Goldgruber Goldschmiede
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Goldgruber ist eine Einzelgoldschmiede im Neustadtquartier von Luzern, geführt von Urs Gruber persönlich. Wer aus Zug, Nidwalden oder Obwalden anreist, findet hier kein Filialgeschäft einer grösseren Kette, sondern ein Atelier, in dem der Inhaber selbst berät, entwirft und an der Werkbank sitzt. Das Neustadtquartier liegt einige Gehminuten südlich der Luzerner Altstadt, ein Wohn- und Geschäftsviertel mit unabhängigen Läden statt Filialisten, und genau in diesem Umfeld hat sich Goldgruber seit über 20 Jahren an derselben Adresse gehalten.
Was man bekommt
Der Schwerpunkt liegt auf Trauringen und Eheringen, mit einer eigenen Kollektion, die von schlicht bis verspielt reicht. Gruber lässt in seinen neueren Entwürfen bewusst die Formensprache der goldenen 50er- und 60er-Jahre einfliessen, was der Kollektion einen erkennbar eigenen Charakter gibt statt austauschbarer Katalogware. Wer sich vor Ort ein Bild machen will, findet im Ladenlokal über 80 verschiedene Ausstellungsmodelle zur Anprobe. Verlobungsringe und Eheringe fertigt Gruber auch frei nach Kundenwunsch an, als Einzelanfertigung von der Skizze bis zum fertigen Ring, nicht nur als Variation eines bestehenden Modells.
Neben den Ringen führt Goldgruber ein zweites Sortiment: Schmuck für Damen, Herren und Kinder, von Ohrringen, Armbändern und Ketten bis zu Manschettenknöpfen, Siegelringen, Wappen- und Monogrammringen. Für Geburt, Taufe oder Erstkommunion gibt es Baby-Bracelets, Schutzengelanhänger, Kreuzanhänger und Bernsteinketten. Alles entsteht laut eigener Angabe im hauseigenen Atelier in Handarbeit, auch das ist bei einem Verlobungsring relevant, weil sich Änderungen oder Sonderwünsche am selben Ort umsetzen lassen wie der Ring selbst gefertigt wurde.
Ein drittes Standbein sind Uhren, ein Sortiment, das man in einer reinen Ring-Boutique nicht erwarten würde. Gruber führt gezielt kleinere, unabhängige Marken statt der grossen Luxuskonzerne: Auguste Reymond, vor über 125 Jahren im Berner Jura gegründet und bis heute in eigenen Werkstätten in Nidau bei Biel gefertigt, dazu Junghans aus dem Schwarzwald (gegründet 1861), das dänische Familienunternehmen Ole Mathiesen (gegründet 1845, seit 1980 mit Stücken in der Sammlung des MoMA New York), Ventura (gegründet 1989, ebenfalls mit einem 1989 ins MoMA aufgenommenen Modell) und die Bieler Marke Votum, Nachfolgerin von a.b.art, 2015 neu lanciert. Für Kundinnen und Kunden, die ohnehin für den Ring anreisen, bedeutet das: Uhren zur Revision oder für einen Batteriewechsel lassen sich beim selben Besuch mitbringen.
Altgold und Herkunft
Wer ein altes Goldstück in einen neuen Ring umarbeiten oder verkaufen will, findet bei Goldgruber ein eigenes Angebot dafür: Neuanfertigungen aus mitgebrachtem Altgold sowie einen Ankauf von Altgold und Schmelzgut. Für Letzteres verfügt der Betrieb über eine offizielle Ankaufsbewilligung des Zentralamts für Edelmetallkontrolle, jener Bundesstelle, die in der Schweiz Handel und Feingehalt von Edelmetallen beaufsichtigt. Auf der eigenen Seite empfiehlt Gruber Kundinnen und Kunden ausdrücklich, Gold oder Silber nur bei registrierten Ankäufern gemäss der Liste des Bundes zu verkaufen, ein Hinweis, der in dieser Deutlichkeit nicht jeder Betrieb gibt.
Beim Material selbst nennt die Website zwei konkrete Zusagen: Goldgruber verarbeitet ausschliesslich faires Gold aus ökologischen Quellen und ist mit dem Ökogold-Label ausgezeichnet, und die angebotenen Diamanten sollen ausschliesslich aus legitimen, nicht konfliktfinanzierten Quellen gemäss den Regeln des Kimberley-Prozesses und des World Diamond Council stammen. Ergänzend ist der Betrieb Unterzeichner des Ethik Codex der Schweizer Uhren- und Schmuckbranche, mit dem Versprechen voller Transparenz gegenüber der Kundschaft und dem Verzicht auf Materialien, deren Herkunft gegen Umweltschutz-, Kinderarbeits- oder Gesundheitsnormen verstösst. Für ein Paar, das sich vor dem Kauf eines Verlobungsrings Gedanken über die Herkunft von Gold und Stein macht, sind das nachprüfbare Zusagen und keine reine Marketingfloskel, weil sie an konkrete Labels und Regelwerke gebunden sind.
Der Goldschmied hinter dem Namen
Urs Gruber ist diplomierter Goldschmied und hat sein Handwerk unter anderem in Goldschmiede-Ateliers in Genf und Zürich weiterentwickelt, bevor er sich in Luzern selbstständig machte. Das ist für die nationale Einordnung relevant: Wer in der Zentralschweiz einen Ring bei einem Goldschmied mit Ausbildungsstationen in zwei der grossen Schweizer Schmuckzentren sucht, findet in Luzern eine Alternative, ohne für die Beratung selbst nach Genf oder Zürich fahren zu müssen. Die persönliche Beratung ist dabei kein Zusatzangebot, sondern der Kern des Geschäfts: Gruber selbst nimmt Kundenwünsche entgegen, entwirft und berät, es gibt keine Filialstruktur mit wechselndem Verkaufspersonal.
Lage und Anreise
Das Geschäft liegt an der Hirschmattstrasse 62 im Neustadtquartier, nach eigener Angabe 3 Gehminuten vom Bahnhof Luzern entfernt, alternativ mit dem Bus bis zur Haltestelle Bundesplatz erreichbar. Für Kundschaft aus Zug oder dem Kanton Zürich, die auf der Zentralbahn- oder S-Bahn-Achse nach Luzern fährt, liegt das Geschäft damit direkt auf dem Weg vom Bahnhof in die Stadt, ein spontaner Zwischenstopp vor oder nach einem Stadtbummel ist ohne Umweg möglich. Das unterscheidet die Lage von manchem Goldschmied in einem reinen Wohnquartier, wo ein Besuch eine eigene Fahrt braucht. Von Nidwalden oder Obwalden aus, wo eigene inhabergeführte Goldschmieden seltener sind, ist Luzern für viele ohnehin der nächstgelegene städtische Anlaufpunkt für Trauringe, und die Nähe zum Bahnhof macht den Ausflug auch ohne Auto machbar.
Die Öffnungszeiten sind auf Beratungstermine statt auf Laufkundschaft ausgelegt: Montag ist das Geschäft geschlossen, Dienstag bis Freitag ist von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 18.30 Uhr offen, Samstag von 10 bis 16 Uhr. Wer von auswärts anreist, plant den Besuch damit am besten für einen Werktagnachmittag oder den Samstagvormittag ein und meldet sich vorab telefonisch oder per E-Mail an, gerade wenn eine Einzelanfertigung besprochen werden soll und mehr Zeit braucht als eine kurze Anprobe.
Wie sich das einordnet
Im Vergleich zu einem grossen Ladengeschäft an einer Zürcher Bahnhofstrasse ist Goldgruber klein und auf ein Ein-Personen-Atelier zugeschnitten, das ist zugleich Einschränkung und Argument: Wer eine grosse Auswahl an Fertigware in Konfektionsgrössen sucht, findet in einer grösseren Stadt mehr Regalmeter. Wer aber einen Ring will, der wirklich in diesem Atelier entsteht, mit persönlicher Beratung durch denselben Goldschmied, der ihn später auch fertigt, bekommt in Luzern etwas, das eine Filiale strukturell nicht bieten kann. Die Kombination aus Ringatelier, Schmuckwerkstatt und kuratiertem Uhrensortiment unter einem Dach ist ungewöhnlich und macht aus einem Ringkauf potenziell einen Besuch, bei dem sich mehrere Anliegen gleichzeitig erledigen lassen.
Ein Nachteil für Fernreisende: Die Website nennt keine weiteren Standorte, Goldgruber ist ein einzelnes Geschäft ohne Filialnetz, wer nicht in die Zentralschweiz reist, muss den Weg dorthin auf sich nehmen. Auch Preise für Ringe oder Reparaturen sind auf der Website nicht angegeben, eine Anfrage oder ein Besuch vor Ort ist nötig, um Kosten zu erfahren. Für ein Paar, das ohnehin eine persönliche Beratung sucht statt online zu bestellen, wiegt das wenig, für alle anderen ist das ein Grund, vorab anzurufen.
Unter dem Strich ist Goldgruber ein Beispiel dafür, was ein inhabergeführtes Atelier in der Zentralschweiz zu bieten hat: ein Goldschmied mit Ausbildung in zwei grossen Schweizer Zentren, ein eigenständiger Ring-Entwurfsstil, eine explizit nachvollziehbare Materialherkunft und eine Lage praktisch am Bahnhof Luzern. Für Anreisende aus Zug, Nidwalden oder Obwalden, aber auch für alle, die von weiter her einen persönlich gefertigten statt einen fabrikgefertigten Ring suchen, ist das eine Adresse, die den Umweg über Luzern rechtfertigt.