CF Créations (Christel Falconnier)
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CF Créations führt kein Schaufenster mit fertigen Ringen. Wer bei Christel Falconnier in der Avenue de Rumine in Lausanne anklopft, bringt eine Idee mit, nicht eine Bestellnummer. Die Bijoutière und Goldschmiedin arbeitet nach eigener Aussage zum grössten Teil auf Mass und auf Bestellung, und genau darin liegt der Unterschied zu einem Laden mit Ringschienen im Vitrinenformat: Material, Stein und Budget legt hier die Kundschaft fest, nicht ein Katalog.
Ausbildung und eigenes Atelier
Falconnier hat ihr Fähigkeitszeugnis zwischen 1997 und 2001 an der École technique de la Vallée de Joux gemacht, dem Ausbildungsort im Waadtländer Jura, der sonst vor allem für die Uhrmacherei steht. Danach ging sie in ein Genfer Atelier, um sich in der Haute Joaillerie zu vertiefen, also im Umgang mit hochwertigen Steinen und aufwendiger Fassungsarbeit, wie sie in Genf traditionell zuhause ist. 2005 eröffnete sie ihr eigenes Atelier, unter eigenem Namen und unabhängig von den grossen Genfer Häusern. Das ist die eigentliche Pointe des Standorts: Ausgebildet im Jura, geprägt in Genf, hat sie sich für Lausanne entschieden, um als eigene Marke zu arbeiten statt als Angestellte in einem etablierten Haus.
Wie eine Anfertigung abläuft
Auf der Website beschreibt Falconnier drei mögliche Wege: eine komplette Neuanfertigung inklusive der Wahl der Materialien, eine Umarbeitung aus altem, geerbtem oder beschädigtem Schmuck, oder ein reiner Reparatur- und Pflegeservice mit Schätzung. Für ein Verlobungsring-Projekt heisst das praktisch: Wer einen Stein aus einem Familienstück weiterverwenden will, kann das genauso besprechen wie eine komplette Neuanfertigung aus Fairtrade- oder Ökogold, das im Atelier verarbeitet wird. Eine Kundin beschreibt in einer Google-Rezension, sie sei mit einer Idee gekommen, um Steine aus einem Familienschmuckstück in einer neuen Kreation zu verwenden, und Falconnier habe einen Vorschlag erarbeitet, der die Idee, die technischen Möglichkeiten und die Materialbeschränkungen zusammenbrachte. Eine andere Rezension hält fest, der Kostenvoranschlag sei klar und die vereinbarten Fristen seien eingehalten worden, was bei einer reinen Einzelanfertigung ohne Katalogpreise keine Selbstverständlichkeit ist.
Für alle, denen die eigene Gestaltung zu aufwendig ist, es aber trotzdem etwas Persönliches sein soll, gibt es das Konzept Prima Petra: Man schenkt den gewählten Stein oder die Perle zusammen mit einem Termin, und die beschenkte Person kommt anschliessend selbst ins Atelier, um das Schmuckstück gemeinsam mit Falconnier nach ihrem eigenen Geschmack zu entwerfen. Auch das ist im Kern dieselbe Logik wie bei den Eheringen: Die Kundschaft bestimmt, das Atelier setzt um.
Weitere Rezensionen auf der Website bestätigen dieses Bild aus verschiedenen Blickwinkeln. Eine Kundin, die eine Sammlung modernen und geerbten Schmucks reparieren liess, schreibt, Falconnier habe ihre Wünsche von der ersten Begegnung an verstanden und antizipiert und den Preis der Reparatur klar und transparent kommuniziert, bevor sie später ein eigenes Stück in Auftrag gab. Eine andere Kundin, die für ihre Trauringe zu ihr kam, beschreibt eine durchgehend professionelle Beratung während des ganzen Prozesses. Eine deutschsprachige Rezension nennt sie schlicht eine tolle Juwelierin, sehr aufmerksam und beratend. Wiederkehrendes Thema ist dabei nicht Auswahl aus vielen fertigen Modellen, sondern eine Begleitung durch einen individuellen Entwurfsprozess, der bei jedem Paar neu beginnt.
Mehr als Ringe: die Mamadou-Kollektion
Wie unabhängig Falconnier arbeitet, zeigt sich auch abseits der Trauringe. Aus einer Freundschaft mit dem senegalesischen Bijoutier Mamadou, seinem Onkel Dema und seinem Cousin Amadi, alle traditionell ausgebildete Metallhandwerker, entstand über die Jahre eine eigene Zusammenarbeit unter dem Titel North~South. Für ein erstes gemeinsames Projekt fertigte sie eine alte Halskette in Silber an, die anschliessend in einem Genfer Atelier vergoldet wurde, und verbrachte dafür einen Monat in Mamadous Werkstatt im Senegal. Aus dieser Begegnung ging die Kollektion Mamadou hervor, handgefertigte Ohrringe in Silber, die inzwischen fester Bestandteil des Sortiments sind. Für Verlobungspaare ist das kein direktes Kaufargument, aber ein Beleg dafür, dass hinter der Werkbank in Lausanne ein Handwerk mit internationalen Verbindungen steckt und nicht nur eine lokale Werkstatt, die Katalogware zusammensetzt.
Ein Atelier, kein Filialnetz
CF Créations ist ein Ein-Standort-Betrieb; die Website nennt keine weiteren Adressen oder Zweigstellen. Wer das Atelier besuchen will, kommt für einen Termin an die Avenue de Rumine 40, unweit des Palais de Rumine an der Place de la Riponne, dem 1906 eröffneten Kulturbau mitten in der Lausanner Altstadt, in dem heute die Kantons- und Universitätsbibliothek sowie mehrere Museen untergebracht sind. Wer aus Genf, Bern oder Zürich anreist, landet damit nicht in einem Gewerbequartier am Stadtrand, sondern im historischen Zentrum, zu Fuss von Kathedrale und Altstadt erreichbar. Im September öffnet das Atelier seine Türen auch ohne Termin: An zwei Tagen im Jahr, freitags und samstags, zeigt Falconnier ihre Arbeit im Rahmen von Portes ouvertes, bei denen auch befreundete Handwerkerinnen und Handwerker ihr Schaffen vorstellen. Bei der jüngsten Ausgabe stand unter anderem die Zusammenarbeit mit dem senegalesischen Bijoutier Mamadou M'Baye im Zentrum, samt gemeinsamen Kreationen und einer Filmvorführung über dessen Atelier, ein Hinweis darauf, dass das Haus sein Netzwerk bewusst über die Westschweiz hinaus pflegt, auch wenn der Betrieb selbst an einem einzigen Ort bleibt.
Beratungstermin statt Vitrine
CF Créations passt zu Paaren, die genau wissen, dass sie keinen Ring von der Stange wollen, sondern eine Fassung, die um einen bestimmten Stein, ein Familienerbstück oder ein Budget herum entworfen wird, und die dafür einen Beratungstermin statt einer Vitrine in Kauf nehmen. Wer dagegen an einem Nachmittag mehrere fertige Ringe anprobieren und sofort mitnehmen will, ist hier falsch, weil dieses Atelier grundsätzlich nicht auf Lager produziert. Ein kleiner Wermutstropfen: Wer die Anfahrt aus einem anderen Kanton auf sich nimmt, sollte vorher telefonisch oder per E-Mail einen Termin vereinbaren, denn ein spontaner Besuch ausserhalb der herbstlichen Portes ouvertes ist auf der Website nicht vorgesehen.
Wer in Genf, Bern oder Zürich einkauft, findet dort grössere Häuser mit breiterem Filialnetz und teils eigener Fertigung im Hintergrund; wer stattdessen zu Falconnier nach Lausanne fährt, kauft ausdrücklich bei der Person ein, die den Ring später tatsächlich am eigenen Werkbank baut, und nicht bei einem Verkaufsteam, das eine im Hintergrund produzierte Kollektion präsentiert. Für ein Verlobungsprojekt, bei dem Material, Steinherkunft und Budget von Anfang an mitbestimmt werden sollen, ist das ein Format, das sich klar von der klassischen Ladenvitrine unterscheidet. Für alle, die bereit sind, diesen zusätzlichen Schritt eines Beratungstermins zu gehen, liefert das Atelier dafür etwas, das ein Regal mit Fertigware nicht bieten kann: ein Stück, das tatsächlich für genau diese Hand gemacht wurde.