Anna Gramme (créatrice de bijoux)

Avenue de France 5, 1004 Lausanne · seit 2024

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Anna Gramme ist kein Familienname über der Ladentür, sondern ein Pseudonym. Die Bijoutière hat sich diesen Künstlernamen selbst gegeben, als Verweis auf die Vielfalt der Dinge und den Reichtum der Sprache, und sie führt ihr Handwerk unter diesem Namen seit über zehn Jahren als Selbstständige. Seit 2024 hat sie in Lausanne einen festen Sitz: ein eigenes Atelier-Boutique an der Avenue de France 5, 1004 Lausanne. Wer sich für einen Verlobungsring in der Westschweiz interessiert, findet hier keine Filiale einer Kette, sondern eine einzelne Bijoutière, die jedes Stück selbst entwirft und in der eigenen Werkstatt fertigt.

Vom CFC zum eigenen Atelier

Der Weg dorthin ist auf ihrer Website in Jahreszahlen nachgezeichnet, und er zeigt, wie das Bijouterie-Handwerk in der Romandie ausgebildet wird. 2012 schliesst sie ihr CFC als Bijoutière ab, das eidgenössische Fähigkeitszeugnis, das in der Deutschschweiz als EFZ bekannt ist, und macht sich noch im selben Jahr in einem Goldschmiede-Atelier in Montreux selbstständig. 2016 zieht sie in ein zweites Atelier im Herzen von Lausanne, das sie sich mit zwei weiteren Bijoutiers teilt. 2018 folgt der Umzug in die ehemalige Waffenkammer (l'ancienne armurerie) von Lausanne, wieder gemeinsam mit einem weiteren Kunsthandwerker. Erst 2024, mit 32 Jahren, eröffnet sie ihr eigenes Atelier-Boutique an der Avenue de France, das seither Werkstatt, Ausstellungsraum für kleine Kollektionen und Ort für Kurse und Beratungen in einem ist. Diese Abfolge von Gemeinschaftsateliers zu einem eigenen Standort ist in der Branche typisch für unabhängige Bijoutiers, die sich erst ein Kundennetz und ein Renommee aufbauen, bevor sie einen eigenen Laden tragen können, und sie erklärt, warum ein Besuch hier anders wirkt als ein Termin in einer etablierten Bijouterie mit Ladengeschäft seit Jahrzehnten: Man trifft die Person, die den Ring später auch feilt und fasst.

Ringe, Kollektionen und Preise

Auf ihrer Website zeigt Anna Gramme laufend Einzelstücke, viele davon bereits verkauft, was selbst ein Beleg für die Nachfrage nach Einzelanfertigungen ist. Unter den verfügbaren Beispielen: der Ring „Lac vert" aus Gelbgold 750 mit einem 1.13-Karat-Turmalin in Blaugrün für 1'680 CHF, der Ring „Recroise" aus Weissgold 750 mit einem Trillant-Saphir von 0.85 Karat für 2'530 CHF, und „Entre ciel et terre", ein Einzelstück aus Weissgold 750 mit einem 0.56-karätigen schwarzen Opal-Dublett und 25 Diamanten von zusammen 0.19 Karat, für 3'130 CHF. Am unteren Ende der Preisspanne steht „L'envol" aus Silber 925 für 450 CHF. Für Verlobungsringe im engeren Sinn führt sie eigene, als solche gekennzeichnete Massanfertigungen: „Twist", ein Gelbgoldring 750 mit 0.20 Karat Diamanten und zusätzlichen 0.15-karätigen Navette-Diamanten, verkauft für 2'130 CHF, oder „Tourbillon", eine Massanfertigung aus Gelbgold 750 mit einem 1.59-karätigen rosa-roten Rubin und zusätzlichen Diamanten, mittlerweile ebenfalls verkauft. Die günstigsten gezeigten Stücke liegen bei 450 CHF, die aufwendigeren bei 3'130 CHF, wobei eine echte Massanfertigung nach eigenen Vorgaben separat verhandelt wird und nicht zu den publizierten Katalogpreisen gehört.

Reparaturen, Umarbeitungen und die Massanfertigung selbst

Neben neuen Stücken bietet das Atelier Reparaturen aller Art an: Löten, Rhodinieren, Steine fassen oder ersetzen, Ringgrössen anpassen, die Fassung eines Armbands oder Ohrrings erneuern, Ketten und Armbänder kürzen oder verlängern, Gravuren auf Ringen, Armbändern oder Uhrenböden. Dazu kommen Umarbeitungen: ein geerbtes Schmuckstück, das nicht mehr dem eigenen Geschmack entspricht, wird in etwas Neues verwandelt, ohne dass das Material verloren geht. Für ein Verlobungsring-Projekt läuft der Ablauf über ein persönliches Gespräch im Atelier: Aus den Ideen des Kunden entstehen erste Skizzen, aus denen sich die Grundzüge des künftigen Einzelstücks ergeben. Auf Wunsch filmt sie den Entstehungsprozess, damit das Paar die einzelnen Schritte der Umformung des Materials mitverfolgen kann. Das ist ein Detail, das man in einer grösseren Bijouterie mit mehreren Verkaufsstellen kaum findet, wo Fertigung und Verkauf getrennte Abteilungen sind.

Nachhaltigkeit als Grundsatz, nicht als Marketingzeile

Alle Stücke werden laut eigenen Angaben von Hand im eigenen Atelier in der Schweiz gefertigt. Zulieferer und Unterlieferanten stammen ausschliesslich aus der Schweiz oder Europa. Beim Metall verwendet sie ausschliesslich zertifiziert recycelte oder Fairtrade-Edelmetalle: recyceltes Gold aus eingeschmolzenem Altschmuck, raffiniert in Schweizer Giessereien, oder Fairtrade-Gold aus Minen in Peru, die nach den Max-Havelaar-Fairtrade-Standards arbeiten und ebenfalls in Schweizer Giessereien raffiniert werden. Auch bei den Steinen achtet sie so weit wie möglich auf die Herkunft. Das ist eine Position, keine Behauptung über ein Zertifikat, das die Website selbst nicht ausweist, aber sie prägt sichtbar, wie hier gearbeitet wird.

Lausanne als Standort für die ganze Schweiz

Für einen nationalen Vergleich zählt weniger die Adresse an sich als das, was Lausanne für dieses Handwerk bedeutet. Die Waadtländer Kantonshauptstadt liegt an der Hauptbahnachse zwischen Genf und Zürich, direkt am Genfersee, und ist damit aus der ganzen Deutschschweiz ohne Umsteigen erreichbar. Anders als eine Bijouterie mit Filialen in mehreren Städten ist Anna Gramme an genau einem Ort tätig: Wer bei ihr einen Ring bestellen will, kommt ins Atelier an der Avenue de France, es gibt keine Zweigstelle in Genf, Bern oder Zürich, bei der man dasselbe Stück abholen könnte. Das unterscheidet sie von den grossen Namen der Westschweizer Uhren- und Schmuckbranche, die traditionell eher in Genf konzentriert sind: Lausanne selbst hat kein vergleichbar dichtes Bijouterie-Viertel, und gerade deshalb sticht ein unabhängiges Atelier mit eigener Werkstatt hier heraus. Wer aus der übrigen Schweiz für ein Verlobungsring-Projekt anreist, bekommt keinen Zwischenhändler, sondern die Person, die am Ende auch die Steine fasst.

Kein Ring von der Stange

Anna Gramme passt zu Paaren, die sich einen Verlobungsring wünschen, der nirgendwo sonst existiert, und die bereit sind, den Prozess über ein persönliches Gespräch statt über eine Vitrine zu starten. Wer stattdessen sofort ein fertiges Stück von der Stange mitnehmen möchte, ist bei einer grösseren Bijouterie mit breiterem Lager besser aufgehoben, denn das Sortiment hier besteht aus Einzelstücken, von denen viele bereits verkauft sind. Für alle anderen ist die Kombination aus CFC-Ausbildung, über zehn Jahren Selbstständigkeit, einem eigenen Atelier seit 2024 und einer klaren Haltung zu Material und Herkunft ein seltenes Gesamtpaket, das in dieser Form nicht an jeder Adresse in der Schweiz zu finden ist.

Ein kleiner, aber realer Nachteil gehört zur ehrlichen Einordnung dazu: Wer keine Zeit für ein Vorgespräch und Skizzen einplanen kann oder ein Stück noch diese Woche braucht, ist mit einer Massanfertigung schlecht bedient, denn genau dieser Vorlauf ist der Kern des Angebots. Auch ein Ladenlokal mit grosser Auswahl an Sofortware, wie man es aus einer traditionellen Innenstadt-Bijouterie kennt, darf man an der Avenue de France nicht erwarten: Was ausgestellt ist, ist zugleich meist das Einzige seiner Art. Wer diesen Weg akzeptiert, bekommt dafür ein Stück, das ausserhalb dieses einen Ateliers in Lausanne kein zweites Mal existiert, und eine Bijoutière, die den ganzen Weg vom ersten Gespräch bis zur letzten Politur selbst begleitet.

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