Goldfuchs (ehemals Le Bijou Goldschmiede- & Malatelier), Stefan Reichmuth
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Wer auf der Startseite von Goldfuchs die Zeile zur Perlenmarke Jewelmer liest, stösst noch auf den alten Namen des Betriebs: „In Zug präsentiert Marie Monsterleet bei LE BIJOU diesen aussergewöhnlichen Schmuck exklusiv als offizielle Partnerin von Jewelmer in der Schweiz." Auf der eigens dafür angelegten Jewelmer-Unterseite steht derselbe Satz bereits mit dem neuen Namen: „bei GOLDFUCHS". Der Betrieb ist mitten im Umbenennen von Le Bijou Goldschmiede- & Malatelier zu Goldfuchs, und seine eigene Website zeigt das gerade live, mit beiden Namen gleichzeitig im Umlauf. Inhaber ist der Goldschmied Stefan Reichmuth, das Atelier liegt am Kolinplatz 19 in 6300 Zug.
Was man bekommt
Das Angebot gliedert sich in Schmuck und Malerei. Bei Schmuck stehen Ringe, Armschmuck, Halsschmuck, Ohrschmuck und Spezialaufträge im Vordergrund, dazu ein eigener Partnerringe-Bereich. Zu den Partnerringen schreibt die Website: „Feiere die Liebe mit unseren exklusiven Partnerringen. Ob klassisch und zeitlos oder modern und individuell gestaltet, unsere Ringe für Paare sind Ausdruck von Verbundenheit." Und weiter: „Handgefertigt aus hochwertigen Materialien sind sie nicht nur Ausdruck von Stil, sondern auch Zeugen eurer tiefen Verbundenheit." Konkrete Preise oder ein beschriebener Bestellablauf stehen dort nicht, ebenso wenig Lieferzeiten; wer eine Offerte will, muss das Atelier direkt kontaktieren.
Auf der Ringe-Unterseite wird der Verlobungsring ausdrücklich genannt, neben Solitärringen und Statement-Ringen: „Jedes Stück erzählt eine Geschichte, sei es ein funkelnder Verlobungsring, ein eleganter Solitärring oder ein kreativer Statement-Ring." Eine eigentliche Ring-Kollektion mit Modellnamen oder Preisstufen zeigt die Seite nicht, das Sortiment bleibt bei Auftragsarbeit im Atelier.
Was heraussticht
Zwei Dinge unterscheiden Goldfuchs von einem reinen Ringgeschäft. Erstens das Malatelier: Seit Oktober 2012 betreibt der Betrieb in Unterägeri, einer Nachbargemeinde von Zug, ein eigenes Malatelier, laut Zeitleiste auf der Atelier-Seite „Eröffnung Malatelier in Unterägeri im Oktober" 2012. Malerei ist damit nicht nur ein Namensteil, sondern ein zweiter, örtlich getrennter Betriebsteil.
Zweitens die Jewelmer-Vertretung. Jewelmer wurde laut eigener Angabe 1979 „von einem französischen Perlenzüchter und einem philippinischen Unternehmer gegründet" und gilt heute als international tätige Marke für Südseeperlen. In Zug vertritt Marie Monsterleet über ihre Firma DANAE GmbH diese Marke exklusiv für die Schweiz, mit Goldfuchs als Verkaufsort vor Ort. Für ein Atelier dieser Grösse ist das eine ungewöhnliche Ergänzung: hochpreisige Südseeperlen-Kollektion neben eigener Goldschmiedearbeit.
Wie es organisiert ist
Die Geschichte lässt sich anhand einer eigenen Zeitleiste auf der Atelier-Seite nachvollziehen. Eröffnet wurde der Betrieb 1996 an der Zeughausgasse 13 in Zug. 2004 folgte ein grösserer Umbau mit neuem Boden, Panzerglas für die Schaufenster, neuen Möbeln und neuer Eingangstüre. 2012 kam, wie erwähnt, das Malatelier in Unterägeri dazu. 2015 zogen laut derselben Zeitleiste „neue Technologien" ein, konkret 3D-Konstruktion und 3D-Druck für Spezialanfertigungen. 2019 fand der Betrieb einen neuen Standort am Kolinplatz in Zug, seinen heutigen. 2023 erhielt das Atelier dort „eine Rundum-Erneuerung", mit neuen Möbeln für zwei Goldschmiede, neuen Bedienungstischen und einem Eichenboden, ein Hinweis darauf, dass mittlerweile mindestens zwei Goldschmiede an der Werkbank arbeiten, nicht nur der Inhaber allein. Für 2026 vermerkt die Zeitleiste ein „30 Jahre Jubiläum". Auf der Startseite steht dazu, in Bezug auf die Partnerringe: „Seit 1996 erblickten 500 einzigartige Partnerringe das Licht der Welt", macht im Schnitt gut 16 Ringe pro Jahr über die drei Jahrzehnte gerechnet, eine plausible Grössenordnung für ein Zwei-Personen-Atelier mit Auftragsfertigung statt Serienware.
Warum die Adresse am Kolinplatz zählt
Der Kolinplatz ist keine beliebige Zuger Adresse. Die Stadtgeschichte hält fest, dass die Zuger Altstadt ab 1478 nach einem „absolut regelmässigen, vom Zirkel abgeleiteten Grundriss mit Zentrum beim Kolinplatz" angelegt wurde, „wo alle Verkehrswege zusammentreffen". Der Platz ist damit seit über 500 Jahren der geometrische und faktische Mittelpunkt der Altstadt, kein Seitenweg und keine Gewerbezone am Stadtrand. Wer aus Zürich anreist, hat es nicht weit: Zug liegt gemäss Wikipedia „23 km südlich von Zürich (Luftlinie)". Wer aus Luzern kommt, profitiert von der direkten Bahnverbindung: Die Zuger Stadtbahn führt mit ihrer Linie 1 „zwischen Baar ZG und Luzern", durch Zug hindurch, ohne Umsteigen zwischen den beiden Städten.
Damit unterscheidet sich Goldfuchs von einem Regionalgoldschmied im ländlichen Teil des Einzugsgebiets, das für diesen Toplist-Eintrag neben dem Kanton Luzern auch Zug, Nidwalden und Obwalden umfasst. Zug selbst ist die grösste Stadt seines Kantons und laut Wikipedia bekannt für eine hohe Dichte an Firmensitzen und internationalem Kapital, ein Umfeld, in dem hochwertiger Schmuck und eine internationale Perlenmarke wie Jewelmer ein plausibles Publikum finden, anders als in einer kleineren Landgemeinde im selben Einzugsgebiet. Ein Ausflug von Luzern nach Zug bleibt trotzdem ein Tagesausflug: die Bahnlinie verbindet beide Städte direkt, ohne dass eine Übernachtung nötig wird.
Von einem zweiten Standort ausserhalb des Kantons Zug ist auf der Website nichts zu finden; das Malatelier in Unterägeri liegt gemäss Wikipedia in einer Nachbargemeinde direkt östlich der Stadt Zug. Wer aus einem anderen Kanton anreist, bekommt also ein Atelier an einem einzigen, historisch zentralen Standort im Kanton Zug, nicht eine Filiale eines grösseren Netzwerks.
Wem es passt
Goldfuchs passt zu Paaren, die einen handgefertigten Partnerring aus einem kleinen, seit drei Jahrzehnten bestehenden Atelier suchen und dabei offen für ein persönliches Beratungsgespräch statt eines fixen Online-Konfigurators sind. Wer zusätzlich an aussergewöhnlichem Schmuck jenseits von Ringen interessiert ist, findet mit der Jewelmer-Vertretung eine Südseeperlen-Kollektion, die nicht jeder Regionalgoldschmied führt. Wer dagegen transparente Preislisten oder eine Online-Bestellstrecke erwartet, findet beides auf der Website nicht; Details zu Auftrag, Preis und Lieferzeit klärt man erst im direkten Kontakt mit dem Atelier.
Ein kleiner Vorbehalt bleibt: Der Wechsel von Le Bijou zu Goldfuchs ist auf der eigenen Website selbst noch nicht überall nachgezogen, was für Erstbesucher kurz verwirrend sein kann, wenn sie den alten Namen andernorts finden und den neuen erst auf goldfuchs.ch. Das ändert nichts an der Substanz des Ateliers, ist aber ein Punkt, den ein reisender Käufer beim Suchen und Vergleichen im Hinterkopf behalten sollte.
Verdict
Ein Zwei-Personen-Goldschmiedeatelier mit fast 30 Jahren Geschichte, seit 2019 am geometrischen Zentrum der Zuger Altstadt gelegen, mit eigenem Malatelier in Unterägeri und einer für die Betriebsgrösse ungewöhnlichen Jewelmer-Vertretung für Südseeperlen. Wer für den Partnerring den Weg nach Zug auf sich nimmt, direkt per Bahn ab Luzern oder in knapp 23 Kilometern Luftlinie ab Zürich erreichbar, bekommt ein Handwerksatelier an einer historisch begründeten Adresse, nicht eine Filiale unter vielen.