkstattproduktion zu unterscheiden: Sie ist ein separates, nach Voranmeldung besuchbares Ausstellungshaus und kein Verkaufslager, aber sie erklärt, warum Lohri sich selbst stark über Handwerksgeschichte statt über reine Verkaufsfläche positioniert.
Wie der Betrieb organisiert ist
Beide Adressen liegen an derselben Strasse in Zug, Lohri Galerie an der Neugasse 9 und Lohri-Haus an der Neugasse 27. Filialen ausserhalb von Zug gibt es keine: Wer zu Lohri will, kommt an diese eine Adresse in der Zuger Altstadt. Geöffnet ist laut Website von Montag bis Freitag von 10:00 bis 18:30 Uhr und samstags von 9:00 bis 16:00 Uhr, sonntags geschlossen. Termine für eine Beratung oder für eine Führung durch die Sammlung lassen sich über die Website oder telefonisch vereinbaren. Rechtlich firmiert der Betrieb als Lohri AG, eine im Handelsregister des Kantons Zug eingetragene Aktiengesellschaft mit Sitz an der Neugasse.
Im Vergleich zur Nachbarschaft
Innerhalb der Region unterscheidet sich Lohri vor allem durch die eigene Produktion. Wo andere Adressen in Luzern oder in den umliegenden Kantonen vor allem Marken- und Zulieferware verkaufen, verweist Lohri konsequent auf das eigene Atelier und die eigene Sammlung als Alleinstellungsmerkmal. Das passt zum Standort: Zug liegt auf der Bahnachse zwischen Zürich und Luzern und ist von beiden Städten aus mit direkter Zugverbindung erreichbar, was den Betrieb auch für Kundschaft ausserhalb des Kantons zu einem naheliegenden Umweg macht statt zu einer eigenen Reise.
Wen dieses Angebot anspricht
Lohri passt zu Paaren, die einen Ring wollen, der nachweislich im selben Haus entstanden ist, in dem er verkauft wird, und die sich für die Herkunft von Material und Fassung interessieren statt nur für eine Markenvitrine. Wer eine Führung durch die private Sammlung bucht, bekommt zusätzlich einen musealen Rahmen, den man in einem gewöhnlichen Juweliergeschäft nicht findet, und ein Gespräch über die eigene Kunstsammlung lässt sich mit der Ringberatung gut verbinden, da beide Adressen an derselben Neugasse liegen. Wer dagegen ausschliesslich internationale Uhren- und Schmuckmarken vergleichen möchte, findet an anderen Adressen der Region ein breiteres Markensortiment; Lohri selbst stellt beim Verlobungsring klar das eigene Atelier in den Vordergrund und nicht den Verkauf fremder Marken.
Kurz gesagt
Ein Verlobungsring von Lohri steht für ein Handwerk, das sich seit 1970 in Zug hält und das der Betrieb mit einer eigenen Sammlung und einem eigenen Gütesiegel auch offen zeigt. Die Preisspanne reicht von soliden vierstelligen Beträgen bis in hohe fünfstellige Summen, je nach Steinqualität und Fassung, und wer den Weg an die Neugasse macht, kauft direkt bei denen, die den Ring auch gefertigt haben.