Goldschmiede Glanzvoll

Unterstadt 7, 6210 Sursee

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Die Goldschmiede Glanzvoll sitzt nicht an einer Einkaufsmeile, sondern in der Unterstadt 7, mitten im historischen Städtchen Sursee. Wer sich für einen Verlobungsring aus dieser Werkstatt entscheidet, kauft nicht bei einer Kette mit Filialen im ganzen Land, sondern bei Jeannette Nyffeler persönlich, die hier seit 2014 ihr eigenes Atelier führt und jedes Stück selbst zeichnet, giesst und fasst.

Was es ist

Glanzvoll ist ein Einzelunternehmen in Form einer GmbH (Goldschmiede Glanzvoll GmbH, UID CHE-489.350.308, im Handelsregister Sursee LU eingetragen), keine Werkstatt mit angestelltem Personal an mehreren Tresen. Die Gründerin hat ihre vierjährige Lehre im August 2001 mit dem Fähigkeitszeugnis abgeschlossen, danach in einem Goldschmied-Atelier in Genf gearbeitet und sich am 1. Mai 2006 selbständig gemacht, zuerst in einem Zimmer der eigenen Wohnung. Ein Jahr später zog das Geschäft in ein Ladenlokal in Buttisholz, im Frühjahr 2014 dann an den heutigen Standort im Städtchen Sursee. Diese Herkunft aus dem Seetal, nicht aus einer der grossen Zentralschweizer Städte, prägt auch das Angebot: kleine Serienproduktion, viel Massanfertigung, direkter Kontakt mit der Person, die den Ring am Ende trägt.

Was man bekommt

Im Zentrum stehen Eheringe und Verlobungsringe in klassischen wie ungewöhnlichen Ausführungen: Weissgold, Gelbgold, Rotgold, Roségold, Palladium, Platin, dazu Titan, Carbon und Holz als Kombinationsmaterialien. Die Website ordnet die Modelle nach Stil, von schlicht über klassisch bis verspielt, ausgefallen und modern, sodass ein Paar mit ganz unterschiedlichen Vorstellungen in derselben Werkstatt fündig wird. Verlobungsringe reichen vom schlichten Solitär mit einem Brillanten über Alliance-Ringe mit durchgehender Steinreihe bis zum doppelten Alliance-Modell, dessen zwei Ringe einzeln oder zusammen getragen werden können. Daneben führt Glanzvoll ein breites Nebensortiment: Colliers, Schmuckringe, Ohrschmuck, Armschmuck, Namensarmbänder für Kinder, Kinderschmuck sowie Schmuck mit Holzeinlagen und Carbon. Wer keinen Ring von der Stange sucht, beschreibt der Goldschmiedin die eigene Vorstellung, erhält dazu handgezeichnete Farbskizzen und lässt das Stück anschliessend im eigenen Atelier fertigen, wie es das Dienstleistungsangebot der Website beschreibt. Über die Ringe hinaus führt Glanzvoll unter "Spezieller Schmuck" auch aussergewöhnliche Einzelstücke wie Königsringe und Wappenringe, teilweise mit Carbon- oder Holzeinlagen, und im Bereich Schmuck-Sets kombinierte Stücke aus Ring, Kette und Armkette im gleichen Material. Wer einen Anlass wie einen Heiratsantrag, eine goldene Hochzeit oder eine Taufe feiert, findet auf der Website eine eigene Rubrik, die Schmuckideen genau diesen Anlässen zuordnet, statt nur eine allgemeine Auswahl zu zeigen.

Was heraussticht

Zwei Dinge unterscheiden Glanzvoll von einem x-beliebigen Goldschmied: die Materialpolitik und der Umgang mit alten Stücken. Die Werkstatt schreibt auf ihrer Nachhaltigkeitsseite, sie verwende ausschliesslich rezykliertes Gold von einem zertifizierten Anbieter, weil der Abbau von Edelmetall mit grossen Eingriffen in die Natur und mit sozialen Problemen in den Förderländern verbunden sei. Für ein Handwerksatelier dieser Grösse ist das eine bewusste Entscheidung, kein Marketingsatz von der Stange. Ergänzt wird das durch das Angebot "Ein zweites Leben": Kundinnen und Kunden können Altgold verkaufen, es gegen ein neues Stück anrechnen lassen oder ihr eigenes Gold einschmelzen und zu einem neuen Schmuckstück umarbeiten lassen, etwa wenn ein geerbter Ring nicht mehr passt oder ein altes Ehering-Paar aufgefrischt werden soll.

Wie es organisiert ist

Die Öffnungszeiten sind bewusst knapp gehalten: Dienstag und Donnerstag jeweils von 09.00 bis 11.30 Uhr und von 13.30 bis 18.00 Uhr, Freitag und Samstag nur vormittags von 09.00 bis 11.30 Uhr. Beratungstermine werden ausschliesslich per E-Mail vereinbart, Reparaturen können ohne Voranmeldung während der Öffnungszeiten vorbeigebracht werden. Telefonisch ist die Werkstatt nur eingeschränkt erreichbar, weil eine einzelne Person entweder gerade Kundschaft bedient oder an der Werkbank steht und eine Arbeit nicht unterbrechen kann. Wer hier kauft, muss sich also auf die Taktung eines Ein-Personen-Betriebs einstellen und nicht auf die Verfügbarkeit eines Ladengeschäfts mit mehreren Angestellten. Zu den Reparatur- und Änderungsarbeiten zählen laut Website unter anderem Grössenänderungen an Ringen, das Löten gerissener Ketten, das Reparieren kaputter Verschlüsse, das Auffrischen getragener Schmuckstücke, das Ersetzen von Perlen und Edelsteinen sowie das Neuaufziehen von Stein- oder Perlenketten.

Wie es sich einordnet

Diese Kategorie deckt neben dem Kanton Luzern auch Zug, Nidwalden und Obwalden ab, und der Unterschied zwischen den Regionen ist deutlich spürbar. Zug ist geprägt von Finanzdienstleistungen und entsprechend hohen Mieten in der Altstadt, was sich in einer stärker auf Beratung und Bestand ausgerichteten Goldschmiedeszene niederschlägt. Nidwalden und Obwalden sind ländlich geprägt, mit wenigen eigenständigen Goldschmiedeateliers und viel Kundschaft, die für einen Ehering ohnehin nach Luzern oder Sursee fährt. Sursee selbst ist ein Marktstädtchen am Rand des Sempachersees, historisch Handelsplatz zwischen Napf-Region und Zentralschweiz, mit einer Altstadt, die bis heute Handwerksbetriebe statt Filialen beherbergt. Für ein Paar, das in Zug oder Obwalden wohnt, ist Sursee damit kein Umweg über eine grosse Stadt, sondern der nächstgelegene Ort mit einem eigenständigen, inhabergeführten Goldschmiedeatelier statt einer Filiale einer grösseren Kette. Der eigene Bahnhof von Sursee liegt an der Strecke Luzern-Olten, sodass die Anreise mit dem Zug ohne Umsteigen möglich ist, sowohl aus Luzern als auch aus Richtung Zofingen und Olten. Wer aus Zug oder dem Ägerital anreist, muss ohnehin über Luzern oder über Rotkreuz fahren, sodass ein Abstecher nach Sursee kaum mehr Zeit kostet als ein Ladenbesuch in der Luzerner Altstadt selbst, aber eben in ein Atelier führt, das nicht Teil einer städtischen Einkaufsmeile ist.

Für wen es passt

Glanzvoll passt zu einem Paar, dem die Herkunft des Materials wichtiger ist als eine grosse Auswahl unter einem Dach, und das bereit ist, einen Termin per E-Mail zu vereinbaren statt spontan in ein Ladengeschäft zu gehen. Wer lieber sofort in einer grossen Auswahl anprobieren will oder auf durchgehende Öffnungszeiten sechs Tage die Woche angewiesen ist, findet das eher bei einem grösseren Bijoutier in einer der Zentralschweizer Städte. Für alle, die einen Ring wollen, der wirklich für sie gezeichnet und in derselben Werkstatt gefertigt wurde, in der er später auch repariert wird, ist die Adresse in der Unterstadt genau richtig.

Fazit

Goldschmiede Glanzvoll ist kein Ring von der Stange, sondern das Ergebnis einer zwanzigjährigen Ein-Personen-Karriere von der Lehre in Genf bis zum eigenen Atelier im Städtchen Sursee. Wer Wert auf rezykliertes Gold, persönliche Beratung und ein Stück legt, das über Jahre hinweg an derselben Werkbank aufgefrischt werden kann, findet hier eine der konsequentesten Adressen der Region, auch wenn die Öffnungszeiten kurz und die telefonische Erreichbarkeit begrenzt sind.

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