Frasson Goldschmied

Franziskanerplatz 6, 6003 Luzern · seit 1985

Zum Bewerten auf einen Stern tippen

Frasson AG führt ihre Goldschmiede seit Jahrzehnten am Franziskanerplatz 6 in Luzern, mitten in der Kleinstadt, dem Quartier auf der linken Seite der Reuss, das zusammen mit der Grossstadt jenseits des Flusses die Luzerner Altstadt bildet. Wer aus einem anderen Kanton anreist, landet mit dem Zug meist am Bahnhof Luzern und ist von dort in wenigen Gehminuten am Platz, vorbei an den engen Gassen, die das Stadtbild seit Jahrhunderten prägen. Das ist einer der Gründe, warum Luzern in einer nationalen Übersicht der Verlobungsringe-Adressen einen eigenen Eintrag verdient: Hier verbindet sich Zentralschweizer Kleinstadthandwerk mit einer Fussgängerzone, die auch touristisch stark frequentiert ist, anders als etwa Zug oder Nidwalden, wo Anbieter eher verstreut liegen und ein Besuch gezielter geplant sein will.

Im Handelsregister eingetragen ist der Betrieb seit 1985. Sein Ladengeschäft am Franziskanerplatz führt Goldschmied Marco A. Frasson nach eigenen Angaben seit 1988. Die Ausbildung absolvierte er in Luzern, die Weiterbildung in Genf und in Florenz, zwei Städten mit eigener, sehr unterschiedlicher Schmucktradition. Das erklärt auch, weshalb sich das Angebot nicht auf Schweizer Standardformen beschränkt: Zu den Steckenpferden der Werkstatt zählt laut eigener Beschreibung die traditionelle japanische Schmiedetechnik Mokume Gane, bei der mehrere Metallschichten zu einem eigenen Maserungsmuster verschmolzen werden. Das ist eine Spezialisierung, die man in der Zentralschweiz nicht an jeder Ecke findet, und sie unterscheidet den Betrieb von reinen Verkaufsgeschäften, die zugekaufte Ware anbieten.

Gefertigt wird in der hauseigenen Werkstatt, nicht extern. Die Website listet das Sortiment mit Armbändern, Colliers, Ohrschmuck, Steinketten, Uhren und, für dieses Verzeichnis am wichtigsten, Trau- und Eheringen. Die eigentliche Ringseite fasst den Anspruch so zusammen: Trauringe, Verlobungsringe und Ringe für den Heiratsantrag sollen so individuell sein wie der Moment, den sie markieren, und als handgefertigtes Schmuckstück entstehen. Wer sich für ein Paar Ringe entscheidet, bekommt damit keine Konfektionsware von der Stange, sondern ein Stück, das in derselben Werkstatt entsteht, in der auch die übrige Kollektion gefertigt wird. Neben Marco A. Frasson sind auf der Seite Roxana Benzinger und Ranji Baskaran als Teammitglieder genannt, was für einen kleinen, inhabergeführten Betrieb ein vergleichsweise breit aufgestelltes Team ist.

Für Paare, die nicht aus Luzern selbst kommen, lohnt sich der Vergleich mit anderen Zentralschweizer Kantonen, die dieselbe Kategorie dieses Verzeichnisses abdeckt: Anbieter in Zug, Nidwalden und Obwalden sind eher Einzelateliers ohne die Dichte an Publikumsverkehr, die eine Fussgängerzone wie jene am Franziskanerplatz mit sich bringt. Luzern selbst wiederum unterscheidet sich von Zürich oder Bern dadurch, dass die Altstadt kompakter ist und sich ein Besuch bei Frasson gut mit anderen Erledigungen im Zentrum verbinden lässt, etwa an einem Tag, an dem man ohnehin am See ist. Wer aus Basel oder aus dem Aargau anreist, kann das mit einem Ausflug in die Region verbinden, die touristisch auf den Vierwaldstättersee und die Kapellbrücke ausgerichtet ist. Ein Zweigbetrieb ausserhalb von Luzern ist auf der Website nicht ausgewiesen, der Betrieb bleibt an diesem einen Standort.

Ein zweites Standbein des Hauses ist ein Piercingstudio, das laut der eigenen Chronik 1990 dazukam und eigens angefertigten, individuell angepassten Schmuck anbietet. Für Verlobungsringe ist das nicht direkt relevant, zeigt aber, dass am selben Standort seit Jahrzehnten kontinuierlich gearbeitet wird und der Betrieb sein Angebot über die Jahre erweitert statt nur verwaltet hat.

Was die Mokume-Gane-Technik konkret bedeutet, lohnt sich für ein nationales Publikum kurz zu erklären, weil sie in Schweizer Goldschmieden selten als Spezialität ausgewiesen wird: Mehrere Schichten unterschiedlicher Metalle werden verschmiedet und anschliessend so bearbeitet, dass eine holzmaserungsartige Zeichnung im Metall sichtbar wird. Jeder Ring bekommt dadurch ein Muster, das sich nicht wiederholen lässt, selbst innerhalb derselben Werkstatt nicht. Für ein Paar, das sich bewusst gegen ein Katalogmodell entscheidet, ist das ein Argument, das über die reine Ortsnähe hinausgeht und den Umweg über die Zentralschweiz rechtfertigt, selbst wenn Zürich oder Bern näher liegen.

Das restliche Sortiment der Werkstatt, von Armbändern über Colliers bis zu Uhren, zeigt zudem, dass Trau- und Verlobungsringe nicht das einzige Standbein sind, sondern Teil eines breiteren Goldschmiedehandwerks. Das kann für ein Paar praktisch sein, das neben den Ringen auch ein Geschenk oder eine Reparatur an bestehendem Schmuck besprechen möchte, ohne dafür einen zweiten Betrieb aufsuchen zu müssen. Wer ein Beratungsgespräch plant, sollte sich allerdings bewusst sein, dass die Website weder Modelle mit Preisen noch einen Konfigurator zeigt, das Erstgespräch findet vor Ort oder telefonisch statt, nicht online.

Im Vergleich zu den grossen Fachgeschäften an Zürichs Bahnhofstrasse oder in Basels Innenstadt bleibt Frasson ein kleiner, inhabergeführter Betrieb mit überschaubarem Team. Das ist zugleich Stärke und Einschränkung: Wer eine grosse Auswahl an Fassungen sofort anprobieren will, findet in einer grösseren Stadt mehr Betriebe zur Auswahl, wer dagegen ein Stück sucht, das in derselben Werkstatt entsteht, in der man später auch steht, wenn man es abholt, bekommt hier genau das. Für die Zentralschweiz insgesamt, also für Zug, Nidwalden und Obwalden eingeschlossen, ist die Adresse am Franziskanerplatz damit einer der wenigen Betriebe, die eine eigene Fertigung mit einer publikumsstarken Altstadtlage verbinden.

Praktisch für die Planung einer Reise nach Luzern: Das Goldschmied-Geschäft ist laut eigenen Angaben von Dienstag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 18.00 Uhr geöffnet, samstags von 10 bis 12.30 Uhr und von 13.30 bis 16.00 Uhr. Sonntags und montags bleibt es geschlossen. Wer von weiter her kommt, sollte diese Fenster einplanen, ein spontaner Zwischenstopp am Montag oder am Sonntagnachmittag geht hier nicht auf. Ein Online-Shop mit Preisen oder Konfigurator ist auf der Website nicht zu finden, was für ein Massanfertigungs-Atelier dieser Grösse nicht ungewöhnlich ist, für Paare aber bedeutet, dass ein Besuch vor Ort oder zumindest eine telefonische Anfrage nötig ist, um Modelle und Preise zu besprechen.

Als nationaler Eintrag überzeugt Frasson vor allem durch die Kombination aus langer Standortgeschichte am selben Platz, eigener Werkstatt und einer Spezialtechnik, die in der Zentralschweiz selten ist. Wer für ein Verlobungsring-Projekt ohnehin eine Städtereise plant und Wert auf ein handwerklich geführtes, kleines Haus statt auf eine Kette legt, findet in der Luzerner Kleinstadt eine gut erreichbare und touristisch eingebettete Adresse, die sich von den reinen Einzelateliers in den Nachbarkantonen durch ihre zentrale Lage unterscheidet. Ein Besuch lässt sich ohne grossen Umweg mit einem Spaziergang durch die Altstadt und einem Blick auf den See verbinden, was den Ausflug auch dann lohnend macht, wenn am Ende nicht direkt vor Ort bestellt wird.

Mehr aus Luzern und Zentralschweiz

Alle ansehen